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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Fortbildungsstätte der Nordkirche

Pastorin Sindy Altenburg als neue Studienleiterin eingeführt

20.01.2018 ǀ Ratzeburg.  Sie jongliert mit vielen Talenten und Tätigkeiten: Sindy Altenburg ist Pastorin, Clownin und dreifache Mutter. In einem Gottesdienst im Ratzeburger Dom führte Oberkirchenrat Ulrich Tetzlaff die 39-Jährige am Donnerstag (18. Januar) als Studienleiterin im Ratzeburger Pastoralkolleg ein. Zu ihren Schwerpunkten werden neben Gemeindepädagogik auch kreative Bibeldidaktik und Methodik sowie Bibeltheater gehören. Das Pastoralkolleg ist die Fortbildungsstätte der Nordkirche für ihre rund 1.700 Pastorinnen und Pastoren.

Oberkirchenrat Tetzlaff, der im Landeskirchenamt der Nordkirche das Dezernat für den Dienst der Pastorinnen und Pastoren leitet, verlas im Gottesdienst ein Grußwort des Greifswalder Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit, der für die Einrichtungen der Nordkirche in Ratzeburg zuständig ist. Darin schrieb der Bischof: „Mit Sindy Altenburg setzt das Pastoralkolleg seine ganzheitliche Arbeit fort. Neben die spirituelle Vertiefung, die intellektuelle theologische Arbeit und das Training von Fertigkeiten tritt das Spiel als Erprobungsraum neuer, von Gott geschenkter Möglichkeiten. Wir sind dankbar, dass Gott Pastorin Altenburg berufen hat. Sie wird mit ihren Gaben helfen, neue Ideen für den pastoralen Dienst zu entwickeln und die Freude dabei zu erhalten.“

Über die Liebe zum Glauben

Sindy Altenburg wuchs in Röbel an der Müritz (Mecklenburg) in einer atheistisch geprägten Familie auf und kam über die Liebe zum christlichen Glauben: „Ich verliebte mich in den Sohn des Pastors, lernte dann die fantastische Jugendarbeit der jungen Gemeinde kennen und ließ mich gemeinsam mit meiner Schwester mit 16 Jahren taufen“, erzählt sie. Doch damit waren ihre Fragen nicht beantwortet, erinnert sie sich: „Ich las die Bibel von vorne bis hinten ganz unvorbelastet und naiv durch, doch das stillte meinen Wissensdurst nicht.“ So studierte sie Theologie und evangelische Publizistik in Erlangen und führte das Theologiestudium fort in Greifswald, im schwedischen Lund und in Berlin. Ihre Diplomarbeit verfasste sie zum Thema Gehörlosenseelsorge: „Mein Zugang war die Gebärdensprache. Mich hat das Darstellerische, das über das rein Intellektuelle hinausgeht, schon immer fasziniert.“ So schloss sich für sie während ihres Vikariats in der Kirchengemeinde Zittow und Retgendorf ganz folgerichtig eine Ausbildung zur Clownin bei der Theologin, Theaterpädagogin und Clownin Gisela Matthiae an. Zuletzt war Sindy Altenburg sieben Jahre Pastorin in der Kirchengemeinde Dreveskirchen bei Wismar.

„Die Figur des Clowns repräsentiert für mich sehr gut unseren christlichen Glauben“, meint die Theologin, „beide rechnen mit dem Unmöglichen, beide hoffen und lieben über das menschliche Maß hinaus. Der Clown scheitert und stolpert, steht aber immer wieder auf. Die Menschen lachen und weinen, weil sie sich selbst darin erkennen. Wie der Glaube eröffnet das Spiel für mich einen Raum der Freiheit und Furchtlosigkeit. Der Clown lässt uns das Leichte im Schweren und das Kleine im Großen sehen.“ In ihren Kursen setzt Sindy Altenburg Elemente aus dem Clownsspiel und des Bibeltheaters ein und schließt damit an ihren Vorgänger Pastor Ekkehard Langbein an.

