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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Landesbischof oder Landesbischöfin

Die Nordkirche vor der Wahl

26.09.2018 ǀ Lübeck.  In der Nordkirche wird die oberste Spitze am Donnerstag (27. September) neu gewählt. Mit Regionalbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (53) aus Meiningen (Thüringen) und Propst Karl-Heinrich Melzer (60) aus Hamburg haben die 156 Synodalen eine echte Wahl: Frau oder Mann, Ost oder West, Neuanfang oder Altbekannt. Gesucht wird ein Nachfolger von Landesbischof Gerhard Ulrich. Der 67-Jährige tritt Anfang April 2019 in den Ruhestand. Gewählt wird im Lübecker Dom, die Wahl soll um 17.30 Uhr beginnen.

Kühnbaum-Schmidt ist seit 2013 Regionalbischöfin für den Propstsprengel Meiningen-Suhl. Die gebürtige Braunschweigerin studierte evangelische Theologie in Göttingen und Berlin. Nach dem Examen, einer Tätigkeit als Hochschulassistentin und dem Vikariat wurde sie in der Landeskirche Braunschweig 1995 ordiniert. Bis 2002 arbeitete sie als Pfarrerin in der Braunschweiger Kirchengemeinde Wichern, dann in der Öffentlichkeitsarbeit und ab 2004 in der Kirchengemeinde St. Petri.

Ab 2009 war sie zusätzlich pastoralpsychologische Beraterin und Supervisorin ihrer Landeskirche und Dozentin für Seelsorge am Predigerseminar. 2015 wurde sie in die Leitung der Vereinigten Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gewählt. Zudem gehört sie zum Beirat der Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin. Kühnbaum-Schmidt ist Sprecherin von Rundfunkandachten beim MDR. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Der promovierte Theologe Melzer ist seit 2009 Propst im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Der gebürtige Kieler studierte dort evangelische Theologie und Geschichte. Nach dem Vikariat in der Nordelbischen Kirche wurde er 1990 ordiniert und war bis 1999 als Pastor in Wahlstedt (Kreis Segeberg) tätig. Im Nebenamt war er ab 1992 Öffentlichkeitsbeauftragter seines Kirchenkreises. 1999 wurde er zum Propst im ehemaligen Hamburger Kirchenkreis Niendorf gewählt.

Melzer gehört den Leitungsgremien mehrerer diakonischer Einrichtungen und des Evangelischen Presseverbandes Norddeutschland an. Er ist Vertreter von Bischöfin Kirsten Fehrs, Vorstandsvorsitzender des Kirchenkreisverbandes Hamburg und Mitglied der Kirchenleitung. Melzer ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Wie wird gewählt?

Damit die Wahl im Lübecker Dom überhaupt beginnen kann, müssen mindestens zwei Drittel der 156 Synodalen anwesend sein. Um gewählt zu werden, braucht Propst Karl-Heinrich Melzer oder Regionalbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt mehr als die Hälfte der Stimmen der Synodalen, das sind mindestens 79 Stimmen. Je weniger Synodale zur Wahl kommen, desto geringer sind die Chancen für eine Mehrheit.

Erhält keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit, wird noch einmal gewählt. Nach dem dritten Wahlgang scheidet der- oder diejenige mit den wenigsten Stimmen aus. Steht nur noch ein Kandidat zur Wahl, so genügen ebenfalls mindestens 79 Stimmen, um gewählt zu werden.

Kommen die 79 erforderlichen Stimmen aber in diesem letzten Wahlgang nicht zusammen, so ist die Wahl gescheitert. Wenn beide am Ende in zwei aufeinanderfolgenden Wahlgängen die gleiche Zahl an Stimmen erhalten, wäre die Wahl ebenfalls gescheitert. Mehr als fünf Wahlgänge kann es theoretisch nicht geben.

Bevor gewählt wird, werden die beiden Kandidaten von einem Mitglied der Landessynode vorgestellt. Danach dürfen beide sich selbst auch noch einmal vorstellen. Diskutiert wird darüber dann aber nicht mehr.

