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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Gleichstellungsbeauftragter präsentiert Landessynode Daten

Die Nordkirche wird immer weiblicher

17.11.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Nordkirche ist auf dem Weg zur Gleichstellung. In den meisten Gremien sei mittlerweile annähernd eine gleiche Zahl von Männern und Frauen vertreten, sagte der Gleichstellungsbeauftragte Thomas Schollas am Sonnabend vor der Landessynode in Lübeck-Travemünde. Lediglich Pröpstinnen und Dezernentinnen seien vergleichsweise selten. Mit Ulrike Hillmann wurde am Donnerstag eine Frau an die Spitze des Kirchenparlaments gewählt. Im September gewann Kristina Kühnbaum-Schmidt die Wahl als neue Landesbischöfin.

Besonders augenfällig ist der Wandel in der Pastorenschaft. Lag der Anteil der Pastorinnen 2012 noch bei 39 Prozent, so ist er 2017 bereits auf 44 Prozent geklettert. Prognostiziert wird, dass im Jahre 2030 der Pastorinnen-Anteil bei über 60 Prozent liegen wird. Dies, so Schollas, werde das Berufsbild stark verändern.

Mit zwölf Pröpstinnen liegt ihr Anteil in der Nordkirche derzeit bei nur 34 Prozent. Im Landeskirchenamt ist mit Susanne Böhland nur eine Dezernentin tätig. Acht Dezernate werden von Männern geleitet. Mit Kirsten Fehrs und Kristina Kühnbaum-Schmidt sind zwei Frauen im fünfköpfigen Bischofskollegium vertreten. Im Bereich der Verwaltungsleitung hat sich der Frauenanteil seit 2012 verdoppelt und beträgt derzeit 31 Prozent.

In der neuen Landessynode liegt der Frauenanteil bei 42 Prozent, sieben Prozentpunkte höher als bei der vorherigen. In den meisten Parlamenten der Kirchenkreise sind Männer und Frauen gleich stark vertreten. In Dithmarschen liegt der Frauenanteil sogar bei 58 Prozent. In den Kirchenkreisen Pommern (30 Prozent) und Plön-Segeberg (37 Prozent) sind Frauen dagegen deutlich unterrepräsentiert. Im Durchschnitt liegt der Frauenanteil in den Kirchenkreissynoden bei 47 Prozent. In den Kirchengemeinderäten beträgt er 54 Prozent.

Schollas erinnerte daran, dass ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober 2017 neben Frauen und Männern ein drittes Geschlecht für das Personenregister gefordert hat. Dies verlange von der Nordkirche, "ein drittes Geschlecht zu denken". Konkret werde dies zu Veränderungen bei Taufurkunden, Trauformularen oder Stellenausschreibungen führen. Bei Jugendfreizeiten etwa müsse geklärt werden, wo diese Menschen schlafen und welche Toiletten sie benutzen sollen. Eine Synode soll sich 2019 mit dem Thema befassen.
Quelle: epd

Präsidium der Landessynode gewählt

Ulrike Hillmann neue Präses der Nordkirchen-Synode

15.11.2018 ǀ Lübeck-Travemünde.  Das Kirchenparlament der Nordkirche wird künftig von einer Frau geleitet. Die Landessynode wählte am Donnerstag die Richterin Ulrike Hillmann (65) aus Bad Segeberg zur neuen Präses. Sie erhielt im ersten Wahlgang 96 Stimmen der 147 anwesenden Synodalen. Ihr Gegenkandidat, der ehemalige Präses Andreas Tietze (56), bekam 49 Stimmen. Es gab eine Enthaltung, ein Stimme war ungültig.

Zum ersten Vize-Präses der Landessynode wurde mit 76 Stimmen Pastor Andreas Hamann (Referent in der Schleswiger Bischofskanzlei für die Domsanierung) gewählt. Sein Gegenkandidat Pastor Michael Stahl (Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsdienst in Hamburg) erhielt 71 Stimmen. Ohne Gegenkandidatin wurde die bisherige zweite Vize-Präses Elke König aus Greifswald (Präses der Pommerschen Kirchenkreissynode und EKD-Vizepräses) in ihrem Amt bestätigt.

Hillmann ist seit 2010 Präsidentin des Landgerichts Kiel und seit 2008 Richterin am Schleswig-Holsteinischen Landesverfassungsgericht. Zuvor war sie an verschiedenen Gerichten in Schleswig-Holstein tätig. Sie wird Ende Januar 2019 in den Ruhestand treten, bleibt aber Richterin am Landesverfassungsgericht. Hillmann war bereits stellvertretende Vorsitzende der Nordelbischen Synode. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie 2013 mit der Bugenhagen-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der Nordkirche. Sie ist verwitwet und hat zwei Kinder.

