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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Initiativpreis "Der Nordstern 2020“

Landessynode der Nordkirche will Engagement für Familien würdigen

16.08.2019 ǀ Kiel.  Die Landessynode der Nordkirche möchte mit ihrem Initiativpreis „Der Nordstern 2020“ das Engagement im Bereich der Arbeit mit Familien als gelebte Vielfalt fördern. Der Preis, der bereits zum dritten Mal verliehen wird, steht jeweils unter einem anderen thematischen Schwerpunkt ehrenamtlicher Arbeit. Für 2020 ist er angelehnt an die Themensynode der Nordkirche vom 19. bis 21. September in Lübeck-Travemünde, die unter dem Thema „Familienformen & Beziehungsweisen: Vielfalt sehen und fördern - Menschen stärken“ stehen wird.

„Familie ist und war auch schon immer weit mehr als die klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation“, erinnert Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche. „Diese Vielfalt der Familienformen möchten wir mit dem Nordstern in den Blick nehmen und würdigen.“

Vorgeschlagen werden können Initiativen, die sich mit dem Thema „Gelebte Vielfalt – Schätze unterm Regenbogen“ befassen. Voraussetzung für eine Bewerbung ist eine Beteiligung von Kirchengemeinden, Kirchenkreisen oder Diensten und Werken bzw. Einrichtungen der Nordkirche. Entscheidend ist ein gutes Zusammenwirken von ehrenamtlich und beruflich Engagierten.

Der Nordstern wurde bereits 2017 und 2018 verliehen. Mit dem ersten „Nordstern 2017“ hatte die Landessynode das Engagement im Bereich von Flüchtlingsarbeit und Integration unterstützt. 2018 stand der Bereich Kirchenmusik im Zentrum der Auszeichnung. Präses Ulrike Hillmann: „An den großen Erfolg dieser Jahre möchten wir anknüpfen und Menschen zwischen Flensburg und Greifswald herzlich einladen, Initiativen auf dem Gebiet der Nordkirche vorzuschlagen oder sich mit ihrer eigenen Initiative zu bewerben.“

Ab Ende November wird die Jury des Initiativpreises „Der Nordstern 2020“ über die Auswahl beraten und Ende Februar 2020 die drei Preisträgerinnen und Preisträger bekannt geben. Sie werden mit der Skulptur „Der Nordstern“ gewürdigt und jeweils mit 1000 Euro unterstützt. Die Preisverleihung erfolgt während der Frühjahrstagung der Landessynode der Nordkirche am 28. Februar 2020 in Lübeck-Travemünde.
Quelle: Nordkirche (pd)

Gespräche mit Partnerkirchen in die USA

Nordkirchen-Delegation zu Besuch in Chicago, Ohio und Michigan

13.08.2019 ǀ Hamburg/Rostock/Greifswald.  Eine Delegation aus der Nordkirche ist am gestrigen Montag (12. August) zu Begegnungen mit den Partnerkirchen in den USA abgereist. Auf dem Programm des Besuchs stehen in den nächsten Tagen insbesondere Gespräche über gemeinsame Themen und künftige Perspektiven der langjährigen Partnerbeziehungen. Diese sind bereits von den Landeskirchen Mecklenburgs, Pommerns und Nordelbiens unterhalten worden, die 2012 zur Nordkirche fusionierten.

Besucht werden Einrichtungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika in Chicago, Hamburgs Partnerstadt, mit denen der Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg und das Prediger- und Studienseminar der Nordkirche eng verbunden sind. Anschließend geht es nach Dayton und Newark in der Southern Ohio Synod, wohin seit Mitte der 1980er Jahre Kontakte von Kirchengemeinden in Mecklenburg bestehen, sowie nach Lansing, Michigan, dem Sitz der Michigan-Conference der United Church of Christ (UCC), zu der pommersche Gemeinden seit über 30 Jahren Beziehungen pflegen.

„Diese Reise ist auch ein historisches Projekt: Wir werden dabei die drei im Bereich der heutigen Nordkirche historisch gewachsenen Stränge der kirchlichen Partnerbeziehungen in die USA zusammenführen“, erläuterte Jörn Möller, Nordamerika-Referent im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, kurz vor der Abreise. Weitere Mitglieder der Delegation sind Propst Matthias Bohl aus dem Kirchenkreis Hamburg-Ost, Dr. Elisabeth Chowaniec, Landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche bei der Hansestadt Hamburg, Pastor Matthias Tuve von der Ökumenischen Arbeitsstelle im Pommerschen Kirchenkreis, Tilman Jeremias, Pastor für Mission und Ökumene im Kirchenkreis Mecklenburg, sowie Pastor Martin Waack aus Wittenburg.