Wann das Ergebnis am Donnerstag verkündet werden kann, ist noch völlig offen. Erst um 19 Uhr soll mit dem ersten Wahlgang überhaupt begonnen werden. Bei jedem Wahlgang werden die anwesenden Synodalen einzeln aufgerufen, ehe sie zur Wahlurne schreiten. Um auch bei einer längeren Wahl keine Unzufriedenheit aufkommen zulassen, ist zwischendrin eine Abendbrotpause geplant.
Quelle: epd

Kirchengemeinden in Mecklenburg und Pommern beteiligen sich

Europaweit läuten Glocken zum Gebet für den Frieden

19.09.2018 ǀ Schwerin/Greifswald.  „Die Glocken unserer acht Kirchen im Gemeindegebiet werden am 21. September zum Gebet für den Frieden läuten“. So wie Pastorin Veronika Hansberg aus der Gemeinde Brunow und Muchow beteiligen sich zahlreiche Kirchengemeinden im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche am europaweiten Glockenläuten zum „Internationalen Tag des Friedens“ in der Zeit von 18 bis 18.15 Uhr.

Für den Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn macht „auch die aktuelle Entwicklung in unserem Land deutlich, dass Frieden und die Achtung der Menschenwürde nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder neu errungen werden müssen“. Der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sagt: „Das Läuten der Glocken berührt viele Menschen emotional. Wenn nun erstmalig so viele Glocken auf einmal läuten, von evangelischen und katholischen Kirchen wie von weltlichen Gebäuden, so ist das ein wunderschönes Zeichen, das wir die gesammelten Kräfte unserer Tradition in den gemeinsamen Dienst des Friedens stellen.“

Dem Aufruf der Bischöfe der Nordkirche wird beispielsweise ebenso die St. Georgen-Gemeinde Parchim im mecklenburgischen Kirchenkreis folgen. „Wir laden im Anschluss an das Glockenläuten zu einer kurzen Andacht in unsere Kirche ein“, blickt Pastor Peter Stockmann voraus. Und in Plau am See wird anlässlich des Weltfriedenstages um 19 Uhr zum Konzert in die St. Marien-Kirche eingeladen. Auch im pommerschen Kirchenkreis läuten in zahlreichen Kirchengemeinden die Glocken. Von der Kirche in Binz auf der Insel Rügen wird ebenso Geläut zu hören sein, wie von der Kirche St. Thomas in Tribsees oder der Seemannskirche in Prerow. Vielfach begleiten Veranstaltungen das gemeinsame Läuten, so beteiligt sich zum Beispiel die Kirchengemeinde Altentreptow mit einem Friedensgebet um 18 Uhr und dem Läuten der Glocken der Kirche St. Petri.

Dem Appell des gemeinsamen Glockenläutens zum „Internationalen Tag des Friedens“ kommen auch europäische Partnerkirchen der Nordkirche nach:  „Gemeinsam mit unseren Partnern in Europa senden wie so ein hörbares Signal für den Frieden. Ich habe viele ermutigende und motivierende Beiträge zu diesem Datum aus England, Estland, Lettland und den Niederlanden erhalten. Allein in der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Partnerkirche machen über die Hälfte der insgesamt 167 Kirchengemeinden im ganzen Land mit. Und in der anglikanischen Diözese Lichfield beteiligen sich viele „Bell Ringing Societies“, so dass ganze Melodien zum Frieden erklingen“, sagt Christa Hunzinger, Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, die die Beziehungen zu den europäischen Partnerkirchen der Nordkirche koordiniert. Insgesamt hat die Nordkirche Kontakte zu 14 Partnerkirchen in zehn Ländern. Darüber hinaus werden auch Kirchen in Irland, Tschechien und Finnland am 21. September Glocken läuten.

