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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Nordkirchenweite Aktion

5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt

13.10.2018 ǀ Rostock.  Landesbischof Gerhard Ulrich hat am heutigen Samstag in Rostock für die gesamte Nordkirche die diesjährige Aktion „5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ eröffnet.

In der Backstube von Matthias Grenzer, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes Mecklenburg Vorpommern, hat Ulrich gemeinsam mit Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelisch-Lutherischen Ufergemeinde Rostock-Schmarl/Groß Klein und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lambrechtshagen Brote für den guten Zweck gebacken.

Landesbischof Ulrich erklärt zum Kooperationsprojekt von Kirche und Handwerk: „Zum dritten Mal lädt die Evangelische Kirche in Deutschland zu dieser besonderen Aktion ein, sicher wieder mit großem Erfolg. Für die beteiligten Jugendlichen verbinden sich dabei zwei wichtige Perspektiven: Sie lernen spielerisch die Berufswirklichkeit in einem Handwerk kennen. Und sie helfen Kindern in armen Ländern ganz konkret: sozial benachteiligte Kinder und junge Menschen auf der Südhalbkugel bekommen eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.“

Auch Landesinnungsmeister Matthias Grenzer begrüßte die Aktion: „Die Zusammenarbeit mit der Nordkirche ist eine tolle Idee und eine Win-Win-Situation für alle. Denn mit Aktionen wie dieser erhalten die jungen Leute einen Einblick in unsere Backstuben. Wir können ihnen zeigen, was ein Laib Brot wirklich wert ist und wie viel Arbeit, Liebe und Kraft dort drinsteckt.“

70 Gemeinden beteiligen sich

Nach 2014 und 2016 lädt die Aktion „5.000 Brote“ zum dritten Mal Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Nordkirche zum Mitmachen ein. In diesem Jahr beteiligen sich rund 70 evangelisch-lutherische Kirchengemeinden zwischen Flensburg und Greifswald.

Bei der Vorbereitung beschäftigen sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht kritisch mit den Themen Bildung und selbstbestimmtes Leben in den unterstützten Ländern. Bis zum 1. Advent werden die Brote in den teilnehmenden Kirchengemeinden gegen eine Spende abgegeben, mit dem Verkaufserlös unterstützt „Brot für die Welt“ Jugendbildungsprojekte in Indien, Äthiopien und El Salvador.

Veranstaltet wird die Aktion „5.000 Brote“ von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Hilfswerk Brot für die Welt, dem Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche in Zusammenarbeit mit der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V. (BKV Nord). Schirmherr ist Landesbischof Gerhard Ulrich.
Quelle: Nordkirche

Garten-Gottesdienste, Gesetze und Gender-Glocken

Landessynode der Nordkirche beendet ihre erste Amtszeit

30.09.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Mit einem Reisesegen hat der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn die Amtszeit der Landessynode am Sonnabend in Lübeck-Travemünde beendet. Zum Abschied gab es für alle Synodalen einen Nordkirchenstern aus Marzipan. Es war die erste Legislaturperiode des Kirchenparlaments der 2012 gegründeten Nordkirche.

An ihrem letzten Tag präsentierte die Nordkirchen-Synode noch einmal die ganze Vielfalt ihrer Aufgaben. Neben trockenen Themen wie Nachwuchsförderung und Datenschutzrecht ging es auch um Strand- und Garten-Gottesdienste sowie um die Diskriminierung von Frauen durch Glocken. Der spannendste Tagesordnungspunkt der dreitägigen Sitzung wurde bereits am Donnerstagabend mit der Wahl von Kristina Kühnbaum-Schmidt zur neuen Landesbischöfin abgehakt. Am 15. November tritt die neu gewählte Landessynode erstmals zusammen.

