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Keine Schnäppchen, aber Investitionen in eine gerechtere Welt!

Fairer Handel

Was ist Fairer Handel? 

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.
Für die Produzentinnen und Produzenten, die meist in Genossenschaften oder Kleinbauernorganisationen organisiert sind, bedeutet dies konkret:
  • langfristige Handelsbeziehungen werden aufgebaut und stärken die Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Händlern;
  • ein garantierter Mindestpreis für die Produkte, der die Produktions- und Lebenshaltungskosten deckt;
  • ein Aufschlag, die so genannte Fairtrade-Prämie, der die Finanzierung von Gemeinschaftseinrichtungen (soziale Projekte, Schulen, Weiterbildung, Krankenstationen, etc.) ermöglicht. Über die Verwendung entscheidet die Kooperative selbst.
Der Faire Handel fördert eine umweltgerechte Produktion. Dies schützt sowohl die Gesundheit von Verbrauchern in Deutschland als auch die der Produzenten in Übersee. Die Umstellung auf einen Anbau nach Kriterien des ökologischen Landbaus wird durch Beratung unterstützt und begleitet. Produkte des Fairen Handels sind aber nicht automatisch bio-zertifiziert!

Welche Produkte aus Fairem Handel gibt es?

Die Produktpalette des fairen Handels ist mittlerweile sehr umfangreich und wächst ständig weiter:
  • Lebens- und Genussmittel (Kaffee, Tee, Süßwaren, Reis, Saucen, Gewürze, Saft, Wein, Chips, Früchte …)
  • Kunsthandwerk (Geschirr, Schmuck, Kerzen, Gläser)
  • Kosmetik (Seifen, Cremes, Duftöle)
  • Musikinstrumente (z. B. Trommeln, Rasseln, Flöten)
  • Textilien (z. B. Tischdecken, Kleidung, Taschen)
  • Sportbälle
  • Schreibwaren
  • Schnittblumen
Wo kann ich die Produkte kaufen?

Für eine breite Auswahl an fair gehandelten Produkten und fachliche Beratung sind Weltläden und andere Fachgeschäfte die beste Anlaufstelle. Fair gehandelte Lebensmittel gibt es in Naturkostgeschäften, Reformhäusern, sowie vielen Supermärkten und Discountern, teilweise als Eigenmarken. Erkennungszeichen ist hier immer das internationale Fairtrade-Siegel. Auch Schnittblumen aus fairer Produktion sind in bestimmten Supermärkten und Tankstellen erhältlich – erkennbar am Fairtrade-Label.

Natürlich sind alle Waren auch über das Internet erhältlich. Gerade im Textilbereich gibt es unzählige kleine Firmen, die faire Kleidung ausschließlich online anbieten. Es gibt Versandhäuser, die nur fair gehandelte Waren vertreiben. Außerdem bieten die 100% Fair-Handels-Organisationen wie GEPA, El Puente und DWP eigene Online-Shops an (z. B. www.gepa-shop.de; www.dwp-rv.de/cm/, www.el-puente.de/). Bei größeren Mengen ist auch eine Direktbestellung möglich. GEPA als größte Fair-Handels-Organisation hat mehrere regionale Verkaufsstellen, die für Endverbraucher und Wiederverkäufer geöffnet sind.

Woran erkenne ich fair gehandelte Produkte?

Fairtrade-Siegel
In der Regel sind fair gehandelte Produkte am Fairtrade-Siegel zu erkennen. Dieses wird nach bestimmten Kriterien vergeben. Es wird regelmäßig überprüft, ob die Produzenten die Kriterien

Firmen-Logo der Fairhändler
Für manche Produkte, vor allem im Handwerksbereich, sind noch keine Kriterien für fairen Handel festgelegt. Diese haben deshalb kein Siegel. Die großen deutschen Fair-Handels-Organisationen wie GEPA, El Puente und DWP vertreiben ausschließlich Produkte, die nach den Kriterien des fairen Handels importiert wurden – ob mit oder ohne Fairtrade-Siegel.

Möglichkeiten für Kirchengemeinden, sich für fairen Handel zu engagieren:
  • Thematischer Gemeindeabend zum Fairen Handel
  • Beschluss der Gemeinde, bei Veranstaltungen fair gehandelten Kaffee und Tee zu nutzen
  • Ausleihe der Ausstellung zum Fairen Handel
  • Aktionsgruppe für Fairen Handel gründen
  • Andachten und Gottesdienste zum Fairen Handel
  • Konfirmandenprojekt
  • Zusammenarbeit mit Weltläden, z.B. Weltladenstand beim Gemeindefest
  • eine Faire Kiste betreiben
Projekt: Faire Kiste in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen

Faire Kiste
In einigen Kirchengemeinden und Einrichtungen, wie dem Zentrum Kirchlicher Dienste Rostock, dem Haus der Kirche Güstrow, der Innenstadtgemeinde Rostock und kirchlichen Bildungsträgern wie der Evangelischen Akademie und dem Frauenwerk der Nordkirche wird seit längerer Zeit mit guten Erfahrungen eine Faire Kiste genutzt, um Gästen bzw. Teilnehmenden an Veranstaltungen Waren aus Fairem Handel anzubieten. Dabei geht es z.B. um Schokolade, getrocknete Mangos, Tee, Kaffee, Nüsse und Kekse.

Die Idee, die dahinter steht, ist einfach:

Ein Weltladen ist oft sehr weit entfernt oder nicht im Blick. Durch das Angebot von fair gehandelten Waren bei Tagungen, Gemeindefesten, regelmäßig nach Gottesdiensten oder zur Versorgung bei Sitzungen werden Menschen angeregt, sich mit dem Thema Gerechtigkeit im Welthandel auseinanderzusetzen, sich über Wirkungen und Ziele des Fairen Handels zu informieren und einfach einmal fair gehandelte Waren zu probieren.
Die zusammensteckbare Faire Kiste bietet eine sehr gute Möglichkeit, das Warensortiment ansprechend zu präsentieren bzw. zu transportieren.

Die entsprechenden Waren können beim nächsten Weltladen oder übers Internet bei der GEPA besorgt werden. Bei den Weltläden ist das in der Regel auf Kommissionsbasis möglich.

Eine Faire Kiste mit hinweisenden Aufstellern, einer kleinen Kasse und Info-Material zum Fairen Handel kann in der Ökumenischen Arbeitsstelle für 20 Euro bezogen werden.

Gern kommen wir auch zu einer Veranstaltung zum Fairen Handel in Ihre Kirchengemeinde!