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Partnerkirchenkonsultation der Nordkirche eröffnet

Globale Probleme brauchen gemeinsames Engagement der Kirchen

Gäste und Gastgeber der Partnerschaftskonsultation bei der Eröffnungsveranstaltung
13.09.2015 ǀ Hamburg.  Zur Eröffnung der Partnerkirchenkonsultation der Nordkirche haben die eingeladenen Kirchenvertreter dafür plädiert, gemeinsam mehr Verantwortung für die Lösung globaler Probleme zu übernehmen.

„Wir spüren, dass diese globalisierte Welt einen gemeinsamen Aufbruch der weltweiten Christenheit braucht, denn wir suchen Gerechtigkeit gegenüber unserer bedrohten Schöpfung, gegenüber den Menschen, die Hunger und Krieg in die Flucht getrieben haben, gegenüber den Generationen, die uns nachfolgen. Das ist eine gemeinsame Aufgabe, die uns verbindet“, sagte Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein im Namen der Nordkirche zur Begrüßung in Hamburg.
 
„Es ist beschämend, wie die britische Regierung sich in den letzten Monaten in der Flüchtlingskrise verhalten hat. Hier können wir als Kirchen starke Netzwerke bilden und eine Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit sein“, meinte zum Beispiel Kate Boardman aus der Diözese Durham der Kirche von England. „Unser Land ist plötzlich zu einem Ziel für Flüchtlinge geworden, damit hätte ich niemals gerechnet, und wir können jetzt viel von unseren Partnern lernen, die hier schon mehr Erfahrungen haben“, berichtete auch Oskars Smoļaks von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands. „In Afrika gehen wir als Kirche oft ein Risiko ein, Gerechtigkeitsfragen zu thematisieren. Wir brauchen Partner“, erläutert der Generalsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Demokratischen Republik im Kongo, Ilunga Nkasa Talwa, zum Auftakt.
 
Am Samstag (12. September) ist die Konsultation mit rund 60 Delegierten aus fast allen weltweiten Partnerkirchen und Partnerdiözesen der Nordkirche eröffnet worden. Die zehntägige Konferenz steht unter dem Motto „Gemeinsam den Weg der Gerechtigkeit gehen“. Auf dem Programm der Konsultation stehen vor allem die Themen Armut und soziale Ausgrenzung, Fragen zur Klimagerechtigkeit und die Flüchtlingsthematik.

Gruppen in den Kirchenkreisen unterwegs

Bis Mittwoch (16. September) werden die Delegierten in Gruppen vier Tage lang in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sein. Vor Ort wollen sie sich darüber informieren, wo sich die Nordkirche für mehr Gerechtigkeit engagiert: Sie werden eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge besuchen (Kirchenkreis Altholstein/14. September), das AKW Brunsbüttel und Windkraftanlagen in St. Michaelisdonn (Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf/15. September), landwirtschaftliche Betriebe (Kirchenkreis Schleswig-Flensburg, Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde und Kirchenkreis Mecklenburg/14. September.) sowie interreligiöse Projekte in Stadtteilen (Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein/14. September).

Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis (PEK) erwartet fünf internationale Gäste. Hier konzentriert sich das Programm auf die Herausforderungen des demografischen Wandels, die Aufgaben und Möglichkeiten von Kirche in einem Flächenland sowie auf Fragen gesellschaftlicher Teilhabe. Die Gäste werden dazu in Stralsund und Umgebung eine Stadtgemeinde, eine Dorfgemeinde und eine Kleinstadtgemeinde besuchen, an Gottesdiensten teilnehmen und zahlreiche Projekte kennenlernen. Über die Höhepunkte des "Exposure-Programms“ im PEK werden wir Sie tagesaktuell im Blog informieren.
 
Anschließend findet vom 16. bis 19. September eine Klausurtagung im nordfriesischen Breklum statt. Dort werden die Erfahrungen und Perspektiven aller teilnehmenden Kirchen gebündelt. Am 20. September endet die Konsultation mit einem Festgottesdienst in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis.
Quelle: Nordkirche/kmv