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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Kirchenasyl

Online-Adventskalender mit Fluchtgeschichten

01.12.2018 ǀ Hamburg.  Nordkirchen-Flüchtlingspastorin Dietlind Jochims hat mit ihrem Team einen besonderen Adventskalender zusammengestellt. Unter www.kirchenasyl-adventskalender.de öffnet sich vom 1. bis 24. Dezember täglich ein Türchen mit einer Geschichte von Menschen im Kirchenasyl. Geflüchtete, Gemeindemitglieder und Unterstützer erzählen aus ihren unterschiedlichen Perspektiven. "Was Kirchenasyl bedeutet, ist über Geschichten am besten zu verstehen", sagt Jochims. Sie hoffe, mit den Zeugnissen adventlich nachdenklich zu machen und zugleich Betroffene und Engagierte in ihrer Situation zu stärken.
Quelle: epd

Gemeinsame Konsultation

Nordkirche trifft polnische Partnerkirche in Danzig

27.11.2018 ǀ Schwerin/Danzig.  Vertreter der Nordkirche und der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen sind in Danzig zu dreitägigen Beratungen zusammen gekommen. Dabei erinnerte Landesbischof Gerhard Ulrich an die gemeinsame Verantwortung der Kirchen für ein friedliches Miteinander der Völker, wie die Nordkirche mitteilte. "Das ist umso wichtiger, als gegenwärtig auch in unseren Ländern wieder nationalistische Stimmen laut werden und die Idee eines vereinten, dem Frieden und der Demokratie verpflichteten Europas infrage stellen."

Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit betonte, beide Kirchen ließen sich "auch von zum Teil gegenläufigen Interessen aktueller Regierungen nicht auseinanderbringen". Auf dem Programm stehen Berichte über die Situation in den jeweiligen Partnerkirchen, gemeinsame Andachten und Gottesdienste. Außerdem besuchen die Teilnehmenden das erst vor kurzem eröffnete "Museum des Zweiten Weltkrieges" und sprechen mit Experten über die Lage der evangelischen Kirche in Polen unter der kommunistischen Verfolgung.

Gemeinsam mit den beiden leitenden Geistlichen sind auch die Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, Pastorin Christa Hunzinger, der Pastor der Ökumenischen Arbeitsstelle des Kirchenkreises Pommern, Matthias Tuve, sowie Mitglieder der Ersten Kirchenleitung der Nordkirche, des pommerschen Kirchenkreisrates und der deutsch-polnischen Arbeitsgruppe nach Danzig gereist.

Hintergrund

Die Partnerschaft zwischen der ehemaligen Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) und den Diözesen Wrocławska (Breslau) und Pomorsko-Wielkopolska (Pommern-Großpolen) der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen besteht seit vielen Jahren. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stand für die pommersche Kirche vor allem die Betreuung der im ehemaligen Hinterpommern und in Stettin verbliebenen deutschen Gemeindeglieder im Vordergrund. Darüber wurde regelmäßig auf den Tagungen der Landessynode berichtet. In den 1970er-Jahren erfuhren die Beziehungen neue Impulse. Dabei standen der Wunsch nach Versöhnung und die Förderung neuer, friedensstiftender Beziehungen zwischen beiden Völkern im Vordergrund.

Dieses Bemühen und die daraus erwachsenen Beziehungen wurden am 14. November 1999 durch einen Vertrag besiegelt. Die Kirchenpartnerschaft wird vor allem von den Gemeinden in Szczecin (Stettin), Koszalin (Köslin), Słupsk (Stolp) und Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) auf polnischer Seite und dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis auf Seite der Nordkirche gepflegt. Vertraglich festgelegt sind Treffen der Mitglieder der deutsch-polnischen Arbeitsgruppe halbjährlich und zwischen den Diözesanräten und der Kirchenleitung alle zwei Jahre.
Quelle: Nordkirche/epd

Gleichstellungsbeauftragter präsentiert Landessynode Daten

Die Nordkirche wird immer weiblicher

17.11.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Nordkirche ist auf dem Weg zur Gleichstellung. In den meisten Gremien sei mittlerweile annähernd eine gleiche Zahl von Männern und Frauen vertreten, sagte der Gleichstellungsbeauftragte Thomas Schollas am Sonnabend vor der Landessynode in Lübeck-Travemünde. Lediglich Pröpstinnen und Dezernentinnen seien vergleichsweise selten. Mit Ulrike Hillmann wurde am Donnerstag eine Frau an die Spitze des Kirchenparlaments gewählt. Im September gewann Kristina Kühnbaum-Schmidt die Wahl als neue Landesbischöfin.

Besonders augenfällig ist der Wandel in der Pastorenschaft. Lag der Anteil der Pastorinnen 2012 noch bei 39 Prozent, so ist er 2017 bereits auf 44 Prozent geklettert. Prognostiziert wird, dass im Jahre 2030 der Pastorinnen-Anteil bei über 60 Prozent liegen wird. Dies, so Schollas, werde das Berufsbild stark verändern.

Mit zwölf Pröpstinnen liegt ihr Anteil in der Nordkirche derzeit bei nur 34 Prozent. Im Landeskirchenamt ist mit Susanne Böhland nur eine Dezernentin tätig. Acht Dezernate werden von Männern geleitet. Mit Kirsten Fehrs und Kristina Kühnbaum-Schmidt sind zwei Frauen im fünfköpfigen Bischofskollegium vertreten. Im Bereich der Verwaltungsleitung hat sich der Frauenanteil seit 2012 verdoppelt und beträgt derzeit 31 Prozent.

In der neuen Landessynode liegt der Frauenanteil bei 42 Prozent, sieben Prozentpunkte höher als bei der vorherigen. In den meisten Parlamenten der Kirchenkreise sind Männer und Frauen gleich stark vertreten. In Dithmarschen liegt der Frauenanteil sogar bei 58 Prozent. In den Kirchenkreisen Pommern (30 Prozent) und Plön-Segeberg (37 Prozent) sind Frauen dagegen deutlich unterrepräsentiert. Im Durchschnitt liegt der Frauenanteil in den Kirchenkreissynoden bei 47 Prozent. In den Kirchengemeinderäten beträgt er 54 Prozent.

Schollas erinnerte daran, dass ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 neben Frauen und Männern ein drittes Geschlecht für das Personenregister gefordert hat. Dies verlange von der Nordkirche, "ein drittes Geschlecht zu denken". Konkret werde dies zu Veränderungen bei Taufurkunden, Trauformularen oder Stellenausschreibungen führen. Bei Jugendfreizeiten etwa müsse geklärt werden, wo diese Menschen schlafen und welche Toiletten sie benutzen sollen. Eine Synode soll sich 2019 mit dem Thema befassen.
Quelle: epd
Weitere Meldungen
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