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Pommersche Landessynode – Bericht des Bischofs

„Bischofsdienst ist in erster Linie Predigtdienst“

12.11.2011 | Greifswald (rn). „Bischofsdienst ist in erste Linie Predigtdienst“, sagte der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit am Sonnabendvormittag (12.11.2011) auf der Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche in Züssow. Auf der vorletzten Tagung der pommerschen Landessynode gab der Bischof einen Bericht über zehn Jahre Arbeit im bischöflichen Amt.

Der pommersche Bischof schaute in seinem Bericht auf die finanzielle Krise der Landeskirche 2003/04 zurück, als durch den diakonischen Wichern-Verein auch die Landeskirche in eine Schieflage zu geraten drohte. Doch sei „innerhalb weniger Jahre eine Sanierung der Finanzen gelungen, sodass wir heute durchaus wieder Gestaltungsspielraum für das kirchliche Leben gewonnen haben,“ sagte der Bischof vor den 68 Synodalen.

In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Abromeit auch an den Leitbildprozeß, der mit dem „Pommerschen Perspektivplan“ eine breite Wirkung in Gemeinden, Diensten und Werken gezeigt habe. Darin heiße es: „Die Gemeinden der Pommerschen Evangelischen Kirche verstehen den Gottesdienst als Herzstück ihres Lebens. So beweisen es Sonntag für Sonntag die über 250 in Vorpommern gefeierten Gottesdienste. Eine auch nur annähernd vergleichbare Veranstaltungsdichte gibt es in unserm Land nicht.“

Ein besonderer Schwerpunkt habe in seiner Arbeit auf dem Bildungsbereich gelegen. Für die innerkirchliche Bildung und die gesellschaftliche Bildungsmitverantwortung habe er sich besonders eingesetzt, sagte der Bischof.

Ein Bereich, der ihm besonders am Herzen gelegen habe, seien die Ordinationen gewesen: „Es gehört für mich zu dem Bewegendsten meines Dienstes wahrzunehmen, mit welcher Offenheit und Ehrlichkeit, aber auch mit welch großer Leidenschaft die jungen Theologinnen und Theologen auf der Suche nach authentischem geistlichen Leben sind.“ In den zehn Jahren seines Dienstes hat er 47 Pastorinnen und Pastoren ordiniert und damit ca. ein Drittel der jetzt tätigen Theologen.

Im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorsitzender der Kirchenleitung sagte der Bischof, dass ihn drei strategische Fragen durchgehend beschäftigt hätten: Wie man zu einer Kirchengestalt für die Landeskirche komme könne, die auch langfristig die Strukturdebatten beende – was man tun müsse, „um die Gemeinden als Urzelle der Kirche“ zu stärken und welchen Beitrag die Kirche für die Gesellschaft leisten könne.

Dr. Abromeit stellte in seinem Bericht eine „geistlich-persönliche Frage“ an die Synodalen, ob es gewünscht werde, daß er auch nach Ende seiner bisherigen Amtszeit als Bischof im Sprengel Mecklenburg-Vorpommern für den Übergangszeitraum bis 2018 zur Verfügung stehen solle. Die Amtszeit des mecklenburgischen Landesbischofs Dr. Andreas von Maltzahn endet 2018. Danach soll es nur einen Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche geben, der seinen Sitz in Greifswald haben wird. Über diese Frage wird die Synode vermutlich am Sonntag abstimmen.

Der Bericht im Wortlaut