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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

"Sehr nachhaltige Strukturen entstanden"

Bischof Abromeit: Nordkirche ist Erfolgsgeschichte

19.10.2018 ǀ Greifswald.  Die Gründung der Nordkirche ist nach Ansicht des Greifswalder Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit "eine Erfolgsgeschichte". "Was das Lebensgefühl angeht, sind wir schon gut zusammen gewachsen", sagte der 64-Jährige am Donnerstagabend in Greifswald. Durch die Fusion der drei ehemaligen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern im Mai 2012 seien "sehr nachhaltige Strukturen entstanden", die über viele Jahre tragen würden.

Abromeits Amtszeit endet ebenso wie die seines mecklenburgischen Amtskollegen, Bischof Andreas von Maltzahn (57), im September 2019. Danach wird es im Sprengel (= Bischofsbezirk) Mecklenburg und Pommern ab Oktober 2019 nur noch einen Bischof mit Sitz in Greifswald geben. Gewählt werden soll der neue Bischof oder die Bischöfin von der Landessynode am 1. März im Greifswalder Dom. Kandidaten sind noch nicht bekannt.

"Das geht an der Realität vorbei"

In seinem letzten Amtsjahr habe er vor, weiterhin "business as usual" zu machen und die Übergabe seiner Amtsgeschäfte vorzubereiten, sagte der Bischof. Die Mitgliederzahlen im Sprengel Mecklenburg und Pommern "werden gewaltig kleiner werden", prognostizierte er. Dies sei jedoch kein Grund, "Untergangsszenarien" anzudeuten. "Das geht an der Realität vorbei". Vielmehr lasse sich die Vitalität der Kirchengemeinden nicht an ihrer Mitgliederzahl messen.

Mit Blick auf den Umgang der Kirche mit der AfD sagte Abromeit: "Es tut uns gut, zur Partei auf Abstand zu gehen, aber nicht zu den Menschen." Die Entscheidung, zum Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni 2019 in Dortmund keine AfD-Politiker einzuladen, hält er für falsch. Der Kirchentag behandele Sachthemen, da könne man auch "geeignete Leute" von der AfD einladen. "Ich glaube, dass gerade der Kirchentag sich da eine Chance vergibt."

"Ein, zwei Bücher schreiben"

Auch im Ruhestand sieht Abromeit seine private Zukunft in Greifswald. Er möchte "ein, zwei Bücher schreiben" und gemeinsam mit seiner Frau wieder häufiger die Familie in Westfalen besuchen. Bevor Abromeit 2001 zum Bischof in Greifswald gewählt wurde, unterrichtete er am Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Schwerte-Villigst.

Eingeführt werden soll der neue Bischof für Mecklenburg-Vorpommern am 31. Oktober 2019 im Greifswalder Dom St. Nikolai. Bischof Maltzahn wird am 24. August 2019 im Schweriner Dom aus dem Amt verabschiedet, Abromeits Abschied folgt am 14. September 2019 im Greifswalder Dom.
Quelle: epd

Nordkirchenweite Aktion

5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt

13.10.2018 ǀ Rostock.  Landesbischof Gerhard Ulrich hat am heutigen Samstag in Rostock für die gesamte Nordkirche die diesjährige Aktion „5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ eröffnet.

In der Backstube von Matthias Grenzer, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes Mecklenburg Vorpommern, hat Ulrich gemeinsam mit Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelisch-Lutherischen Ufergemeinde Rostock-Schmarl/Groß Klein und der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lambrechtshagen Brote für den guten Zweck gebacken.

Landesbischof Ulrich erklärt zum Kooperationsprojekt von Kirche und Handwerk: „Zum dritten Mal lädt die Evangelische Kirche in Deutschland zu dieser besonderen Aktion ein, sicher wieder mit großem Erfolg. Für die beteiligten Jugendlichen verbinden sich dabei zwei wichtige Perspektiven: Sie lernen spielerisch die Berufswirklichkeit in einem Handwerk kennen. Und sie helfen Kindern in armen Ländern ganz konkret: sozial benachteiligte Kinder und junge Menschen auf der Südhalbkugel bekommen eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.“

Auch Landesinnungsmeister Matthias Grenzer begrüßte die Aktion: „Die Zusammenarbeit mit der Nordkirche ist eine tolle Idee und eine Win-Win-Situation für alle. Denn mit Aktionen wie dieser erhalten die jungen Leute einen Einblick in unsere Backstuben. Wir können ihnen zeigen, was ein Laib Brot wirklich wert ist und wie viel Arbeit, Liebe und Kraft dort drinsteckt.“

70 Gemeinden beteiligen sich

Nach 2014 und 2016 lädt die Aktion „5.000 Brote“ zum dritten Mal Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Nordkirche zum Mitmachen ein. In diesem Jahr beteiligen sich rund 70 evangelisch-lutherische Kirchengemeinden zwischen Flensburg und Greifswald.