In Chicago ist auch ein Treffen mit dem scheidenden Bischof der Region „Metropolitan Chicago“, Wayne Miller, und mit seinem Nachfolger, Yehiel Curry, geplant. An der Lutheran School for Theology at Chicago werden Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten geführt. Außerdem wollen sich die Teilnehmenden über ein Programm zur Begleitung minderjähriger Flüchtlinge informieren, das die Partnerkirche konzipiert hat. Mit der Southern Ohio Synode steht außerdem in Kürze die Unterzeichnung eines neuen Partnerschaftsvertrages an, dessen Entwurf während der Reise vorbereitet werden soll. Der Vertrag muss vor der Unterschrift durch die leitenden Geistlichen auch in der Kirchenleitung und der Landessynode der Nordkirche beraten und beschlossen werden
Quelle: Nordkirche (ce)

Reaktion auf Vortrag von Bischof Abromeit

Klare Haltung der Nordkirche gegen jede Form von Antisemitismus

05.08.2019 ǀ Schwerin.  Die Erste Kirchenleitung der Nordkirche bekräftigt die klare Haltung der Nordkirche gegenüber jeglicher Form von Antisemitismus. Anlass sind aktuelle Medienberichte und öffentliche Diskussionen im Zusammenhang mit einem Vortrag des Greifswalder Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit am 1. August in Bad Blankenburg im Rahmen der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz in Deutschland.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt als Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche und Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein) als erster stellvertretender Vorsitzender erklären dazu: „Es handelt sich bei dem Vortrag von Bischof Dr. Abromeit um seine persönliche Meinungsäußerung. Der Vortrag stellt keine Stellungnahme oder Positionsbeschreibung der Nordkirche dar.“

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt und Bischof Magaard unterstreichen zudem: „Die Nordkirche widerspricht klar und entschieden jeder Form von Antisemitismus. Sie bejaht und unterstützt uneingeschränkt das Existenzrecht und die Sicherheit Israels. Im jüdisch-christlichen Dialog setzt sie sich aktiv für die Versöhnung zwischen Christen und Juden ein. Sie hofft auf eine friedliche Lösung im Nahostkonflikt und unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten die damit verbundenen Friedensbemühungen. Als Nordkirche unterhalten wir seit langem partnerschaftliche Beziehungen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Die Nordkirche unterstützt dabei auch Organisationen und Initiativen, die sich für Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen, wie zum Beispiel die Initiative ‚Parents Circle – Families Forum‘. Diese Positionen teilt auch Bischof Abromeit.“

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt hat in ihrem Urlaub Medienberichte zum Vortrag von Bischof Abromeit zur Kenntnis genommen: „Ich bin bestürzt und bedaure zutiefst, dass Ausführungen von Bischof Abromeit offenbar Anlass für Interpretationen gegeben haben, die die klare Haltung der Nordkirche gegen jede Form von Antisemitismus in Zweifel gezogen haben. Ich halte Begrifflichkeiten wie  ‚Überidentifikation mit Israel‘ für völlig unangemessen.“

Ausdrücklich verweist die Landesbischöfin auf die im Jahr 2017 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) veröffentlichte Positionsbestimmung „Antisemitismus. Vorurteile, Ausgrenzungen, Projektionen und was wir dagegen tun können“: „Hinter den darin wiedergegebenen Aussagen steht die Nordkirche ohne jedes Wenn und Aber.“

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt und Bischof Magaard betonen zudem: „Bereits in ihrer Verfassung bezeugt die Nordkirche ‚die bleibende Treue Gottes zu seinem Volk Israel‘ und ihre bleibende Verbundenheit mit ihm ‚im Hören auf Gottes Weisung und in der Hoffnung auf die Vollendung der Gottesherrschaft‘. Die Nordkirche stellt sich der Schuld, die einzelne Christen und die evangelische Kirche als Institution gegenüber Menschen jüdischen Glaubens durch aktive Unterstützung des NS-Regimes oder durch Schweigen auf sich geladen haben, und beteiligt sich aktiv an der Aufarbeitung von Mitverantwortung und Mittäterschaft von Christen an der millionenfachen Ermordung von Menschen jüdischen Glaubens in der Shoah.“
Quelle: Nordkirche (sd)
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