Hintergrund: Im diesjährigen Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage“ (Erbe teilen) sollen am Friedenstag erstmals in der Geschichte europaweit kirchliche und weltliche Glocken von 18 bis 18.15 Uhr gemeinsam läuten und so ein Zeichen des Friedens aussenden. Erinnert wird unter anderem an das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und den Beginn des 30-jährigen Krieges 1618, heißt es in dem Brief der Nordkirchen-Bischöfe. Aktuell seien schon seit längerem in Europa wieder militärische Konflikte entbrannt. „Gerade in diesem Jahr steht es uns gut an, wieder für diesen europäischen Friedensgedanken zu werben."
Quelle: ELKM/PEK (cme/sk)

Rechnungsprüfer im Interview

Nicht Erbsenzähler, sondern Helfer

17.09.2018 ǀ Schwerin.  Rechnungsprüfung — das klingt nach Erbsenzählerei. Ist es aber nicht, sagt einer, der es wissen muss: Klaus Lachenmann. Mit dem Direktor des Rechnungsprüfungsamtes der Nordkirche, seinem Stellvertreter Christoph Schacht sowie Juliane Görs, der Fachbereichsleiterin Finanzen und Meldewesen der Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg, sprach Christian Meyer.

Frau Görs, Herr Lachenmann, Herr Schacht – sind Sie ein Erbsenzähler?

Lachenmann: Natürlich decken wir bei unseren Prüfungen auch Defizite und Fehler auf, aber zuallererst haben wir Veränderungen zum Positiven im Blick.

Was heißt das konkret?

Lachenmann: Mit unseren Hinweisen und Empfehlungen möchten wir zum Beispiel den Kirchengemeinden, die wir im Durchschnitt alle sechs Jahre prüfen, helfen, ihre Prozesse bei der Kassen– und Haushaltsführung zu optimieren. Im besten Fall, geht im Anschluss an eine kritische Draufsicht die folgende Prüfung mit weniger Anmerkungen durch. Das ist doch dann für alle – die Gemeinden, die Kirchenkreisverwaltung und das Prüfungsamt – ein schöner Erfolg.
 
Wie hat man sich das konkret vorzustellen? Sie kommen unangemeldet ins Pfarramt XY und sagen, Sie wollen jetzt mal alle Kassenbücher sehen?

Schacht: Nein. Das Verfahren ist im Rechnungsprüfungsgesetz klar geregelt: Jährlich stellen wir nach Parametern mit Hilfe eines Computerprogramms eine Liste von zu prüfenden Einrichtungen der Nordkirche, darunter auch Kirchengemeinden, zusammen. Über die abschließende Liste entscheidet dann der Rechnungsprüfungsausschuss der Landessynode und beauftragt uns als Amt mit den Prüfungen.
 
Sie melden sich also an. Die Gemeinden zeigen ihre Unterlagen, Sie schauen drauf – Feierabend?

Lachenmann: So einfach ist es nicht. Jeweils zum Jahresanfang schreiben wir alle an und teilen mit, dass wir im laufenden Jahr eine Prüfung durchführen. Dann erstellen wir eine Liste mit Anforderungen, die neben den Kirchengemeinden auch die Kirchenkreisverwaltung bekommt, die ja die Gemeinden vielfältig bei den Buchungen und der Kassenführung unterstützt. Alles Nötige wird uns dann (möglichst digital) zur Verfügung gestellt. Zudem bekommen wir Zugang zum Finanzprogramm KFM.
 
Sie verschaffen sich quasi einen ersten Überblick?

Lachenmann: Genau. Später aber sind wir mindestens auch einmal vor Ort in der Gemeinde. Nach unserer risikoorientierten Prüfung, die wir bei der Gemeinde und im Rechnungsprüfungsamt durchführen, erstellen wir den Entwurf des Prüfberichtes. Die Kirchengemeinde kann dann Stellung dazu nehmen und es gibt noch ein Abschlussgespräch. Dies ist uns besonders wichtig, weil manche Unklarheiten oder Missverständnisse sich dabei oft ausräumen lassen.

Bekommen die Gemeinden von der Verwaltung eine Unterstützung?

