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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Gemeinsam auf dem Weg

Landesbischöfin empfängt internationale ökumenische Gäste in Schwerin

11.06.2019 ǀ Schwerin.  Einen Tag nach ihrer Amtseinführung im Schweriner Dom hat die Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt am heutigen Dienstag internationale Kirchenvertreterinnen und Kirchenvertreter aus 13 Ländern empfangen.

An dem Austausch in der Kanzlei der Landesbischöfin in Schwerin nahmen neben den ökumenischen Gästen auch Mitarbeitende aus dem Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche sowie dem Dezernat Mission, Ökumene und Diakonie des Landeskirchenamtes und Margrit Semmler als Vertreterin der Ersten Kirchenleitung teil. Darüber hinaus hatte die Landesbischöfin auch Lukas Wißmann als Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr im Zentrum für Mission und Ökumene und als Mitunterstützer der Fridays-for-Future-Bewegung in Hamburg eingeladen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Perspektiven für die Beziehungen mit den 29 Partnerkirchen der Nordkirche und gemeinsame Themen.

Dazu zählten gegenseitige Vorstellungen und Erwartungen, die aktuelle und künftige Aufgabe als Kirchen, Best-practice-Beispiele sowie die Herausforderungen für die Kirchen weltweit und das Thema Klimagerechtigkeit. Bereits in ihrer Einführungspredigt am Pfingstmontag (10. Juni) hatte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt auf den drängenden Handlungsbedarf angesichts des Klimawandels und auf die Mitverantwortung von Christinnen und Christen für die Bewahrung der Schöpfung hingewiesen.
 
„Den bewegenden und über Grenzen hinweg verbindenden Geist Gottes, den wir an Pfingsten feiern, brauchen wir gerade jetzt. Inmitten aktueller Diskussionen um neue Grenzen, Abschottung und gesellschaftliche Spaltung, besinnen wir uns auf das, was uns in aller Unterschiedlichkeit verbindet. Dafür ist dieses Treffen mit Frauen und Männern aus der ganzen Welt ein gutes Beispiel: Wir leben auf verschiedenen Kontinenten, gehören zu unterschiedlichen Traditionen und Konfessionen. Aber verbunden im Glauben an Christus sind wir gemeinsam auf der Suche nach Frieden und Versöhnung und nehmen dabei unsere Verantwortung wahr, z.B. zu den Themen Klimagerechtigkeit, Migration und soziale Gerechtigkeit – hier bei uns und weltweit“, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

"Wir stehen alle vor ganz ähnlichen Herausforderungen"

Silvia Genz, Präsidentin der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, betonte: „Wir stehen alle vor ganz ähnlichen Herausforderungen: Wie können wir Menschen für unseren Glauben begeistern? Wo können wir beim Thema Gendergerechtigkeit voneinander lernen? Oder welche Antworten können wir auf die globalen Fragen unserer Zeit formulieren: Klimagerechtigkeit, Flucht und Migration, soziale Spaltung? Die Besinnung auf unsere gemeinsamen Wurzeln und die Förderung von Austauschprogrammen helfen uns.“ Genz hatte am Pfingstmontag im Schweriner Dom im Einführungsgottesdienst die Lesung gehalten.

Margrit Semmler, Mitglied der Ersten Kirchenleitung, sagte: „Da wir mit unseren Partnerkirchen meist bilateral im Kontakt sind, ist dieser intensivere Austausch untereinander umso wichtiger. Es ist gut, voneinander zu erfahren, dass uns an den unterschiedlichsten Orten ganz ähnliche Themen beschäftigen und niemand allein unterwegs ist. Gerade in politisch unruhigen Zeiten wird es in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen, sich theologisch zu verständigen.“

Der Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene, Dr. Christian Wollmann, sagte: „Weltweit erleben wir Nationalisierungs- und Trennungstendenzen. In unseren Partnerschaften halten wir aus einer starken Glaubensüberzeugung heraus dagegen daran fest, dass wir eine weltweite Kirche sind. Wir halten daran fest, dass wir füreinander und miteinander für unsere Gesellschaften Verantwortung haben, auch wenn es manchmal Meinungsverschiedenheiten gibt. Beim drängenden gemeinsamen Thema Klimagerechtigkeit ziehen wir an einem Strang und können so unsere Welt positiv mitgestalten.“

Kirchenvertreter aus 13 Ländern 

An den Gesprächen teilgenommen haben Kirchenvertreter und Kirchenvertreterinnen aus Afrika, Asien, Europa und Amerika: Aus Afrika angereist sind Bischof Zacharia Wachira Kahuthu von der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, und Bischof MZ Manong von der Kap-Oranje Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika.

