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Propst Panknin besuchte Kirchengemeinde Gristow-Neuenkirchen

In die Bandbreite des Gemeindelebens eingetaucht

Anschaulich vermittelt Katechetin Angela Jagusch den Christenlehrekindern in der Kirchengemeinde Gristow-Neuenkirchen Glaubensinhalte.
03.04.2017 ǀ Neuenkirchen.  Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Neuenkirchener Kirche endete am Sonntag (2. April) die Visitationswoche in der Evangelischen Kirchengemeinde Gristow-Neuenkirchen. Seit dem 26. März war Gerd Panknin, Propst der Propstei Demmin im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, zu der Gristow-Neuenkirchen gehört, in der Kirchengemeinde unterwegs. Unterstützt und begleitet wurde der Propst an mehreren Stationen der Visitation von den beiden Kirchenkreisratsmitgliedern Ernst Wellmer und Raik Harder sowie von Mitarbeitenden des Regionalzentrums kirchlicher Dienste. Der Propst tauchte in die ganze Bandbreite des Gemeindelebens ein. Er nahm unter anderem an Gottesdiensten teil, visitierte in den Christenlehre- und Konfirmandengruppen, traf Mitglieder des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche Gristow, besichtigte die Kapelle in Jarmshagen und sang bei der Probe des Gristower Gospelchors mit.

Persönlicher Austausch mit Gemeindegliedern

Gerd Panknin führte während der Visitation Gespräche mit zahlreichen Gemeindegliedern, pflegte den persönlichen Austausch mit ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden der Gemeinde und besuchte den Frauen- sowie den Gesprächskreis der Kirchengemeinde. Zudem traf sich der Propst mit dem Kirchengemeinderat und mit dem Bürgermeister. Zur Kirchengemeinde Gristow-Neuenkirchen vor den Toren Greifswalds zählen fast 30 Orte. Einige sind stark vom Zuzug und durch neugebaute Einfamilienhäuser geprägt. Kirchen stehen in den Ortsteilen Gristow und Neuenkirchen, in Jarmshagen befindet sich eine Kapelle. Die Kirchengemeinde gibt regelmäßig das Gemeindeblatt „Uns Blatt“ heraus. Es ist ebenso wie weitere Informationen zur Kirchengemeinde hier zu finden.

Ehrenamtlich gestalteter Schatz  

Eine der Besuchsstationen am Freitag, 31. März, war die Krabbelgruppe, die rein ehrenamtlich organisiert im Pfarrhaus in Neuenkirchen angeboten wird. Seit gut einem Jahr treffen sich jede Woche junge Mütter mit Kleinkindern, um miteinander zu erzählen, zu singen und zu spielen. Wie bei allen Gruppen der Kirchengemeinde begrüßt und verabschiedet Pastor Dr. Volker Gummelt die Teilnehmenden. Jedes Mal gibt es ein glaubensbezogenes Thema, das Kinder und Eltern gleichermaßen mit einbezieht. „Die Krabbelgruppe ist etwas absolut Besonderes in der Kirchengemeinde“, sagte Gerd Panknin. „Das vertrauensvolle Miteinander war spürbar. Die Gruppe ist ein sehr lebendiges Fenster auch für Kirchenferne, um in die Kirchengemeinde hineinsehen zu können. Und die Gruppe ist ein Brückenschlag für die Arbeit mit Kindern und Familien innerhalb der Gemeinde. Ein wahrer Schatz, der im Ehrenamt gestaltet wird“, so der Propst.

Anschauliche Christenlehre im Pfarrhaus

Aufmerksam begleiten Propst Gerd Panknin (Mitte) und Kirchenkreisratsmitglied Ernst Wellmer die Christenlehre im Pfarrhaus Neuenkirchen, in der Katechetin Angela Jagusch von der Verhaftung Jesu im Garten Gethsemane erzählte.
Am Mittwoch, 29. März, besuchte Gerd Panknin unter anderem die Christenlehre im Neuenkirchener Pfarrhaus. Zusammen mit Barbara Schlicht, Referentin für die Arbeit mit Kindern im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, und Ernst Wellmer überzeugte sich der Propst von der vielfältigen Arbeit mit Kindern, die Katechetin Angela Jagusch verantwortet. Während der Stunde, an der Propst Gerd Panknin teilnahm, hörten die Kinder die Geschichte von der Verhaftung Jesu im Garten Gethsemane, die Katechetin Angela Jagusch anschaulich mittels eines Puppenspiels erzählte. Dabei bezog sie die Kinder durch gezielte Fragen immer wieder in den Fortgang der Erzählung mit ein. Teil der Stunde war auch ein Kreuzweg mit Abbildungen aus der Passionsgeschichte, die Themen aufgriffen, mit denen sich die Kinder schon in vergangenen Stunden beschäftigt hatten. Wie üblich endete die Stunde mit einer Spielerunde im weitläufigen Pfarrgarten, der neben der Arbeit mit Kindern auch für Frauenkreise und andere Gemeindeveranstaltungen genutzt wird.

