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Plattdeutsch in der Nordkirche: "Niederdeutsche Sprache als verbindendes Element pflegen"

 

Ratzeburg (nr). "Die plattdeutsche Sprache muss als verbindendes Element auch in der zukünftigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) erhalten und gepflegt werden." Das haben die Arbeitskreise für Plattdeutsch der drei zu Pfingsten 2012 fusionierenden Kirchen auf einer gemeinsamen Arbeitstagung im Pastoralkolleg in Ratzeburg gefordert.

 

In einer Erklärung vom Wochenende (14. Januar) setzten sie sich für die Einrichtung eines plattdeutschen Zentrums ein. Dafür müsse eine Pfarrstelle eingerichtet werden, sagte der Öllermann des Plattdüütsch Krink in de Kark Nordelbiens, Pastor Peter Schuchardt.

 

"Die Verkündigung in plattdeutscher Sprache ist das große verbindende Element zwischen unseren drei Kirchen. Sie erinnert an die Verbundenheit in der Vergangenheit, als Niederdeutsch die Umgangs- und Verkehrssprache war." Schuchardt verwies unter anderem auf die vollständige Bibelübersetzung von Johannes Bugenhagen, die ein Meilenstein der plattdeutschen Literatur sei. "Die drei Arbeitskreise sind sich einig darüber, dass die Sprache in der zukünftigen Nordkirche einen hohen Stellenwert haben und in besonderer Weise gefördert und unterstützt werden muss, sagte Schuchardt. Ein sichtbares Zeichen für den hohen verbindenden Stellenwert sei es deshalb nach Auffassung der Arbeitskreise, wenn im feierlichen Eröffnungsgottesdienst der Nordkirche am Pfingstsonntag im Ratzeburger Dom ein plattdeutsches Element eingebaut würde.

 

Der Gottesdienst wird am Pfingstsonntag live vom NDR in der ARD übertragen.

 

Der Bischofsbevollmächtigte im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, unterstützt das Engagement der Plattdeutschen. In einer Diskussionsrunde zum Abschluss der einwöchigen Tagung der Arbeitskreise in Ratzeburg sagte er "Wir müssen die in den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern stark verankerte Sprache als Reichtum betrachten und uns überlegen, wie wir sie auch in der Zukunft nachhaltig pflegen. Gottesdienste auf Platt erfreuen sich eines großen Zuspruchs, auch in der Seelsorge erreichen wir so häufig Menschen sehr intensiv." Es sei zu prüfen, auf welche Weise die Sprache in dem neuen gemeinsamen Kirchengebiet wirkungsvoll gefördert werden könnte, so Magaard weiter.

 

Als geeignet hierfür sieht der Bischofsbevollmächtigte die Stärkung des jährlichen Plattdüütsch-Sündag an, wie er seit Jahrzehnten in Nordelbien und teilweise auch in Mecklenburg und Pommern gepflegt werde. "Wenn wir einmal im Jahr auf diese Weise das Bewusstsein für die zweite gesprochene Sprache in Norddeutschland noch weiter intensivieren, könnte es gelingen, die Gemeinschaft in der Nordkirche zu fördern und bei dem Zusammenwachsen unserer Kirchen zusätzlich Identität zu stiften", sagte Gothart Magaard.

 

Die Vorsitzenden der jeweiligen Arbeitskreise sind: für die mecklenburgische Kirche, Pastor Dr. Ulrich Palmer, für die Nordelbische Kirche Pastor Peter Schuchardt und für die pommersche Kirche Pastor Dietrich Lübbert. Die Verbindung zum zukünftigen Landeskirchenamt hat Oberkirchenrätin Kirsten Voss übernommen.

 

(16.01.2012) Quelle: Pressestelle Nordelbien

 


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