"Kinderleicht! Gottesdienst für alle“

Seit 2015 arbeitet sie in der nordkirchenweiten Initiative „Kinderfreundlicher Gottesdienst“ mit. Ein Ergebnis dieser Initiative ist die im letzten Jahr herausgegebene Arbeitshilfe „Kinderleicht! Gottesdienst für alle“. Sindy Altenburg: „Wir entwickeln Formen, um Kinder stärker in traditionelle Gottesdienste mit einzubeziehen und bestimmte Elemente verständlicher zu machen. Beispielsweise sollen Kinder schon früh am Abendmahl teilnehmen, um dazu eine besondere Haltung zu entwickeln.“ Damit solche Ideen reifen können, brauche es Orte wie Ratzeburg: „Die Domhalbinsel und das Pastoralkolleg sind inspirierende Orte, um gemeinsam unsere Kirche zu gestalten“, freut sich die Theologin. „Die Pastorinnen und Pastoren sind eine Woche aus ihren üblichen Zwängen heraus und haben so die Freiheit, sich einmal intensiv mit einem Thema auseinander zu setzen. Dadurch kann Neues entstehen.“
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)

Nordkirche

Landesbischof weiht Anbau des Landeskirchenamtes in Kiel ein

18.01.2018 ǀ Kiel.  Mit einer Feierstunde hat Landesbischof Gerhard Ulrich am Mittwoch den Anbau des Landeskirchenamtes in Kiel eingeweiht. Künftig werden in dem Gesamtkomplex in der Kieler Altstadt 170 Verwaltungsmitarbeiter der Nordkirche untergebracht sein. Neben dem Anbau wurde das bestehende Gebäude um ein viertes Geschoss aufgestockt. Ein Teil des Altbaus wird zurzeit noch saniert.

Voraussichtlich im Sommer werden alle Arbeiten abgeschlossen sein, teilte Nordkirchen-Sprecher Stefan Döbler mit. Die Kosten für die gesamten Baumaßnahmen belaufen sich nach derzeitigem Stand auf 15,7 Millionen Euro. Der Um- und Anbau des Landeskirchenamtes war durch die Fusion der drei Landeskirchen Mecklenburg, Pommern und Nordelbien zur Nordkirche im Jahr 2012 nötig geworden.

Der Präsident des Landeskirchenamtes Peter Unruh erklärte in seiner Ansprache, dass sich die Rahmenbedingungen für eine "gelingende interne und externe Kommunikation" durch die neuen Räume erheblich verbessern werden. Die millionenschweren Kosten für die Baumaßnahmen hatten 2014 zu Streit in der Synode geführt, als bekannt wurde, dass der Umbau und die Sanierung des Kieler Gebäudes mindestens 13 Millionen Euro verschlingen würde. Letztlich hatte die Synode die Baumaßnahmen mit Mehrheit beschlossen und einen Kostenrahmen von maximal 15,8 Millionen Euro vorgegeben.

Das Landeskirchenamt ist die oberste Verwaltungsbehörde der Nordkirche mit Sitz in Kiel und einer Außenstelle in Schwerin. Es verwaltet alle Angelegenheiten der Landeskirche. Weitere Aufgaben liegen unter anderem in der Vorbereitung und Umsetzung der Beschlüsse der Kirchenleitung, der Beratung und Unterstützung der Kirchenkreise und Kirchengemeinden und in der Dienstaufsicht über die Pastoren sowie der Mitarbeitenden der Landeskirche.
Quelle: epd

Nordkirche

Erstes Fachforum gegen sexuelle Gewalt

16.01.2018 ǀ Hamburg.  Die Nordkirche darf nach den Worten von Bischöfin Kirsten Fehrs die Verhinderung von sexuellem Missbrauch nicht dem Zufall überlassen. "Wir brauchen geschulte Wahrnehmung und vor allem ein Schutzkonzept für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen", sagte Fehrs auf dem ersten Fachforum "Prävention gegen sexualisierte Gewalt" der Nordkirche am Dienstag in Hamburg. Notwendig sei ein Zusammenspiel aus Analyse, deutlicher Haltung und verbindlichen Vereinbarungen. Die Landessynode will im März ein Präventionsgesetz beschließen.

Vorrangig gehe es um eine grundlegende Sensibilisierung für das Thema, sagte Alke Arns, Leiterin der Koordinierungsstelle Prävention der Nordkirche. Darüber hinaus müssten die eigenen Strukturen kritisch geprüft und konkrete Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden. Damit solle ein Dialog angestoßen werden, der von Menschen aus der Praxis geführt werden müsse.

Vorgestellt wurde Schulungsmaterial, das die EKD-Fachkonferenz gemeinsam mit Experten für die bundesweite Prävention erarbeitet hat. Die EKD hoffe auf eine flächendeckende Einführung von Schutzkonzepten, sagte Nicole Toms, Geschäftsführerin der EKD-Konferenz. Haupt- und Ehrenamtliche benötigten Handlungssicherheit und Rollenklarheit, wenn sie vermuten, dass Kinder oder Jugendliche sexualisierte Gewalt erfahren.
Quelle: epd
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