Eine Anfrage beschäftigte die Synode mit der Geschlechtergerechtigkeit beim Glockengeläut. Anlass war die Tradition der Kirchengemeinde Halstenbek (bei Hamburg), dass bei einer Trauerfeier für Frauen die mittlere Glocke, bei Männern jedoch die große Glocke geläutet wird. Dies sei, so die Synodale Ursula Büttner, eine Diskriminierung von Frauen. Für ihre "Läuteordnung" sei allein die jeweilige Gemeinden verantwortlich, entgegnete Ralf Büchner, Mitglied der Kirchenleitung. Grundsätzlich gelte aber die Gleichberechtigung von Männern und Frauen.  

Trotz gesunkener Mitgliederzahlen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Zahl der Gottesdienstbesucher stabil. 4,3 Prozent der Mitglieder würden regelmäßig einen Gottesdienst besuchen - doppelt so viele wie in Hamburg (2,3 Prozent) oder Schleswig-Holstein (2,0 Prozent), sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn. Die Bindung der Kirchenmitglieder an den Gottesdienst sei sehr hoch.

Immer häufiger werden Gottesdienste auch an besonderen Orten gefeiert. Dazu zählen Andachten an Seebrücken, im Garten oder Taufen am See. Er begrüße den Impuls, zu den Menschen hinzugehen, betonte der Bischof. Manchmal seien es auch Orte des Verlustes wie auf einer Werft, einem sterbenden Hof oder an einer Haltstelle, deren Buslinie eingestellt worden sei. Beliebt seien auch Gottesdienste für Motorradfahrer, Jäger, Reiter, Töpferinnen und die Freunde alter Traktoren. Aber auch zu traditionellen Trauerfeiern würden immer noch viele Menschen kommen.

Beschlossen wurde auch eine überarbeitete "Perikopenordnung". Darin wird festgelegt, welche biblischen Texte im Gottesdienst vorgelesen und über welche Texte gepredigt werden soll. Künftig werden mehr Texte aus dem Alten Testament gelesen. Außerdem sollen Frauenthemen stärker berücksichtigt werden. Zu den offiziellen Gedenktagen der Kirche gehört neben Martintag (11. November), Nikolaustag (6. Dezember) und dem Gedenken an die Novemberpogrome (9. November) auch der "Tag der Enthauptung Johannes des Täufers" am 29. August
Quelle: epd

Demographischem Wandel begegnen

Landessynode beriet über Personalentwicklung und Personalplanung

30.09.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Mitglieder der Landessynode haben sich gestern mit der Personalentwicklung und Personalplanung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) befasst. In einem Zwischenbericht stellten der Kirchenleitungsausschuss Institutionsberatung und die Institutionsberatung der Nordkirche „Impulse zur Gestaltung von Personalentwicklung und Personalplanung in der Nordkirche“ vor. „Die Strahlkraft unserer Nordkirche hängt wesentlich von den Menschen ab, die für sie arbeiten und sie – mitten in unserer Gesellschaft – verkörpern und gestalten“, heißt es darin.

In der Nordkirche (außer Diakonie) sind insgesamt über 20.000 Menschen in fast 1.000 Kirchengemeinden und 13 Kirchenkreisen, in Kindertagesstätten und Verwaltungen, in kirchlichen Diensten und Werken, in Kirchenmusik, Gemeindepädagogik, Bildung und weiteren Bereichen beschäftigt.

Telse Vogt, Mitglied der Ersten Kirchenleitung und Vorsitzende des Kirchenleitungsausschusses Institutionsberatung, verwies auf den allgemeinen Rückgang der Arbeitnehmerzahlen, der zu den demographisch bedingten Megatrends unserer Gesellschaft gehöre: „In nahezu allen Berufsgruppen und Bereichen unserer Kirche wird sich ein Personalmangel anbahnen oder gar verstärken. Die Nordkirche als Arbeitgeberin wird immer stärker darauf angewiesen sein, dass ihr ein positives Zeugnis ausgestellt wird.“

Für die Nordkirche gehöre neben der Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt, der Bindung und Qualifizierung von Mitarbeitenden und einer sich verändernden Altersstruktur auch das strategische Denken und Planen in einer föderal strukturierten Kirche zu den daraus erwachsenden Herausforderungen, heißt es im Bericht.

