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Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit. Foto: Sonnenscheinfoto

Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit zum Palästinakonflikt

 

Frieden – ein frommer Wunsch für Israelis und Palästinenser?

 

Greifswald (hja). Im Dezember 2009 haben die führenden christlichen Theologen unter den Palästinensern einen Schrei um Hilfe an die internationale Gemeinschaft, die Kirchen der Welt, an die Führer des palästinensischen Volkes und die Israelis gerichtet, Wege aus der Spirale der Gewalt zu suchen. Leider scheint dieser Aufruf ohne Echo zu bleiben. Weder die deutsche Regierung noch die internationale Gemeinschaft ist offensichtlich bereit, Druck nicht nur auf die Palästinenser, sondern auch auf Israel auszuüben, diesen selbstzerstörerischen Weg zu verlassen.

 

Im Land der Bibel ist der Schrecken tägliche Realität. Durch drei Reisen, die mich im Jahr 2009 nach Israel und Palästina geführt haben, bin ich aufs Neue mit der Situation der Menschen dort konfrontiert worden. Ein Jahr nach dem Gaza-Krieg ist das Leben in den palästinensischen Gebieten ein Leben in einem Freiluftgefängnis. Die acht Meter hohe Mauer, mit der z.B. Bethlehem durch den Staat Israel von dem Umland abgetrennt worden ist, zerstört die wirtschaftliche Grundlage des Lebens für die Palästinenser, schneidet sie von der notwendigen medizinischen Versorgung ab, trennt Familien, demütigt täglich die Menschen durch israelische Kontrollposten und schränkt auch die Religionsfreiheit ein. Das Leben im Gaza-Streifen ist gänzlich unerträglich. Die Weltöffentlichkeit hat sich an diesen Skandal gewöhnt.

 

Wer die Verheißung der Engel auf den Feldern Bethlehems vor 2000 Jahren ernst nimmt, die vom „Frieden auf Erden“ gesungen haben, kann gegenwärtig nur in tiefer Sorge Zuflucht zu Gott suchen, für ein Ende der Gewalt beten und die Friedenskräfte auf beiden Seiten des Konfliktes solidarisch unterstützen. Wir werden dabei unsere christlichen Geschwister nicht vergessen. (1.1.2010)

 

Wortlaut des Aufrufes (180 KB)


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