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Publikation zur Greifswalder Dombibliothek wird vorgestellt

Historische Kirchenbibliothek ist kulturelles Kleinod

07.06.2017 ǀ Greifswald.  Eine neue Publikation informiert über Geschichte und Bestände der 1602 gegründeten Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Greifswalder Dom St. Nikolai. Sie soll am Freitag (9. Juni, 18 Uhr) im Greifswalder Dom vorgestellt werden.

Die im Jahr 1602 gegründete Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Greifswalder Dom ist ein wenig bekanntes kulturelles Kleinod. Sie gehört zu den besterhaltenen Büchersammlungen des gesamten Ostseeraums und ist weit über die Greifswalder Stadtgrenzen hinaus von besonderer historischer Bedeutung. Die Bibliothek umfasst etwa 3.000 Titel des 14. bis 19. Jahrhunderts, darunter zahlreiche mittelalterliche Handschriften, Drucke der Gutenbergzeit (Inkunabeln), bedeutende Werke der Reformation und Ausgaben der ersten, im Jahr 1581 eingerichteten Greifswalder Druckerei des Verlegers Augustin Ferber. Zahlreiche Ausgaben sind von großer Seltenheit, einige sind nur noch in dieser Sammlung erhalten.

Reich bebilderte Broschüre

Die Geschichte und die Bestände der Bibliothek werden nun erstmals in einer reich bebilderten Publikation der Öffentlichkeit unter dem Titel „Die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Dom St. Nikolai zu Greifswald“ vorgestellt. Die 40-seitige Broschüre ist im Thomas Helms Verlag erschienen. Entstanden ist sie dank der Unterstützung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Zur öffentlichen Präsentation im Dom St. Nikolai am 9. Juni um 18 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Referatsleiter für Rechtsangelegenheiten und Kulturerbe im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Karl-Reinhard Titzck, und der Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Stefan Fassbinder, eröffnen die Veranstaltung mit Grußworten.  

Präsentation restaurierter Originalbände

Die Autoren, Dr. Falk Eisermann (Berlin/Greifswald) und Dr. Jürgen Geiß (Berlin), stellen die Geschichte und die Bestände der Bibliothek vor, präsentieren einige soeben restaurierte Originalbände des 15. und 16. Jahrhunderts und geben einen Ausblick auf notwendige Maßnahmen zur Erhaltung, Erschließung und Erforschung der wertvollen Büchersammlung. Anschließend lädt die Kirchengemeinde zu einem Empfang ein. Als Folgeveranstaltung besteht vom 28. Juli bis 31. August die Möglichkeit, Werke aus der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums des Greifswalder Doms St. Nikolai in der Universitätsbibliothek am Berthold-Beitz-Platz zu sehen, nicht wie ursprünglich geplant im Dom St. Nikolai. In der Ausstellung wird eine Auswahl reformatorischer Werke von Luther, Melanchthon und Bugenhagen gezeigt, darunter älteste Drucke und Schriften aus verschiedenen Schenkungen sowie eine frühe Lutherkritik aus dem Greifswalder Kloster der Franziskaner.
Quelle: PEK (sk)