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Berichte aus den Sprengeln vor der Landessynode

Nordkirchen-Bischöfe ziehen vorläufige Bilanz - Reformationsjubiläum soll weiter wirken

Bischof Dr. Andreas von Maltzahn beim Sprengelbericht vor der Landessynode
29.09.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  Durch das Reformationsjubiläum 2017 sind nach Einschätzung des Schweriner Bischofs Andreas von Maltzahn Menschen aus Kunst und Kultur neu auf die Kirche aufmerksam geworden. Es müsse nach dem 31. Oktober überlegt werden, wie diese Kontakte fortgesetzt werden können, sagte von Maltzahn am Donnerstag auf der Landessynode (Kirchenparlament) in Lübeck-Travemünde. Offen sei noch, ob das Reformationsjubiläum auch geistlich nachwirke. Er wünsche sich, dass durch die theologische Beschäftigung mit Martin Luther die Bibel in den Gemeinden neu entdeckt werde.

Von den knapp 300 beantragten Reformationsprojekten hat die Nordkirche 214 Initiativen mit insgesamt rund 500.000 Euro bezuschusst. Nach den Worten des Schleswiger Bischofs Gothart Magaard ist das Reformationsjubiläum mehr als ein Rückblick auf ein historisches Ereignis. Es sei stattdessen ein "Erinnern für die Zukunft".

Anders als bei früheren Jubiläen werde das Reformationsjubiläum gemeinsam mit katholischen und dänischen Gemeinden gefeiert, sagte Magaard. Die Erwartung an das Reformationsjubiläum seien unterschiedlich. Einige Gemeinden wollten kreativ in die Gesellschaft hineinwirken. Manche würden damit die Hoffnung verbinden, der Kirche zu größerer theologischer Klarheit zu verhelfen.

Durch zahlreiche Anfragen außerhalb der Kirche habe sie erlebt, dass das Interesse an der Reformation groß sei, sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. Das betreffe sowohl die Person Martin Luther als auch die Bedeutung der Reformation für die heutige Zeit. Es gehe dabei um die Suche nach einer Kultur-Identität und nach aktuellen christlich-aufgeklärten Werten.

Es werde im Norden kein Luther-Jubiläum gefeiert, sagte der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Stattdessen werde auf die Breite der Reformation hingewiesen. Es sei die große Spanne zu spüren, die die Reformation ausmache. Abromeit: "Es war ein Luther ohne Goldrand - und das war auch richtig so." Zudem seien auch der norddeutsche Reformator Johannes Bugenhagen und die Frauen der Reformation bekannter geworden.
Quelle: epd