Hillmann habe reiche Erfahrung "als Schlichterin und Entscheiderin", sagte der Synodale Kai Greve bei der Begründung des Wahlvorschlags. Sie könne Debatten leiten und - wo nötig - auch befrieden. Ihr Wirken sei geprägt von Sachlichkeit, Toleranz, Gelassenheit und Empathie. "Sie hat den weiten Blick auf unsere Kirche und ihre Zukunft."

Ihr Gottvertrauen habe sie durch schwierige Zeiten in Beruf und Privatleben getragen, sagte Hillmann bei ihrer Vorstellung. Schwerpunkte der künftigen Synodenarbeit seien die Zukunft der Familien und der Rückgang bei der Zahl der Kirchenmitglieder und der Pastoren. "Wichtige Themen brauchen Zeit und Raum."

Als gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft nannte Hillmann den Klimawandel, die Digitalisierung, die Migration sowie die zunehmende Verrohung von Gesellschaft und Politik. Überlegt werden sollte auch, ob statt eines Hotels wie in Travemünde künftig ein kirchliches Haus für die Synodentagungen genutzt werden sollte.

Die ehemaligen Landeskirchen, die sich 2012 zur Nordkirche zusammengeschlossen haben, hatten mit Elisabeth Lingner (Nordelbische Kirche) und Elke König (Pommersche Kirche) bereits Frauen an der Spitze einer Synode.
Quelle: epd

Berufung zum Studienleiter für Gottesdienst und Predigtlehre

Bischof von Maltzahn wechselt zum 1. Mai 2019 ins Prediger- und Studienseminar

14.11.2018 ǀ Schwerin/Ratzeburg.  Bischof Dr. Andreas von Maltzahn wechselt zum 1. Mai 2019 ans Prediger- und Studienseminar der Nordkirche in Ratzeburg. Das Kollegium des Landeskirchenamtes hat ihn am Dienstag (13. November) zum künftigen Studienleiter für Gottesdienst und Homiletik (Predigtlehre) berufen. Die Berufung erfolgte für den Zeitraum von acht Jahren. Der derzeitige Schweriner Bischof wird damit Nachfolger von Pastor Hubertus Hotze, der in den Ruhestand eintritt. 

Zum Arbeitsschwerpunkt Homiletik- und Gottesdienstausbildung komme die Mitverantwortung für die Konzipierung und Durchführung weiterer Kurse hinzu, hieß es in der öffentlichen Ausschreibung. Deren Inhalte und Arbeitsformen werden sich „aus den je aktuellen Bedarfen für das Pfarramt im Wandel der Zeiten ergeben“. Mit der unmittelbaren Wiederbesetzung stellt die Nordkirche einen nahtlosen Übergang in der Studienleitung sicher: Derzeit wird am Prediger- und Studienseminar ein neues Curriculum erarbeitet.

Gemäß Einführungsgesetz zur Verfassung der Nordkirche würde die Amtszeit von Bischof v. Maltzahn ebenso wie die des Greifswalder Bischofs im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, im September 2019 mit der Amtsperiode der Ersten Kirchenleitung enden. Im Einführungsgesetz ist vorgesehen, dass die Aufgaben des Bischofs nach seinem Ausscheiden von den Pröpstinnen und Pröpsten des Kirchenkreises Mecklenburg wahrgenommen werden. Die Verabschiedung von Bischof v. Maltzahn aus dem bischöflichen Amt ist für Samstag, 11. Mai 2019, 14 Uhr, im Dom zu Schwerin geplant.

Hintergrund

Künftig wird es nur noch eine Bischöfin oder einen Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche geben. Die Bischofswahl durch die Landessynode ist für den 1. März 2019 in Greifswald geplant. Bischöflicher Dienstsitz wird Greifswald sein.

Der im mecklenburgischen Hagenow geborene und in Rostock aufgewachsene Andreas v. Maltzahn (57) war Pastor in Vipperow und Wismar und dabei jeweils Propst in den mecklenburgischen Propsteien Röbel und Wismar. 2007 wählte ihn die Landessynode der damaligen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs zum Landesbischof. Seit Gründung der Nordkirche 2012 ist er Bischof im Sprengel und Pommern mit Sitz in Schwerin.

Das Prediger- und Studienseminar in Ratzeburg ist die Ausbildungsstätte für künftige Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche, die sich nach dem Abschluss des Theologiestudiums im Rahmen des Vikariats sowohl in der kirchengemeindlichen Praxis als auch am Prediger- und Studienseminar auf den Dienst im Pfarramt vorbereiten.
Quelle: Nordkirche
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