Aus Indien sind Bischof Asish Kumal Pal von der Evangelisch-Lutherischen Jeypore-Kirche, und Bischof Godwin Nag von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Assam nach Schwerin gekommen. Bischof Nag hatte auch am Pfingstmontag ein Grußwort der ökumenischen Gäste auf dem Schweriner Marktplatz überbracht. Der Nationale Christenrat in China ist mit Vizepräsident Shen Xuebin und der Leiterin der Abteilung für Auslandsbeziehungen, Zhou Xiaoyan, vertreten. Mit Bischof Sani Ibrahim Azar ist auch die mit 3.000 Mitgliedern kleine Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land vertreten.

Die meisten Gäste repräsentieren Kirchen in Europa: Aus der Diözese Lichfield der Kirche von England Bischof Michael Ipgrave und aus der Diözese Wrocławska der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Polen Bischof Waldemar Pytel. Aus Lettland sind Pastorin Jana Jeruma-Grindberga von der St. Saviour’s Kirche der Kirche von England in Riga und Erzbischöfin Lauma Zušēvics von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands im Ausland angereist. Die Evangelisch-Lutherische Kirche Litauens hat Bischof Mindaugas Sabutis entsandt. Von der Protestantischen Kirche in den Niederlanden sind Andreas Wöhle und von der Diözese Växjo der Kirche von Schweden Bischof Fredrik Modéus gekommen. Neben Silvia Genz (Brasilien) ist  Leonardo Schindler, Präsident der Evangelischen  Kirche am Rio de la Plata in Argentinien, der zweite Vertreter vom südamerikanischen Kontinent.

Insgesamt unterhält die Nordkirche weltweit Beziehungen zu mehr als 30 Kirchen, Diözesen und kirchlichen Einrichtungen in mehr als zwanzig Ländern. Sie werden vom Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche koordiniert und gepflegt.
Quelle: Nordkirche

Festgottesdienst und Grußworte auf dem Marktplatz

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt ins Amt eingeführt

10.06.2019 ǀ Schwerin.  In einem Festgottesdienst im Schweriner Dom ist am Pfingstmontag Kristina Kühnbaum-Schmidt (54) in ihr Amt als neue Landesbischöfin der Nordkirche eingeführt worden. Anschließend gab es auf dem Marktplatz eine Open-Air-Abendmahlsfeier und eine Kaffeetafel für Einheimische und Besucher, an der rund 1.200 Menschen teilnahmen. Vertreter aus Politik und Kirchen überbrachten Grüße. 

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister vollzog als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands die Einführungshandlung und übergab ihr das Amtskreuz. Er würdigte Kühnbaum-Schmidt als einfühlsame, kluge und mutige Frau, die aufmerksam und achtsam auf Menschen zugehe. Sie habe "Lust an Theologie" und zeichne sich aus durch Offenheit und Freude auf das Neue.

Raik Harder (Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis) und Lienke Jürgensen (Kirchenkreis Nordfriesland) entzündeten Kerzen und überbrachten stellvertretend Segenswünsche aus der ganzen Nordkirche für die Landesbischöfin, auch auf Plattdeutsch: „Wi wünschen uns en vielfältige un opene Kark mit en Och un Platz för alle. Much unse wiede Himmel un Gottes Segen Se immer to siets stohn.“

Predigt: Gleichermaßen geliebt und gesegnet

In ihrer Predigt sagte die neue Landesbischöfin, dass über alle Grenzen von Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen und Nationalitäten hinweg nach Versöhnung und Frieden gesucht werde, "mögen die Töne der Nationalisten und Populisten in unserem Land oder wo auch immer in dieser Welt auch noch so laut werden und noch so schrill sein".

Die Landesbischöfin betonte: „Von allen Anfängen an sind wir als Frauen und Männer gleichermaßen geliebt und gesegnet. Gleichermaßen beauftragt, Gottes Barmherzigkeit zu verkünden. Gleichermaßen berufen, die Liebe Christi zu leben. Gleichermaßen geistvoll begabt und befähigt für alle Aufgaben und Dienste und Ämter seiner Kirche.“

Landesbischöfin der Nordkirche wird Pfingstmontag eingeführt

Kristina Kühnbaum-Schmidt: "Ich bringe ein großes Stück Humor mit"

07.06.2019 ǀ Schwerin.  "Richtig gut gelandet", sei sie in Schwerin, sagt Kristina Kühnbaum-Schmidt. Seit ihrem Amtsantritt am 1. April wohnt die neue Landesbischöfin der Nordkirche gemeinsam mit ihrem Mann in der beschaulichen Landeshauptstadt und findet, es sei ein guter Ort zum Leben und Arbeiten und ein zentraler Ort für die Nordkirche. "Von hier aus ist alles gut zu erreichen".

