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Superintendent Andresa Haerter bei der Begrüßung


Landessuperintendentin Christiane Körner


Pfarrerin Dorothea Sattler und Superintendent Andreas Haerter


Kirchenmusiker Falk Schneppat


Stilles Plakat am Rande


Pfr. Bernhard Riedel und Superintendent Ulrich Tetzlaff (re.)


Nachgespräch: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Konsistorialpräsident Peter von Loeper und die mecklenburgische Landessuperintendentin Christiane Körner

EKBO-Prüfauftrag in Pasewalk vorgestellt – Nordkirche immer wieder am Horizont

 

Pasewalk (ran). Mehr als 100 Interessierte kamen am Mittwochabend in die Pasewalker Marienkirche, um sich über das Ergebnis des Prüfauftrages über ein Anschluß der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) an die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zu informieren.

 

Konsistorialpräsident Peter von Loeper teilte mit, daß heute ein Brief der Nordelbischen Evangelischen Kirche (NEK) eingetroffen sei, worin sie Sondierungsgespräche zur Bildung einer „Kirche im Norden“ vorschlägt. Dieses Thema durchzog immer wieder den Abend und es war deutlich, daß diese Veränderung der Perspektive zwar überraschend kam und noch unausgelotet ist, aber daß sie eine längerfristige Perspektive bietet, als die Fusion der beiden kleinen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Auf diesem Hintergrund gab es einige Voten, die sagten, daß eine Fusion von Pommern und Mecklenburg auf die Dauer nicht ausreichen würde.

 

Vorstellung des Prüfberichtes:

Peter von Loeper stellte zu Anfang klar, daß es um ein Hören in zwei Richtungen an diesem Abend gehen solle: Die Versammlung sollte das Ergebnis des Prüfauftrages hören und die Mitglieder der Kirchenleitung wollten die Meinung des Kirchenkreises hören.

 

In der Vorstellung des Berichtes sagte von Loeper, daß die fusionierte Kirche der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) beitreten würde und man daher auch in Pommern das Recht der VELKD übernehmen würde. Es gäbe vermutlich nur noch zwei pommersche Kirchenkreise und keine Kreissynoden mehr, dafür aber Propsteien und Propsteisynoden und in der gemeinsamen Landessynode Teilsitzungen mit Sperrminorität bei bestimmten Themen.

 

Bei einem Anschluß an die EKBO könnten die vier Kirchenkreise erhalten bleiben und es gäbe einen Regionalbischof, nicht aber eine Landessynode. Dies habe Bischof Huber klar abgelehnt. „Den Traum einer Provinzialsynode Pommern gibt es nicht,“ sagte von Loeper. Er teilte auch mit, daß in der EKBO die Verwaltung nur Pflichtaufgaben erledigen würde. Weitere freiwillige Aufgaben, wie sie in Pommern üblich seien, müßten durch Umlagen finanziert werden. So gebe es dort keine Bauverwaltung, „die wir für notwendig halten.“ Einsparungen wird es bei Leitung und Verwaltung geben.

 

Der Konsistorialpräsident sagte, daß von den EKD-Finanzausgleichsmitteln die pommersche Kirche zu 27% abhängig ist bei 5% Absenkung pro Jahr, die mecklenburgische Kirche zu 41% und die EKBO nur zu 16%. Sorgen mache ihm die Zukunft, „denn es gibt Signale, daß dieser Finanzausgleich in der derzeitigen Situation nicht hält.“

 

Von Loeper nahm auch zu den übergemeindlichen Diensten Stellung und zu den Finanzmitteln, die die Gemeinden zur Verfügung hätten. In Mecklenburg würde viel auf übergemeindlicher Ebene organisiert – in der PEK betrage der übergemeindliche Anteil 14%, in Mecklenburg aber 31%. Dies sei durch die Landessynode so entschieden worden und vieles wird landeskirchlich geregelt, und kommt dann auch den Gemeinden zugute – etwa die 35 Katechetikstellen. „Das ist ein Unterschied im Kirchenverständnis.“

 

(Zu weiteren Informationen siehe die Berichte von Greifswald und Stralsund)

 

Aussprache:

Zum weitern Verfahren:

Was man gehört habe, spreche eindeutig für die EKBO aus Gemeindesicht. Aber bezüglich der Nordkirchendiskussion habe man ein Bonbon hingehalten bekommen und niemand wisse, was sich daraus entwickelt. Daher: Entscheidung aussetzen, verhandeln und dann den Weg der PEK neu diskutieren.

 

Werden bei einer Fusion die Veränderungen gleich sein?

Wir würden keine Kreissynoden mehr haben, sondern nur Propsteisynoden. Welche Einschnitte gibt es dann bei der ELLM.

Antwort Landessuperintendentin Körner: Wir müssen auf Augenhöhe verhandeln. Die Propstei ist keine dienstrechtliche Ebene. Was aus beiden Systemen zu übernehmen ist, steht noch nicht fest – das müssen die Synoden entscheiden.

