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Pfingstbotschaft von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit

Pfingsten fällt ein Vorschein des neuen Jerusalems in die Gegenwart

10.06.2011 | Greifswald (rn). Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit warnt in seiner Pfingstbotschaft vor einer zivilisatorischen Entwicklung, die ihren kritischen Punkt erreicht habe. „Der stete Fortschritt steht nicht automatisch unter dem Segen Gottes,“ sagt Dr. Abromeit und fragt, „ob Gott als der Herr der Geschichte uns durch die Wirtschaftskrise 2008 und 2009 nicht etwas sagen wollte? Ist Fukushima nicht ein großes Warnschild, das Gott vor uns hinpflanzt, um uns zu warnen – vielleicht letztmalig, bevor es zu einer absoluten Katastrophe kommt?“

In der biblischen Stadt Babel haben die Menschen damals einen bis zum Himmel reichenden Turm bauen wollen. Das sei die „Babel-Erfahrung“, des stetigen Fortschritts. „Technik ohne Begrenzung habe ein dämonisches Gefälle,“ stellt Dr. Abromeit fest. „Babel ist die Welt, in der Gott überflüssig ist, weil der Mensch meint, alles zum Leben Notwendige selber machen zu können.

Aber Gott halte sich nicht von Babel und nicht von uns selbst fern. „In Jesus Christus hat sich Gott sogar in Babel niedergelassen.“ Pfingsten zeige an, dass Babel noch nicht ganz verloren sei, sagt der Greifswalder Bischof.

Allen Menschen, die sich auf Jesus Christus einlassen, eröffne sich ein ganz neues Verständnis der Gegenwart. „In der Gewissheit des kommenden Jerusalems können wir auch unsere nötigen Bauvorhaben ausführen. Dann werden unsere Häuser, die privaten und die kirchlichen, zwar etwas kleiner, weil die babylonischen Türmchen fehlen, aber dafür haben wir mehr Zeit, um uns um die Menschen zu kümmern, die unser Verständnis brauchen. Dass auch von diesem Pfingstfest der Geist des gegenwärtigen Verständnisses ausgehe, dazu helfe uns der Geist Jesu Christi.“