Das ist wichtig für Kühnbaum-Schmidt, denn ihr neuer Wirkungskreis ist groß: Wenn die Landesbischöfin ihn an seiner längsten Ausdehnung mit dem Auto durchqueren würde, müsste sie rund 600 Kilometer von der evangelischen Kirche im dänischen Hadersleben bis nach Gartz in der brandenburgischen Uckermark fahren. Am Pfingstmontag (10. Juni) wird die 54-Jährige als Landesbischöfin in einem Festgottesdienst um 14 Uhr im Schweriner Dom in ihr Amt eingeführt.

Nordkirche ist Lebendig und quirlig

Als die Anfrage kam, ob sie sich eine Bischofskandidatur vorstellen könne, habe sie natürlich erst einmal nachdenken müssen, erinnert sich Kühnbaum-Schmidt, die zu diesem Zeitpunkt Regionalbischöfin in Thüringen war. Doch "ein erstes Gefühl für die Situation ist wichtig, das war positiv". Die Nordkirche sei "lebendig und auch durchaus quirlig, das ist doch toll". Es gebe ein großes Maß an Diversität - "das hat mich angesprochen".

Nach ihrem Ankommen habe sie rasch gespürt, in den vergangenen sieben Jahren sei etwas zusammengewachsen in der noch jungen Nordkirche. Trotz aller Unterschiede zwischen Ost und West gebe es viele gemeinsame Themen über die Regionen hinaus: "Was bedeutet es, Kirche in ländlichen Räumen gut zu strukturieren?" Dies sei vor allem eine Aufgabe für die Propsteien und Kirchengemeinden vor Ort, "ich habe da keine vorgefertigte Strategie".

"Das erfordert sorgfältiges Hinsehen und große Weite"

Es gehe darum, möglichst genau den jeweiligen Situationen angemessene Lösungen zu finden, "das erfordert sorgfältiges Hinsehen und große Weite". Gefragt seien "neue Ideen, Kirche zu sein, ohne bewährte Formen grundlos beiseitezuschieben". "Unser Auftrag ist es, Kirche für andere, mit anderen und inmitten anderer zu sein", so das Credo der neuen Landesbischöfin, die in Braunschweig geboren wurde und in Göttingen und Berlin Evangelische Theologie studierte.

Kühnbaum-Schmidt arbeitete in Braunschweig als Pfarrerin der Kirchengemeinde Wichern sowie in der Propstei-Pfarrstelle für Öffentlichkeitsarbeit. 2004 wechselte sie in die Braunschweiger Innenstadtgemeinde St. Petri. Ab 2009 war Kühnbaum-Schmidt zusätzlich als pastoralpsychologische Beraterin und Supervisorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig und als Dozentin für Seelsorge am Predigerseminar tätig.

"Ich bringe ein großes Stück Humor mit"

Bei der Bewältigung ihrer vielen neuen Aufgaben helfe ihr, gut strukturiert zu arbeiten. Es sei ihr wichtig, "dass es in meinem Arbeitsalltag Zeitfenster für aktuelle Themen und Gespräche gibt". Außerdem ist die Mutter einer erwachsenen Tochter überzeugt: "Ich bringe ein großes Stück Humor mit - auch mir selbst gegenüber." Das helfe, empfundenem Ärger gegenüber in Distanz zu treten.

Ökumene, sagt Kühnbaum-Schmidt, sei ihr wichtig, "sie weitet unseren Blick". "In einer Welt, wo immer mehr Grenzen gezogen werden, ist die Verbundenheit in der Ökumene ein Geschenk." Ihren Facebook-Account will Kühnbaum-Schmidt in ihrem neuen Amt weiterführen. "Kirche soll da sein, wo die Menschen sind. Dann ist Kirche auch unterwegs in der digitalen Welt." Ihr Anliegen: "Durch meine Brille etwas von der Vielfalt der Nordkirche zu zeigen".

Vor der Amtseinführung am Montag sei sie "natürlich etwas aufgeregt". Aber der Gottesdienst und der Segen, der ihr dort zugesprochen werde, seien ein Zeichen dafür, "ich bin nicht allein unterwegs. Die Verantwortung für so eine große Kirche passt nicht auf zwei Schultern."
Quelle: epd
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