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Pressemitteilung vom 20. Mai 2010

Pfingsten 2010 Sich vom Geist der Erneuerung beflügeln lassen

20.05.2010 | Schwerin (cme). Das Pfingstfest feiert Gottes heiligen Geist, den Geist der Schöpfung, der Kreativität, der Erneuerung. Grenzen, die Menschen, Milieus, ganze Völker voneinander trennen, Grenzen der Sprache und des religiösen Empfindens wurden im Sprachenwunder des ersten Pfingstfestes überwunden. Auch die Krisen unserer Zeit verlangen schöpferischen Geist, verlangen nach Erneuerung.

Viele Menschen machen sich Sorgen angesichts der Eigendynamik der Finanzmärkte. Es ist höchste Zeit, sicher zu stellen, dass in Zukunft die Finanzwirtschaft wieder der Realwirtschaft dient. Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist dazu ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen. Notwendig ist der ökologische Umbau der Weltwirtschaft nach den Prinzipien von Nachhaltigkeit, Rechenschaftspflicht, Demokratie und Transparenz. Die Kosten der Finanzkrise sind vom Finanzsektor wesentlich mitzutragen.

Der Ökumenische Kirchentag in München hat die Sehnsucht vieler Christinnen und Christen nach Erneuerung auch im Raum der verschiedenen, leider noch immer getrennten Kirchen deutlich zum Ausdruck gebracht: Die gemeinsame Feier des Abendmahls, der Eucharistie ist ein Herzenswunsch nicht nur von Ehepaaren unterschiedlicher Konfession. Gemeinden und Kirchen wollen sich öffnen für Menschen, die ohne christliche Erziehung aufgewachsen oder ihrem Glauben fremd geworden sind, und brauchen dafür ein neues „Sprachenwunder“ – so, dass das Leben, Erleben und Handeln, dass die Sprache von Christen auch für diese Menschen verständlich und anziehend wird. Zugleich auch bedürfen sie des Geistes von Pfingsten, um mit Freimut zu bekennen, was wahr ist – die Wahrheit der Hoffnung, aus der sie leben, wie auch die Wahrheit ihres Verschuldens an ihnen anvertrauten Menschen. Es ist der Geist Gottes, dass wir die Wahrheit nicht fürchten müssen. Gottes Geist ist die Liebe, und Furcht ist nicht in der Liebe.

Dr. Andreas v. Maltzahn,
Landesbischof