Mit Herz, Leib und Seele dabei

Gerd Panknin lobte den warmherzigen und zugewandten Unterricht der Katechetin. Er habe eine Verbindung aus pädagogischem Anspruch und fundierter Glaubensvermittlung erlebt, so der Propst. „Angela Jagusch ist mit Herz, Leib und Seele dabei.“ Im persönlichen Gespräch, an dem auch Pastor Volker Gummelt teilnahm, ließ sich der Propst Einzelheiten von der Arbeit mit Kindern in der Kirchengemeinde berichten. Angela Jagusch hat neben der Gemeinde Gristow-Neuenkirchen weitere Stellenanteile in Greifswalder Kirchengemeinden. „Viele Kinder, die zu mir in Neuenkirchen in die Christenlehre kommen, sind christlich sozialisiert“, so die Katechetin im Gespräch mit dem Propst. Das sei in anderen Gemeinden, in denen sie arbeite, durchaus weniger einheitlich. „Dass die Kinder beten lernen, ist mir wichtig.“ Zwei Christenlehregruppen mit bis zu 15 Kindern der 1. bis 3. Klasse und mit bis zu zehn Kindern der 4. bis 6. Klasse kommen mittwochs um 16 und um 17 Uhr in das Neuenkirchener Pfarrhaus. „Im Sommer können es auch weit mehr Kinder werden, denn die Spielerunden im Pfarrgarten ziehen bei schönem Wetter viele an“, berichtete die Katechetin. Die enge Verknüpfung von Spiel und Verkündigung gehöre zu den Grundlagen ihrer Arbeit. „Die Kinder sehen und erfahren, dass wir in der Christenlehre Spaß haben und wir die Gemeinschaft leben.“

Arbeit mit Kindern als Gemeindebasis

„Da wir hier eine Vielzahl junger Familien mit Kindern haben, ist eine gemeindepädagogische Fachkraft für die Arbeit mit Kindern unverzichtbar“, so Volker Gummelt. Er sei daher überaus dankbar, mit Angela Jagusch seit 2008 eine so engagierte Katechetin in der Gemeinde zu haben. Ein Großteil seiner eigenen Arbeit basiere auf ihrer Tätigkeit, sagte der Pastor. Das sei beispielsweise im Konfirmandenunterricht sowohl inhaltlich als auch bezüglich der Teilnehmendenzahl spürbar. Auch die zunehmende Zahl an Taufen in seiner Gemeinde führt der Pastor nicht zuletzt auf die gute Arbeit mit Kindern zurück. „Obwohl Familien heutzutage durch die Vielzahl der Möglichkeiten stark eingebunden sind, hat die Christenlehre eine große Resonanz“, so Volker Gummelt. Das bestätigte Angela Jagusch: „Viele Kinder sind zum Beispiel in Sportvereinen. Sie haben viele Verpflichtungen und müssen sich entscheiden, welche Angebote sie wahrnehmen.“ Neben den regelmäßigen Christenlehrestunden gestaltet Angela Jagusch kindgerechte Themengottesdienste mit. Zudem organisiert sie jeden Sommer gemeindeübergreifende Rüstzeiten mit bis zu 50 Teilnehmenden, Kinderbibeltage in den Winterferien sowie eine Kinderfilmwoche. Außerdem betreut sie das Praktikum einer angehenden Gemeindepädagogin.

Kapelle im Dornröschenschlaf

Bereits am Dienstag, 28. März, besichtigte Gerd Panknin die um das Jahr 1800 errichtete Fachwerkkapelle in Jarmshagen. „Dieses kleine Kirchlein ist ein Schmuckstück“, war Gerd Panknin während des Ortstermins begeistert. Besonders beeindruckte den Propst das ehrenamtliche Engagement, ohne das die Pflege und der Erhalt des kleinen Gotteshauses nicht möglich wären. In Vor-Ort-Gesprächen erfuhr Gerd Panknin von der integrativen Wirkung der Kapelle, die ein örtlicher Identifikationsfaktor für Christen und Nichtchristen gleichermaßen ist. Pastor Volker Gummelt bestätigte den großen Stellenwert, den die Kapelle in der Kirchengemeinde hat. Zu den hohen Kirchenfesten finden dort besonders beliebte Gottesdienste statt. Die ganz eigene Atmosphäre dort präge zum Beispiel die Gottesdienste am Heiligabend in außergewöhnlicher Weise, sagte der Pastor. Die Kapelle sei auch Ziel für Gemeindeausflüge. Allerdings sei sie sanierungsbedürftig. Die Kirchengemeinde hoffe, die Kapelle in absehbarer Zeit instand setzen und so für die Zukunft erhalten zu können. Dann könnte die Kapelle noch stärker und regelmäßiger genutzt und aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden, so Volker Gummelt.

Quelle: PEK (sk)