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Nordkirche rechnet 2016 mit steigenden Einnahmen

Landessynode berät Haushalt in Lübeck-Travemünde

19.11.2015 ǀ Lübeck-Travemünde.  Der Haushalt 2016 und mehrere Kirchengesetze stehen auf der Tagesordnung der Landessynode der Nordkirche, die ab Donnerstagmittag bis zum 21. November in Lübeck-Travemünde zusammenkommt. Insgesamt rechne die Nordkirche im kommenden Jahr mit 508,9 Millionen Euro. Davon sollen die Kirchenkreise mit 306,6 Millionen Euro den größten Anteil erhalten.

Nach dem Haushaltsentwurf 2016 werden die Einnahmen bei den Kirchensteuern im kommenden Jahr 467 Millionen Euro betragen. Gab es in 2014 noch 443 Millionen Euro Kirchensteuer-Einnahmen, so werden es Ende dieses Jahres 460 Millionen Euro sein. Auch für die nächsten Jahre wird mit stabilen Steuereinnahmen gerechnet. So sollen einer Prognose zufolge im Jahr 2017 rund 470 Millionen Euro Kirchensteuern fließen, 2018 könnten es 472 Millionen Euro und 2019 sogar 474 Millionen Euro sein. Danach werden die Einnahmen voraussichtlich sinken.

Finanzdezernent Rüdiger Pomrehn (55) mahnte trotz der Steuermehreinnahmen eine "nüchterne Betrachtung" des Haushalts an. Er verwies auf die Kostenseite der Nordkirche mit ihren über 1.000 Gemeinden in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. So seien die Personalkosten in vergangenen Jahren deutlich gestiegen, im vergangenen Jahr im Schnitt um drei Prozent. Die Personalkosten sind in der Kirche der mit Abstand größte Ausgabenposten.

Ab 2020 weniger Einnahmen

Auch aufgrund der rückläufigen Mitgliederzahl könnte es ab 2020 eine Wende mit weniger Einnahmen bei den Kirchensteuern geben. Die Nordkirche hat derzeit 2.131.949 Kirchenmitglieder. Sie geben neun Prozent von ihrer Lohn- und Einkommensteuer an ihre Kirche. Läuft die Wirtschaft rund wie derzeit und hat der Staat gute Einnahmen durch die Lohn- und Einkommensteuer, geht es auch der Kirche finanziell gut. Gibt es einen Konjunkturknick nach unten, muss auch die Kirche mit weniger Geld rechnen.

Es fließen aber nicht nur Kirchensteuern in den Haushalt. Insgesamt kann die Nordkirche 2016 mit 508,9 Millionen Euro Einnahmen rechnen. Neben dem Kirchensteuernetto sind es beispielsweise der Finanzausgleich mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, der mit 8,5 Millionen Euro für die Nordkirche positiv zu Buche schlägt. Die Staatsleistungen von Mecklenburg-Vorpommern (15,1 Millionen Euro) und Schleswig-Holstein (13,1 Millionen Euro) gehören ebenfalls auf die Einnahmenseite.

Größter Anteil geht an die 13 Kirchenkreise

Bei der Verteilung der Gelder bekommen die Kirchenkreise - und somit auch die Gemeinden - mit 306,6 Millionen Euro den größten Anteil. 82,1 Millionen Euro sind für Versorgungsleistungen vorgesehen. Die sieben Hauptbereiche, in denen die gesamtkirchlichen Dienste geordnet sind, sollen 37,4 Millionen Euro erhalten, der Bereich Leitung und Verwaltung (Landessynode, Landeskirchenamt, Kirchenleitung) plant mit 30,6 Millionen Euro. Für gesamtkirchliche Aufgaben sind 22,3 Millionen Euro vorgesehen.

Der Kirchliche Entwicklungsdienst, der beispielsweise Projekte der Entwicklungshilfe oder der Flüchtlingsarbeit finanziert, soll 14,2 Millionen Euro bekommen. Pomrehn verwies darauf, dass die Nordkirche aus diesen Mitteln angesichts zunehmender Flüchtlingszahlen extra 3,25 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Mit dieser Finanzhilfe können in den Kirchenkreisen Flüchtlingsbeauftragte für zunächst fünf Jahre arbeiten.

"Der vorliegende Haushaltsentwurf zeigt, dass wir mit den uns anvertrauten Mitteln sehr verantwortungsvoll umgehen", sagte Andreas Tietze, Präses der Landessynode. Die Basis der Finanzierung kirchlicher Arbeit seien die Kirchensteuerzahlungen ihrer Mitglieder - "ihnen gilt unser Dank", sagte Tietze.
Quelle: epd/kmv
12. Tagung der I. Landessynode der Nordkirche