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Pommersche Landessynode begonnen

Kirchenleitung befaßte sich mit Zukunftsfragen

11.11.2011 | Greifswald (rn). Die vorletzte Tagung der Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche wurde am Freitagnachmittag (11. November) in Züssow begonnen.

Zu Beginn der dreitägigen Zusammenkunft hat die Kirchenleitung der Pommerschen Evangelischen Kirche den 69 Mitgliedern ihren letzten Jahresbericht vor der Fusion zur Nordkirche vorgelegt.

Die Kirchenleitung hat sich in fast jeder Sitzung intensiv mit den Vorbereitungen für die Nordkirche und den künftigen Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis befaßt. Hier standen die Entwürfe für die Kirchenkreisordnung und die Finanzsatzung sowie das Wahlgesetz für die Kreissynode sowie das Regionalzentrum kirchlicher Dienste im Mittelpunkt.

Ein besonderer Schwerpunkt war der Beteiligungsprozeß in der Landeskirche für die Nordkirche und den künftigen Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK). Damit wird das Kürzel PEK, das bisher für „Pommersche Evangelische Kirche“ steht, in die künftige Gestalt der Landeskirche als Kirchenkreis übernommen.
Im Beteiligungsprozeß für den PEK wurden 40 Einzelanträge in insgesamt 10 Stellungnahmen von Kreissynoden, Gemeindegliedern, Pommerschem Pfarrverein, Pfarrerinnen und Pfarrern sowie von der Diakonischen Konferenz eingereicht.
Die Kirchenkreisordnung soll zunächst als "Vorläufige Kirchenkreisordnung" für den Kirchenkreis Pommern von der jetzigen Landessynode in Kraft gesetzt werden. Damit soll verdeutlicht werden, daß einerseits die Kompetenz zur Satzungsgebung künftig bei der Pommerschen Kreissynode liegen wird, andererseits eine Kirchenkreisordnung aber schon mit Entstehen des neuen Kirchenkreises erforderlich ist, um mit arbeitsfähigen Strukturen zu starten. Die Bezeichnung als „vorläufig“ trägt auch dem Umstand Rechnung, daß der Verfassungsprozeß der Nordkirche noch nicht abgeschlossen ist und sich somit auch die Grundlage der Satzung noch verändern kann.

Durch die Fusion wird auch die Finanzstruktur gravierende Veränderungen erfahren. Betrug bisher der Anteil der Kirchensteuern an den Einnahmen der Pommerschen Evangelischen Kirche nur rund 40%, wird innerhalb der Nordkirche die Kirchensteuer ca. 90% der Einnahmen ausmachen. Daraus ergibt sich eine stärkere Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung, was wiederum Folgen für Art und Umfang der durch den zukünftigen Kirchenkreis und die Kirchengemeinden vorzunehmenden Einnahmeschwankungsvorsorge haben wird. Insgesamt wird dem zukünftigen Pommerschen Ev. Kirchenkreis ein Betrag in Höhe von ca. 13,5 Mio. € zur Verfügung stehen, was etwa zwei Mio. € mehr sind als das, was bisher die Pommersche Evangelische Kirche als Einnahmen zur Verfügung hatte.

Die Kirchenleitung berief den jetzigen Finanzreferenten, Kirchenverwaltungsrat Hartmut Dobbe (39), zum Leiter des Pommerschen Kirchenkreisamtes und Konsistorialrat Pfr. Matthias Bartels (47) als Leiter des Regionalzentrums kirchlicher Dienste in Greifswald mit Sitz am Karl-Marx-Platz 15. Dieses Haus, so beschloß die Kirchenleitung, soll für diese Aufgabe umfassend saniert werden. Es ist inzwischen leergezogen worden und der Beginn der Bauarbeiten steht an. Damit wird in Greifswald an stadtprägender Stelle ein großes Gebäude saniert.

Zum festen jährlichen Termin der Kirchenleitung gehört das Gespräch mit der Landesregierung. In diesem Jahr standen die Entwicklung des ländlichen Raumes in Mecklenburg-Vorpommern, Werte- und Bildungsfragen, die Zusammenarbeit von Kirche und Schule sowie der Rechtsextremismus auf der Tagesordnung.
Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit erinnerte dabei an die gemeinsame Verantwortung im Bildungsbereich. „Die geistigen Grundlagen allgemeiner, freier und gleicher Bildung lägen im jüdisch-christlichen Menschenbild. Die Kirchen leisteten mit ihren Kindertagesstätten, Schulen und durch ihre Mitwirkung im öffentlichen Bildungssystem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung junger Menschen und zur Entwicklung unserer Gesellschaft,“ sagte Abromeit.

Ein immer wiederkehrender Schwerpunkt von Beratungen, Besuchen und Begegnungen bildeten die Partnerschaftskontakte mit Kirchen in den USA, Schweden sowie Tansania und Südafrika. Hierbei wurde der 1. Ökumenische Kirchentag in Vorpommern Anfang September 2011 als besonderer Höhepunkt bewertet. Die Ratifizierung von Partnerschaftsverträgen mit Kirchen in Tansania und Schweden steht auf der Agenda dieser Landessynode.

Weiterhin nahm die Kirchenleitung zahlreiche Personalentscheidungen vor. So wurde zuletzt die Ueckermünder Pastorin Susanne Leder als Gehörlosenpastorin berufen. Ihre Einführung in die Stelle wird am 4. Dezember um 14 Uhr in Pasewalk stattfinden.

Der Bericht im Worlaut