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Bericht von der dritten Sitzung des Jahres

Pommerscher Kirchenkreisrat: Hilfe für ehrenamtliche Projekte

17.03.2016 ǀ Weitenhagen.  Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) hat beschlossen, das integrative Theaterprojekt für Jugendliche des Kreisdiakonischen Werks (KDW) Greifswald finanziell zu unterstützen. In der dritten Sitzung des Jahres 2016, die am Dienstag (15. März) im „Haus der Stille“ in Weitenhagen stattfand, entschied das Gremium, dem Projekt für das Jahr 2016 einen Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro aus dem Etat „Initiativen und Gemeindeprojekte“ zu gewähren. Das integrative Theaterprojekt für Jugendliche des KDW lief bereits mehrere Jahre sehr erfolgreich. Nachdem die Förderung 2015 endete, soll das Projekt nun neu initiiert werden. Zielgruppe des Projekts seien Menschen, die aufgrund besonderer Lebensverhältnisse in sozialen Schwierigkeiten sind und neuen Lebensmut sowie neues Selbstvertrauen schöpfen sollen, hieß es im Antrag des KDW an den KKR.

Ausweg aus gesellschaftlicher Abkopplung

Zu den Intentionen des integrativen Theaterprojekts zähle es, einerseits die künftig an dem Theaterprojekt teilnehmenden Jugendlichen aus gesellschaftlicher Abkopplung, Lethargie oder bloßer Konsumhaltung herauszuholen und andererseits die Zuschauenden, beispielsweise Schulklassen, mit gesellschaftlich relevanten Themen zu konfrontieren, so Rudolf Dibbern, Vorstandsvorsitzender des KDW, in dem Antrag. Erfahrene Theaterpädagogen werden die Akteure im Rahmen des Projekts anleiten. Das Kreisdiakonische Werk Greifswald ist derzeit für die Umsetzung des Theaterprojekts auf der Suche nach Sponsoren und finanzieller Unterstützung. Es werden beispielsweise für die Öffentlichkeitsarbeit, für den Bau der Kulissen, das Anfertigen der Kostüme und Requisiten sowie für Licht- und Tontechnik finanzielle Mittel benötigt. Der Kirchenkreisrat lobte das ambitionierte Projekt, das von ehrenamtlich Tätigen getragen werde und Erfolgserlebnisse für alle Beteiligten schaffe.

Forum für Lebens- und Glaubensfragen

Ebenfalls einen Zuschuss aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ für das Jahr 2016 bewilligte der KKR für das „Frühstückstreffen für Frauen“ in Greifswald. Die Unterstützung beläuft sich wie im Vorjahr auf 400 Euro. Dem KKR lag ein entsprechender Antrag des „Frühstückstreffen für Frauen in Deutschland“ e. V. vor, in dem sich der Verein auch für die Unterstützung im Vorjahr bedankte. Am Greifswalder „Frühstückstreffen für Frauen“ im Februar, zu dem die Theologin und Autorin Astrid Eichler als Referentin eingeladen war, seien 220 Teilnehmerinnen erschienen, hieß es in dem Schreiben. Die Veranstaltungen des „Frühstückstreffen für Frauen in Deutschland“ e. V. sind ein Forum für Lebens-und Glaubensfragen. Die lokalen Veranstaltungen werden von Frauen aus der Region vor Ort auf ehrenamtlicher Basis organisiert und gestaltet.

Spiritueller Sommer in Pommern

Ein weiterer Tagungsordnungspunkt waren die Planungen zum „Spirituellen Sommer 2016“. Dabei handelt es sich um ein Projekt im Rahmen der „Weiterentwicklung kirchlicher Arbeit im Tourismus“, einer Projektstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Nordkirche. Für den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis hat sich daraus in der Propstei Demmin und in der Propstei Pasewalk ein konkretes Vorhaben in der Region entlang des Pilgerweges von Swinemünde bis Greifswald ergeben. „Der Wunsch nach Stille, nach dem Zu-sich-kommen und nach spiritueller Erfahrung innerhalb und außerhalb religiöser Gemeinschaften, gewinnt für die Menschen immer mehr an Bedeutung und ist Ausdruck einer Suche nach Orientierung und Lebenssinn“, hieß es in der Beschlussvorlage. „Das Projekt ‚Spiritueller Sommer‘ möchte Antworten auf diese Fragestellungen aufzeigen.“ Als Teil des Projekts sind beispielsweise Führungen, Gebete, Gespräche, Kreatives Gestalten, Lesungen und spirituelle Wanderungen geplant. Der Kirchenkreisrat beschloss, einen Antrag an die Stelle „Weiterentwicklung kirchlicher Arbeit im Tourismus“ auf Übernahme der Projektkosten zu stellen.

