Bericht aus der Kirchenleitungssitzung der Pommerschen Evangelischen Kirche
Greifswald (ta). Der Bericht der Kirchenleitungssitzung der Pommerschen Evangelischen Kirche vom 15.12.2006:
Am 15. Dezember war die Kirchenleitung zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr zusammengekommen. An den Bericht des Bischofs, in dem er über seine Arbeit zwischen den Tagungen der Kirchenleitung Auskunft gibt, schloss sich zunächst eine längere Diskussion über das Verhältnis zur mecklenburgischen Kirche an. Dabei kam zur Sprache, dass es nach wie vor Irritationen gibt. Nun soll alles unternommen werden, um diese Schwierigkeiten bis zum Frühjahr auszuräumen. Auf die Bereitschaft beider Synoden zu einem gemeinsamen Weg wurde noch einmal ausdrücklich verwiesen.
Außerdem legte das Konsistorium der Kirchenleitung einen ersten Zwischenbericht über mögliche Konsequenzen eines Beitritts zur Berlin-brandenburgischen Kirche vor. Dabei wurden anhand von Gegenüberstellungen die finanziellen und rechtlichen Auswirkungen aufgezeigt. Hier ist noch Weiterarbeit nötig, anhand der jetzt vorgelegten vorläufigen Angaben, konnte es zu keiner abschließenden Beurteilung kommen.
Die Kirchenleitung stimmte auch einer Veränderung der gemeindepädagogischen Ausbildung in Ostdeutschland zu. Demnach soll ein Konzept für eine einheitliche Aus- und Weiterbildung erarbeitet werden und die Ausbildung nach einem so genannten Modulsystem aufgebaut werden, das während des Studiums den Wechsel zwischen den Einrichtungen einfacher macht.
Auch die Rechnungsprüfung soll innerhalb der Pommerschen Kirche künftig vereinfacht werden. Die Prüfung der Gemeindekassen durch ehrenamtliche Synodalrechner auf kreiskirchlicher Ebene reicht nicht aus. So sollen die Kassen der einzelnen Gemeinden künftig zusätzlich in einem Abstand von fünf Jahren vom Rechnungsprüfungsamt der Landeskirche geprüft werden.
Die Kirchenleitung ließ sich auch über die Kirchensteuerentwicklung der Jahre 1998 bis 2003 unterrichten. Im Wesentlichen war dabei ein Zuwachs an Einnahmen um etwa 260 000 Euro zu verzeichnen bei einem gleichzeitigen Rückgang der Steuerzahler um etwa 8000 Personen. In diesem Zusammenhang wurde auch festgestellt, dass lediglich 4,54 Prozent der Kirchensteuerzahler 61,2 Prozent der Einnahmen aufbringen.
Weiterhin gab die Kirchenleitung grünes Licht für ein missionarisches Projekt in der Kirchengemeinde Bergen/Rügen, das gemeinsam mit der Landeskirche und dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Theologischen Fakultät Greifswald durchgeführt werden soll. Unter dem Titel „Neue kirchliche Perspektiven in schwierigen Lebensfeldern“ soll in Bergen- Rotensee, einem DDR Neubaugebiet, nach neuen Strategien für die kirchliche Arbeit, verbunden mit einer klaren missionarischen Wendung nach außen, gesucht werden. Die Arbeit soll von einem Team von Ehren- und Hauptamtlichen geleistet werden. Dazu gehört auch ein Pfarrer oder eine Pfarrerin im Entsendungsdienst.
Auf der Tagesordnung stand auch die Weiterarbeit am Entwurf für den Rahmenvertrag mit der mecklenburgischen Kirche. Hier stehen noch wenige redaktionelle Änderungen aus, bei denen bisher keine Einigung erzielt werden konnte. Der mecklenburgischen Kirche soll deshalb der Vorschlag unterbreitet werden, dies auf einer gemeinsamen Sitzung der beiden Kirchenleitungen im kommenden Frühjahr endgültig zu klären.
Zugestimmt wurde einem Gesetzesentwurf der EKD zur Kirchenmitgliedschaft in besonderen Fällen. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, einer Kirchengemeinde in einer anderen Landeskirche anzugehören, als die, auf deren Territorium man wohnt.
Dr. Uwe Weise, Assistent an der Theologischen Fakultät Greifswald, wurde neu in den Arbeitskreis Gleichstellung der Landeskirche berufen. Konsistorialpräsident Peter von Loeper wurde in den Verwaltungsrat der Johanna-Odebrecht -Stiftung, Greifswald und in das Kuratorium des Evangelischen Diakoniewerkes-Bethanien, Ducherow entsandt.
Schließlich beschäftigte sich die Kirchenleitung mit der kürzlich erschienenen „Bibel in gerechter Sprache“. Dabei kam das Für und Wider dieses Übersetzungsversuches zur Sprache. Weiterer Handlungsbedarf wurde nicht gesehen, da laut gültiger Lebensordnung in der Pommerschen Evangelischen Kirche die Bibel in der Lutherübersetzung zur Verwendung im Gottesdienst eingeführt sei. Im März wird es eine Veranstaltung zur „Bibel in gerechter Sprache“ im Barther Bibelzentrums geben. Viele der Kirchenleitungsmitglieder sprachen sich anhand des dort geplanten Programms allerdings dafür aus, dass es in der Pommerschen Kirche auch eine Veranstaltung geben sollte, auf der die kritischen Stimmen gegenüber dieser Bibel zu Wort kommen könnten.
Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit dankte den Mitgliedern der Kirchenleitung ausdrücklich für ihre im Jahr 2006 geleistet Arbeit. Das Gremium wird das nächste Mal am 12. Januar 2007 zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Dazu werden auch der Berlin-brandenburgische Bischof Huber und der dortige Konsistorialpräsident Seelemann erwartet.
Torsten Amling
(18.12.2006) 
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