Strategische Nachwuchsförderung im Blick


Um diese Fragen zu bearbeiten, beauftragte der Kirchenleitungsausschuss Institutionsberatung im Jahr 2016 den Prozess „Personalentwicklung und Personalplanung in der Nordkirche“, an dem Experten aus Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und der landeskirchlichen Ebene, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie die Vertreter unterschiedlicher kirchlicher Berufsgruppen mitwirkten.

Der Bericht gibt unter anderem Empfehlungen für die Personalplanung – vom Pfarrdienst über Diakoninnen und Diakone bis hin zu Kirchenmusik, Kindertagesstätten und Verwaltungen. Im Rahmen der strategischen Nachwuchsförderung wird unter anderem empfohlen, Praktika als Einstieg in kirchliche Berufe anzubieten, Stipendienprogramme zu entwickeln, Job-Coaching und Personalberatung für Berufseinsteiger sowie eine Netzwerk- und Kommunikationsplattform für die Nachwuchsförderung. Außerdem sollten kirchliche Berufsgruppen systematisch gefördert werden, zum Beispiel durch Fort- und Weiterbildung, Supervision und Coaching, Vertretungsregelungen und Gesundheitsförderung. In weiteren Schritten sollen konkrete Umsetzungsprozesse konzipiert werden.

Junge Leute für den Dienst im Pfarramt begeistern


Bereits am Donnerstag hatten die  Synodalen den Sachstandsbericht: „Perspektive 2030 – Personalentwicklung der Pastorinnen und Pastoren und Pfarrstellenplanung 2020-2030“ entgegengenommen. Im Blick sind dabei die Pastorinnen und Pastoren. Für sie ist die Landeskirche als Dienstgeberin verantwortlich. Auch diese Berufsgruppe ist von der demographischen Entwicklung betroffen: Rund 900 der heute etwa 1.700 Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche werden in der Dekade 2020 bis 2030 aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand eintreten. Im selben Zeitraum werden laut Prognosen rund 300 Nachwuchsgeistliche neu in den Dienst eintreten. Demnach würden in zwölf Jahren rund 600 Geistliche weniger als heute im aktiven Dienst stehen. Ziel ist, dass die erwartete Abnahme des Pfarrpersonals in allen Bereichen der Nordkirche gleichmäßig proportional verläuft, zum Beispiel durch abgestimmte und transparente Regelungen für eine ausgewogene Verteilung.

Zugleich hat die Nordkirche auch hier ihre Bemühungen zur Nachwuchsgewinnung verstärkt und nicht nur den Personalbestand, sondern auch die Kapazitäten für den kirchlichen Vorbereitungsdienst zum Pfarramt (Vikariat) erhöht: Jährlich haben nun bis zu 40 Theologinnen und Theologen die Möglichkeit, die Ausbildung am Prediger- und Studienseminar der Nordkirche in Ratzeburg und in der kirchengemeindlichen Praxis zu beginnen. Die Ausbildung dauert knapp zweieinhalb Jahre. Seit 2016 gibt es in der Nordkirche ein „Vikariat im Ehrenamt“, um schon berufstätigen Theologinnen und Theologen die Ausbildung zu ermöglichen. Außerdem laufen Beratungen, wie künftig ein Weiterbildungsstudiengang Evangelische Theologie als alternativer Zugang  zum Vikariat angeboten werden könnte.

Als eine der ersten Landeskirchen begeistert die Nordkirche bereits seit sechs Jahren mit dem Projekt „Nachwuchsförderung“ ( www.die-nachfolger.de ) junge Leute für den Dienst als Pastorin oder Pastor. Andere Landeskirchen folgen mittlerweile.
Quelle: Nordkirche
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