Berufungen in den Ausschuss für die Arbeit mit Frauen

Der Ausschuss für die Arbeit mit Frauen, ein gemeinsames Gremium für die Begleitung der ehrenamtlichen Frauenarbeit im Sprengel Mecklenburg und Pommern, bat den KKR, Hannelore Zimmermann für die Propstei Pasewalk, Antje Heinrich-Sellering für die Propstei Demmin und Sylvia Giesecke für die Propstei Stralsund in den Ausschuss zu berufen. Der Kirchenkreisrat kam der Bitte nach und berief die drei Frauen in das Gremium. Zugleich bedankte sich der KKR bei allen in der ehrenamtlichen Frauenarbeit Tätigen für ihr enormes Engagement, ohne das ein funktionierendes Gemeindeleben nicht denkbar sei.

Planungen zum Reformations-Jubiläum

Als Gast der KKR-Sitzung informierte Pastor Matthias Bartels, Leiter des Regionalzentrums kirchlicher Dienste in Greifswald und Mitglied des Sprengelbeirat für das Reformationsjubiläum sowie der Vorbereitungsgruppe in Greifswald, die Ratsmitglieder über die Planungen für das Jubiläumsjahr im Sprengel Mecklenburg und Pommern sowie im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Neben einer Vielzahl von Gottesdiensten, Reformationsempfängen und thematischen Projekten nannte Matthias Bartels drei Schwerpunkte: Die Reise des Nordkirchenschiffs im Sommer 2017 mit Start in Stralsund, ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Künstler Horst Wackerbarth in der Stralsunder Jakobikirche und die Veranstaltungsreihe in Greifswald, zu der beispielsweise der Ökumenische Kirchentag und die Ausstellung „Luthers Norden“ zählen. Die Fülle der geplanten Veranstaltungen und die Beteiligung an den Vorbereitungen seien enorm. Die Akteure kämen neben der Kirche aus zahlreichen Bereichen, unter anderem aus Kommunen, Museen, Schulen und Hochschulen, so Matthias Bartels, der die Kirchengemeinden im Kirchenkreis dazu aufrief, für Projekte zum Reformationsjubiläum Förderanträge beim Vergabeausschuss zu stellen.

Frauen schreiben Reformationsgeschichte

Der Kirchenkreisrat äußerte sich beindruckt von der Zahl und Vielfalt der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum. In dem sich an den Bericht anschließenden Gespräch tauschten sich die Ratsmitglieder über die vorgestellten Planungen aus und nannten weitere Projekte. So berichtete beispielsweise Gerd Albrecht über die Pläne in Barth, in deren Mittelpunkt unter anderem die Fragestellungen stehen, wie die Reformation in Pommern aufgenommen wurde und wie sie den Buchdruck beeinflusste. Matthias Jehsert wies auf die Evangelische Grundschule in Tantow hin, die ein ganzes Themenjahr zur Reformation plane und Sylvia Giesecke erinnerte an die Wanderausstellung „... von gar nicht  abschätzbarer Bedeutung - Frauen schreiben Reformationsgeschichte“, die im Herbst 2017 im Greifswalder Dom gezeigt werde.

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Personalfragen, mit Sanierungs- und Bauvorhaben, mit Anträgen an den Denkmalfonds und den Gutachterfonds der Nordkirche für das Jahr 2016, mit dem Geschäftsverteilungsplan des Kirchenkreisamts sowie mit der Finanzsituation des Kirchenkreises und einzelner Kirchengemeinden. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrates findet am 12. April 2016 statt.
Quelle: PEK (sk)