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Predigt für den 8. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch:


Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit
(Epheser 5, 8b.9)

Psalm 48

Groß ist der HERR und hoch zu rühmen
in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.
Schön ragt empor der Berg Zion,
daran sich freut die ganze Welt,
Wie wir es gehört haben, so sehen wir es
an der Stadt des Herrn Zebaoth,
an der Stadt unsres Gottes:
Gott erhält sie ewiglich. 
Gott, wir gedenken deiner Güte
in deinem Tempel.
Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm
bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.



Lesung aus dem Evangelium: Matthäus 5, 13-16


13 Christus spricht: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.




Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
liebe Schulkinder,

Das, was Sabrina uns da vorgelesen hat, ist ja ganz logisch. Niemand stellt sein Licht unter den Scheffel, also unter einen Eimer. Ich meine, stellt euch doch nur mal vor: alles ist dunkel und es gibt nur eine Taschenlampe. Wieso sollte ich dann die Taschenlampe unter einem Eimer verstecken? Dann habe ich nichts davon und andere auch nicht. Das macht keinen Sinn.
Und doch gibt es immer wieder Menschen, die genau das tun.

Aber das behalten wir erst einmal im Hinterkopf und kommen zu einer ganz anderen Geschichte, der Geschichte von Bartimäus:

Leana:
Jesus wandert mit seinen Jüngern durch das Land.
Viele Leute stehen am Weg.
Auf der Erde sitzt Bartimäus.
Bartimäus ist blind.
Er bettelt.

Hier muss ich kurz unterbrechen. Wir alle wissen, was blind bedeutet, auch wenn keiner von uns hier blind ist. Wie es sich wirklich anfühlt blind zu sein, können wir erahnen, wenn wir mal die Augen schließen und versuchen uns zu orientieren. Aber wirklich begreifen können wir es nicht. Heute gehen auch blinde Kinder in die Schule, zur Zeit von Jesus gab es so etwas nicht. Und auch leine andere sinnvolle Tätigkeit gab es. Ein Blinder wurde morgens von seiner Familie an die Straße gesetzt, damit er betteln konnte, und abends wieder abgeholt.
Es gab dazu keine Alternative. Doch Bartimäus ist mutig.

Leana:
Er hört, dass Jesus vorbeikommt.
Er ruft ganz laut:
Jesus, hilf mir!
Die Leute sagen:
Schrei nicht! Sei still!
Bartimäus ruft noch viel lauter:
Jesus, hilf mir!
Jesus, hilf mir!
Jesus bleibt stehen.
Er sagt: Ruft ihn her!
Die Leute gehen zu Bartimäus und sagen:
Steh auf, Jesus ruft dich!
Bartimäus wirft seinen Mantel zur Erde.
Er läuft zu Jesus.
Jesus fragt ihn: Was willst du?

Auch hier muss ich kurz dazwischen. Wenn man die Geschichte hört, könnte man meinen, was für eine blöde Frage stellt Jesus da. Es ist doch ganz klar, was Bartimäus will.
Aber Jesus kennt die Menschen. Manch einer klagt viel, ist aber nicht bereit etwas an seiner Situation zu ändern. Meine Großmutter hat immer darüber geklagt, dass ihre Eltern ihr kein Französisch beigebracht haben. Es als Erwachsene zu lernen, wäre sicher anstrengend gewesen. Und so war es für sie bequemer, sich hinzusetzen und über ihre Eltern zu klagen, anstatt selbst etwas zu unternehmen.
Und bei Bartimäus? Vielleicht ist er ja auch so. Wenn er sehen könnte, dann müsste er ja eine richtige Arbeit übernehmen, müsste kochen, abwaschen, putzen, all das, was er als Blinder nicht kann. Vielleicht findet er das ja alles auch ganz bequem, so wie es ist. Und möchte von Jesus nur ein bisschen Geld oder einen wärmeren Mantel oder so. Aber hören wir, was er auf die Frage von Jesus antwortet.

Leana:
Bartimäus sagt: Ich will sehen, Herr!
Jesus sagt:
Du vertraust mir.
Darum wirst du sehen.
Und auf einmal kann Bartimäus sehen.
Er lässt alles liegen und geht mit Jesus.

Liebe Gemeinde, liebe Schulkinder,
Das ist die Geschichte von Bartimäus. Danke, Leana.
Eine Geschichte, die sehr viel mit euch zu tun hat.
Denn noch könnt ihr sagen: Mama, was steht da auf dem Schild? Ihr müsst euch keine Mühe geben, es zu lesen.
Wer lesen gelernt hat, von dem erwartet man auch, dass er es anwendet. Irgendwann wisst ihr vorher, wieviel Wechselgeld ihr bekommen müsst, könnt es selbst überprüfen, müsst es dann aber auch.
Wer Fähigkeiten erwirbt oder hat, von dem möchten wir auch, dass er sie anwendet und einsetzt.

Und genau deshalb gibt es Leute, die ihr Licht lieber unter den Scheffel stellen, also unter einen Eimer. Sie wollen gar nicht, dass jemand weiß, was sie alles können, damit sie es nicht tun müssen.
Einmal dumm reicht für`s ganz Leben, sagt man. Wer sich nur dumm genug stellt, muss nicht arbeiten.
Aber Bartimäus ist anders. Ihr seid anders. Bartimäus will sehen, will lernen, will mehr von der Welt erfahren. Und das wollt ihr auch. Denn nur so könnt ihr die Welt verstehen und über euer Leben selbst bestimmen.

Und Jesus, das zeigt die Geschichte von Bartimäus, geht mit uns mit auf diesem Weg. Er sagt Bartimäus nicht, was er tun soll. Er fragt ihn. Und dann hilft er ihm, das Ziel zu erreichen.

Ich bin sicher, dass Gott, als er den Menschen schuf, uns alle mit vielen besonderen Gaben und Fähigkeiten ausgestattet hat. Diese Fähigkeiten sollen wir entwickeln und einsetzen für uns und für andere.
Und mit Jesus zusammen auf dem Weg können wir leuchten, denn wir sind nicht so dumm und stellen unser Licht unter einen Scheffel!


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Fürbitte

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns von dem Bösen. -
Denn dein ist das Reich und die Kraft
Und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.






Segen



Der HERR segne dich und  behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten
über dir und sei dir gnädig;
der HERR erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.




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