 

Frage nach der Lageeinschätzung des Konsistorialpräsidenten:

Am 2. und 3. März ist Kirchenleitung. Durch den Vorschlag der Nordkirche haben wir eine ganz neue Situation. „Das gibt einen neuen Aspekt, den ich für sehr, sehr interessant halte.“ Der Beitritt zur EKBO geht kurz und schnell. Ein Anschluß an die ELLM geht aus fiskalischen Gründen nicht. Eine fusionierte Kirche in MV löst das strukturelle Finanzproblem nicht. Aus zwei Schwachen wird kein Starker. Vernünftige Alternativen sind Beitritt zur EKBO oder die Nordkirche. „Das ist meine persönliche Meinung.“

 

Zu den bisherigen Erfahrungen PEK-ELLM:

Es wird berichtet, daß die Verhandlungen oft wie zwischen kleinem und großen Bruder gewesen seien und daß zu oft mit Mehrheitsabstimmungen gearbeitet worden sei.

 

Zum Zeitrahmen:

Die bisherigen Verhandlungen seien zäh gewesen und hätten viel Kraft gekostet. Für eine Nordkirche muß man direkte Verhandlungen führen „und keine Vorfusion und dann 2030? mit der Nordelbischen Kirche zusammengehen.

 

Stellungnahme zum neuen Vorschlag Nordkirche:

Wir streben Landeskirchen mit mehr als in Mio. Gemeindegliedern an. Mit Mecklenburg ist es zuwenig. „Wir wollten gleich weiterdenken.“

 

Zu den Zentren Berlin und Hamburg/Kiel:

Es drängt zu großen Zentren. Für uns hier ist das Berlin. Wenn man sich einer Nordkirche anschließt, dann haben wir wenig und die schon alles. Wir sollten nach der EKBO gehen, denn sonst sind wir pleite, wenn wir zulange warten.

Die Gemeinsamkeit der Herausforderungen mit Berlin-Brandenburg sind ähnlich. Im Westen sind die wirtschaftlichen Herausforderungen anders. Sorge davor, dann nicht mehr wahrgenommen zu werden.

 

Frage, ob für die ELLM auch andere Optionen möglich sind:

LS Körner: Sehr interessant zu prüfen, was es mit der Nordkirche bedeutet. (Landes)Superintendenten haben sich für Fusion und Prüfung einer Nordkirche ausgesprochen. Vorschlag von Moderation bei solchen Gesprächen.

 

Zu den „freien Finanzmitteln“ der Gemeinden:

LS Körner: Nach diesen Tabellen wären unsere Gemeinden nicht lebensfähig – aber wir können gut arbeiten. 612 Gemeindeglieder pro Stelle. 80% der Gehaltsanteile kommen von der Landeskirche und Kirchgemeinden haben nur 20% zu zahlen. Es ist ein solidarisches Finanzsystem. Auch konnte Mecklenburg bisher alle VikarInnen in Stellen übernehmen und es gibt keine Umlage für den Baubereich.

 

Zur Rolle der Kreissynoden:

Früher waren Kreissynoden die „organisierte Bedeutungslosigkeit“, aber dann haben sie in DDR-Zeiten ihre Rolle gefunden und haben wichtige Themen angepackt. Daher wäre es schade, wenn es keine Kreissynoden mehr gäbe. „Nicht Dinge über Bord werfen, die wir als etwas sehr Gutes erlebt haben.“

 

Signale der Zusammenarbeit:

Wieviel Zeit haben wir? Wir haben einen Weg beschritten und welche Signale sind an die PEK gekommen, mit denen man arbeiten kann? Von der EKBO ist das gekommen.

Von Loeper dazu: Es sind eindeutige Signale der ELLM gekommen, von Synode und Kirchenleitung, daß die Fusion gewollt wird.

 

Lob des Ergebnisses des Prüfauftrages:

„Denen, die das erarbeitet haben, gebührt ein Wahnsinnsdank.“ Die Diskussion ist nicht aus emotionalen Gründen sondern aus ökonomischen Gründen entstanden. Das Ergebnis hat die Meinung bestärkt: „Mit Mecklenburg alleine geht es nicht.“ Probeabstimmung im Konvent: deutliche Mehrheit für EKBO.

 

Zusammenhalt und Zukunftsstrukturen:

Verlockend, schnell zu harmonisierenden Strukturen zu kommen. Aber: ist die Struktur der EKBO zukunftsfähig? Wir spüren auf Gemeindebasis, daß der Zusammenhalt verloren gegangen ist, der in mecklenburgischen Propsteien vorhanden ist. Mecklenburgisches solidarisches Finanzsystem hat gute Seiten. Nicht: „Wer Top-Einnahmen hat, der kann losbuttern.“ Gemeindeglieder fragen immer: Warum in MV zwei Kirchen. Daher ist Nordkirche eine Aussicht.

 

Frage nach EKBO-Beitritt Mecklenburgs:

Wir haben Chancen als ostdeutsche Landeskirche. Ist ein Beitritt zur EKBO von der ELLM geprüft worden? Eine „ostelbische Landeskirche“.

 

Zur Randlage KK Pasewalk/KK Stargard:

LS Körner: KK Stargard liegt am Rand und ist der ärmste Kirchenkreis: Pro Kirchgebäude sind es 120 Gemeindeglieder. Aber: „Es ist egal wo wir liegen, es liegt an uns, was wir daraus machen.“ Gedanken gehen zur Nordkirche und in die Verhandlungen mit Pommern. Kirche ist eine geistliche Kraft und es geht auch um die Erneuerung von Kirche.

(1.3.2007)


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