Görs: Ja, natürlich. Dies gehört zu unserem Auftrag. Ich möchte aber betonen, dass wir nicht in den Prüfprozess vor Ort eingebunden sind. Das heißt, wir stellen nur die Unterlagen zusammen und bieten an, dass die jeweiligen Buchhalter aus unserer Kirchenkreisverwaltung beim schon genannten Abschlussgespräch dabei sind, da dies für das weitere Verfahren sinnvoll und hilfreich ist.
 
Der Kirchenkreisrat soll sogar empfehlen, dass Sie bei den Abschlussgesprächen dabei sind?

Görs: Richtig, hier ist die Bitte an die Gemeinden, ihre Buchhalterin oder ihren Buchhalter zum Abschlussgespräch einzuladen. Auch wenn es kein Gespräch geben sollte ist der Austausch wichtig. Denn entscheidet ist ja, was die Buchhaltung noch besser für die Kirchengemeinde tun kann und umgekehrt.
 
Aber dann kommt…

Schacht:
…der endgültige Prüfbericht unseres Amtes. Dieser wird parallel ebenso an die Kirchenkreisverwaltung und den Kirchenkreisrat gesandt, der die Aufsicht über alle Gemeinden führt.
 
Wie lange dauert die Prüfung? 

Lachenmann: Dies ist sehr unterschiedlich und hängt auch von der Größe der Gemeinde bzw. ihrer Einrichtungen (Friedhof, Kita etc.) ab. Allgemein gilt: Ist alles gut vorbereitet und unsere Anforderungsliste ebenso gut abgearbeitet, beschleunigt dies den Vorgang.
 
Sie haben alles unter die Lupe genommen, schicken den Bericht und dann?

Lachenmann: Aus unserer kritischen Draufsicht, deren Ziel wie schon eingangs gesagt, eine Optimierung der Prozesse ist, ergeben sich Hinweise, Empfehlungen und Beanstandungen für die Haushaltsführung und die Vermögensverwaltung. Es geht also um einen Soll-Ist-Vergleich, der Fehler etc. auflistet.
 
Wichtig ist mir, klar zu stellen: Wir können keine Sanktionen verhängen.  Wir gehen aber davon aus und erleben dies auch im täglichen Geschäft, dass die geprüften Einrichtungen, wie die Kirchengemeinden, natürlich ihre Konsequenzen ziehen und benannte Dinge abstellen.
 
…und wenn nichts passiert?

Görs: Als Verwaltung wirken wir auf die nötigen Veränderungen natürlich hin. Im Fall eines Falles kann der Kirchenkreisrat als Aufsicht auch eine Prüfung für eine Kirchengemeinde beantragen. Dies ist aber selten erforderlich.
 
Hauptsächlich profitieren die Kirchengemeinden aber von der Prüfung. Denn die Prüfer haben eine nordkirchenweite  Übersicht. Das heißt, sie wissen, was sich hier und dort bewährt hat, wie man dieses oder jenes, pragmatisch und zugleich rechtskonform organisieren könnte. Kurzum: Das bekannte Rad muss also nicht ein zweites Mal  erfunden werden.
 
Schacht: Ich möchte dies gern unterstreichen: Die Erfahrung zeigt, dass unsere Beratung vor Ort das Verständnis für die manchmal als zu starr empfundenen Vorgaben im Finanzbereich weckt.
 
Zum Rechtsrahmen gehört auch, dass das Rechnungsprüfungsamt unabhängig ist. Warum?

Lachenmann: Die gut 500 Millionen Euro, die in der gesamten Nordkirche jährlich aus Kirchensteuern und Staatsleistungen zur kirchlichen Arbeit zur Verfügung stehen, müssen transparent verwaltet und verwendet werden. Für dieses treuhänderische Geld, gibt es Regeln, die einzuhalten sind.
 
Zur Transparenz und, weil wir als Kirche einen hohen moralischen Anspruch vertreten, wird das Finanzgebaren von uns als Rechnungsprüfungsamt unabhängig geprüft und hinterfragt. Unser Amt ist unabhängig, nicht weisungsgebunden und nur den rechtlichen Regelungen der Nordkirche unterworfen. Bei Ländern und Kommunen ist dies ganz genauso und vergleichbar.
Quelle: ELKM (cme)
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