Bei der Vorbereitung beschäftigen sich die Jugendlichen im Konfirmandenunterricht kritisch mit den Themen Bildung und selbstbestimmtes Leben in den unterstützten Ländern. Bis zum 1. Advent werden die Brote in den teilnehmenden Kirchengemeinden gegen eine Spende abgegeben, mit dem Verkaufserlös unterstützt „Brot für die Welt“ Jugendbildungsprojekte in Indien, Äthiopien und El Salvador.

Veranstaltet wird die Aktion „5.000 Brote“ von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Hilfswerk Brot für die Welt, dem Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche in Zusammenarbeit mit der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V. (BKV Nord). Schirmherr ist Landesbischof Gerhard Ulrich.
Quelle: Nordkirche

Garten-Gottesdienste, Gesetze und Gender-Glocken

Landessynode der Nordkirche beendet ihre erste Amtszeit

30.09.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Mit einem Reisesegen hat der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn die Amtszeit der Landessynode am Sonnabend in Lübeck-Travemünde beendet. Zum Abschied gab es für alle Synodalen einen Nordkirchenstern aus Marzipan. Es war die erste Legislaturperiode des Kirchenparlaments der 2012 gegründeten Nordkirche.

An ihrem letzten Tag präsentierte die Nordkirchen-Synode noch einmal die ganze Vielfalt ihrer Aufgaben. Neben trockenen Themen wie Nachwuchsförderung und Datenschutzrecht ging es auch um Strand- und Garten-Gottesdienste sowie um die Diskriminierung von Frauen durch Glocken. Der spannendste Tagesordnungspunkt der dreitägigen Sitzung wurde bereits am Donnerstagabend mit der Wahl von Kristina Kühnbaum-Schmidt zur neuen Landesbischöfin abgehakt. Am 15. November tritt die neu gewählte Landessynode erstmals zusammen.

Eine Anfrage beschäftigte die Synode mit der Geschlechtergerechtigkeit beim Glockengeläut. Anlass war die Tradition der Kirchengemeinde Halstenbek (bei Hamburg), dass bei einer Trauerfeier für Frauen die mittlere Glocke, bei Männern jedoch die große Glocke geläutet wird. Dies sei, so die Synodale Ursula Büttner, eine Diskriminierung von Frauen. Für ihre "Läuteordnung" sei allein die jeweilige Gemeinden verantwortlich, entgegnete Ralf Büchner, Mitglied der Kirchenleitung. Grundsätzlich gelte aber die Gleichberechtigung von Männern und Frauen.  

Trotz gesunkener Mitgliederzahlen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Zahl der Gottesdienstbesucher stabil. 4,3 Prozent der Mitglieder würden regelmäßig einen Gottesdienst besuchen - doppelt so viele wie in Hamburg (2,3 Prozent) oder Schleswig-Holstein (2,0 Prozent), sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn. Die Bindung der Kirchenmitglieder an den Gottesdienst sei sehr hoch.

Immer häufiger werden Gottesdienste auch an besonderen Orten gefeiert. Dazu zählen Andachten an Seebrücken, im Garten oder Taufen am See. Er begrüße den Impuls, zu den Menschen hinzugehen, betonte der Bischof. Manchmal seien es auch Orte des Verlustes wie auf einer Werft, einem sterbenden Hof oder an einer Haltstelle, deren Buslinie eingestellt worden sei. Beliebt seien auch Gottesdienste für Motorradfahrer, Jäger, Reiter, Töpferinnen und die Freunde alter Traktoren. Aber auch zu traditionellen Trauerfeiern würden immer noch viele Menschen kommen.

Beschlossen wurde auch eine überarbeitete "Perikopenordnung". Darin wird festgelegt, welche biblischen Texte im Gottesdienst vorgelesen und über welche Texte gepredigt werden soll. Künftig werden mehr Texte aus dem Alten Testament gelesen. Außerdem sollen Frauenthemen stärker berücksichtigt werden. Zu den offiziellen Gedenktagen der Kirche gehört neben Martintag (11. November), Nikolaustag (6. Dezember) und dem Gedenken an die Novemberpogrome (9. November) auch der "Tag der Enthauptung Johannes des Täufers" am 29. August
Quelle: epd
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