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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

App "NordKirchenTour"

Pilotprojekt der Nordkirche in der Wismarer St. Nikolai-Kirche vorgestellt

10.04.2018 ǀ Wismar.  Eine neue App der Nordkirche soll künftig zu einem virtuellen Rundgang durch Kirchen einladen: Die App "NordKirchenTour" nehme die Besucher mit auf eine religiös-spirituelle Reise durch den Kirchenraum, sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn bei der Präsentation am Dienstag in Wismar. Die dortige St. Nikolai-Kirche ist ausgewählt worden als Pilotkirche für die App, die nun auf weitere Kirchen in der Nordkirche ausgeweitet werden soll.

Die App beinhaltet sowohl historische Informationen zur Kirche als auch glaubens- und erlebnisorientierte Angebote. Die Nutzer können wählen zwischen den Bereichen "Wissen", "Glauben" und "Erleben" und treffen dabei auf informative, poetische und biblische Texte, Legenden und Geschichten, den Klang der Großen Orgel, einen Drohnenflug durch den Raum, einen Animationsfilm über die Zeit der Christianisierung sowie auf Rätsel und Spiele. Namhafte Schauspieler lesen die Texte.

Die Kirchen-App möchte Urlauber und Interessierte vor Ort ansprechen, sagte Ulrich Schmidt, Tourismusbeauftragter der Nordkirche. Sie sei gedacht für geschichtlich, kunstgeschichtlich und architektonisch Interessierte, "für Entdeckerfreudige, kirchlich Distanzierte sowie für unterhaltungsorientierte Besucher von Kirchen". 80 Prozent aller Urlauber unter 58 Jahren würden bereits Apps nutzen, so Schmidt. Seiner Erfahrung nach wollten Urlauber sich immer weniger einer Kirchenführung anschließen, sondern viel mehr "selbstbestimmt entdecken".

Kirchengemeinden, die Kirchen an viel besuchten Orten und eine interessante Ausstattung oder Architektur besitzen und täglich geöffnet haben, können sich beteiligen. Zusammen mit Fachpersonen erarbeiten die Menschen vor Ort mögliche Inhalte für die App. Das Projekt wird vom Fonds für Kirche und Tourismus der Nordkirche über 4 Jahre gefördert.
Quelle: epd/Nordkirche

Ein Ort für Gottesdienst und Gespräche, für Besinnung und Einkehr

Ökumenische Kapelle in der JVA Waldeck eingeweiht

03.04.2018 ǀ Rostock.  In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldeck (Dummerstorf bei Rostock) ist am Ostermontag die neu gestaltete ökumenische Kapelle eingeweiht worden. Gefangene und Bedienstete der JVA feierten gemeinsam mit Vertretern der Nordkirche, des Erzbistums Hamburg und des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommerns einen ökumenischen Gottesdienst. Landesbischof Gerhard Ulrich nannte die Kapelle "einen schützenden Ort - wie eine Arche". Der katholische Weihbischof Horst Eberlein sagte, eine Kapelle in einem Gefängnis sei "genauso eine Notwendigkeit wie ein Gebetsraum in einem Krankenhaus".

"In einer Kapelle kommt fast jeder zum Nachdenken", sagte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU). Das sei entscheidend auf dem Weg der Resozialisierung". Glaube und Seelsorge leisteten einen wichtigen Beitrag zum Opferschutz. "Kirche soll allen Halt geben, die aufgefangen werden wollen, auch hinter Gittern. Gebetsräume sind dabei unverzichtbar", sagte sie.

Die JVA hatte den Raum bereits 2014 für seelsorgerliche Gespräche zur Verfügung gestellt. Seitdem wurde er auch als Kapelle genutzt. Unter der künstlerischen Leitung der mecklenburgischen Bildhauerin und Holzschneiderin Barbara Wetzel begannen Gefangene Ostern 2017 damit, Pläne zur Gestaltung zu entwerfen. Die Arbeiten an den Außenfenstern übernahm die Schlosserei der JVA Waldeck, der Altar wurde in der Tischlerei gefertigt. Unterstützt wurde das Projekt von der Landesregierung, der JVA Waldeck, den Kirchen sowie der Stiftung "Kirche mit Anderen in Mecklenburg-Vorpommern" und dem Bonifatiuswerk.
Quelle: epd

Wort zum Osterfest 2018 von Bischof v. Maltzahn

"Sich auf den Grund der Hoffnung besinnen“

31.03.2018 ǀ Schwerin.  Wir leben in einer Zeit der Verunsicherungen. Tod und Zerstörung bestimmen das Bild der Nachrichten. Spannungen nehmen weltweit zu und lassen auch unsere Gesellschaft nicht unberührt. Das Bedürfnis nach Sicherheit und „heiler Welt“ wächst. Kann das allein schon erklären, dass in unserem Land Auseinandersetzungen zunehmend aggressiv geführt werden?

Neben der Verunsicherung durch äußere Ereignisse scheint mir eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung in mangelnder Selbstgewissheit zu bestehen. Damit meine ich nicht nur die Sorge vor sozialem Abstieg. In einem viel umfassenderen Sinn sind sich offenbar viele Menschen ihrer selbst nicht sicher – und reagieren aggressiv auf alles, was diese Verunsicherung verstärkt. Mit Simone Weil gesagt:

„Die Entwurzelung ist bei weitem die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft.
Wer entwurzelt ist, entwurzelt.
Wer verwurzelt ist, entwurzelt nicht.
Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.“


Darum gehört es zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben, Menschen dabei zu begleiten und zu stärken, „Wurzeln“ zu entwickeln, die ihnen Halt für ihr Leben geben. Auch wir als Kirche sind dabei gefragt – birgt der christliche Glaube doch ein gewaltiges Hoffnungspotential.

Diese Hoffnung hat ihren Grund im Ostergeschehen: Tod und Zerstörung behalten nicht das letzte Wort, sondern das neue Leben, das Gott schenkt. So haben es einst die Freundinnen und Freunde Jesu erfahren. Sie machen Erfahrungen voller Leben mit Christus, der doch am Kreuz gestorben war. Seit diesem Osterfest können wir darauf bauen: Gottes Wege führen durch den Tod hindurch zum Leben.

Welch eine Freiheit liegt darin, nicht alles von diesem Leben erwarten zu müssen! Um wie viel gelöster lässt es sich mit solcher Hoffnung leben: Hingegeben an Menschen, die uns brauchen, engagiert in der Arbeit für gerechtere Verhältnisse, gespannt auf das, was uns in Gott erwartet, dem Ursprung allen Lebens. All das vermag, Menschen Halt zu geben – getragen von den Wurzeln österlicher Hoffnung.

Dr. Andreas v. Maltzahn
Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche (Schwerin)

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www.nordkirche.de