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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) entstand aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche zu Pfingsten 2012. Laut Verfassung gliedert sie sich in die drei Sprengel Hamburg und Lübeck, Mecklenburg und Pommern sowie Schleswig und Holstein. Jeder Sprengel steht unter der geistlichen Leitung einer Bischöfin oder eines Bischofs.
 
Die Sprengel sind in dreizehn Kirchenkreise unterteilt. Im Sprengel Mecklenburg und Pommern gibt es zwei Kirchenkreise: den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg und den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Im Kirchenkreis sind die Kirchengemeinden sowie die Dienste und Werke einer Region zu einer kirchlichen Einheit zusammengeschlossen. Der Kirchenkreis nimmt Aufgaben wahr, die den Bereich einer Kirchengemeinde vor Ort überschreiten.

Nachrichten

Landessynodale feierten Abendmahlsgottesdienst

Bischof v. Maltzahn: Gott im eigenen Leben suchen und so lebendig bleiben

17.11.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  „Nach Gott existentiell zu fragen – auf jeder Lebensstufe neu – ist geradezu ein Lebenselixier, genau das, was uns lebendig bleiben lässt!“ Diese Überzeugung vertrat der Schweriner Bischof am heutigen Freitagabend in seiner Predigt vor den Landessynodalen der Nordkirche in Travemünde. Zum traditionellen Synodengottesdienst waren diese am Abend in der St.-Lorenz-Kirche des Ostseeheilbades zusammen gekommen.

Der Bischof stellte die biblische Aufforderung: „Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe. Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!“ (Hosea 10,12) in den Mittelpunkt seiner Predigt. Eingangs erinnerte er daran, dass die Kirche beim Thema Gerechtigkeit deutlich wacher geworden sei: So gingen 3 Prozent der Finanzmittel in die Entwicklungsarbeit, zugleich werde die ökofaire Beschaffung in Gemeinden, Verwaltung oder Diensten und Werken immer selbstverständlicher. Die engagierte Bewegung der Eine-Welt-Läden und die Partnerschaftsarbeit, beispielsweise mit Tansania, stehen ebenfalls dafür.

Paradigmenwechsel in kirchlicher Arbeit

Allerdings geht es in der Bibel „nicht nur um die Verwirklichung innerweltlicher Gerechtigkeit“. Es geht laut Bischof v. Maltzahn, um die „Beziehung zu Gott, um ein Leben vor und mit Gott, das in seinem Sinne ist“. Vor diesem Hintergrund blickte der Bischof auf Umbrüche in der Kirche und plädierte für einen Paradigmenwechsel kirchlicher Arbeit. „Dazu gehört für mich eine verstärkte Offenheit für Menschen mit säkularer Lebenshaltung.“ Zugleich fragte er, ob diese erst „religiös“ werden müssten, um mit Gott verbunden zu sein oder ob sich nicht andere Wege finden lassen.

In seiner Predigt berichtete Dr. v. Maltzahn von Kirchengemeinden, in denen gemeinsam mit Nicht-Christen ein politisches Nachtgebet zum Thema „Armut“ vorbereitet werde. Anderswo „entsteht eine Liturgie für einen Gottesdienst für Menschen auf der Suche – und auf einmal sind da Menschen in unserer Kirche, die wir noch nie gesehen hatten“, so Andreas v. Maltzahn. Und in einem anderen Ort verbünde sich „ein ganzes Stadtviertel, um etwas zu tun gegen die Nöte vor Ort – und die Leute staunen, welche Fähigkeiten wir als Kirche einzubringen haben“.

Über den eigenen Glauben offen sprechen

Zugleich rief Bischof v. Maltzahn dazu auf, Gott neu zu suchen. Persönlich hieße dies, vorbehaltlos zu fragen, „was uns Angst macht und was uns hoffen lässt, indem wir die alten Bilder von Gott abstreifen, weil es Zeit ist für neue Entdeckungen“. Zugleich sei es wichtig, in den Kirchengemeinden, Diensten und Werken über den Glauben zu sprechen. „Es gibt eine erstaunlich verbreitete, innere Zensur aus Sorge, Menschen könnten mit dem Glaubens-Thema verschreckt werden“, so der Bischof. Dabei könne es so befreiend sein, „wenn wir unverkrampft darüber sprechen, was unser Leben trägt“.

Den abendlichen Synodengottesdienst gestaltete Bischof Dr. von Maltzahn gemeinsam mit Mitgliedern der Landessynode, die eine Collage biblischer Texte zum Thema lasen. Für die musikalische Gestaltung sorgten Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf und der Synodenchor unter der Leitung von Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich.
Quelle: Bischofskanzlei Schwerin (cme)

Mehr Geld für die Nordkirche

Landessynode beschließt Haushalt 2018 einstimmig

17.11.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  Finanziell geht es der Nordkirche gut. Für das kommende Jahr rechnet sie mit Einnahmen von 538 Millionen Euro, ein Plus von 14 Millionen Euro (4,4 Prozent) gegenüber 2017. Die Haushaltslage sei "mehr als zufriedenstellend", sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Claus Möller, ehemaliger SPD-Finanzminister von Schleswig-Holstein, am Freitag in Lübeck-Travemünde. Das Kirchenparlament beschloss den Haushalt einstimmig mit einer Enthaltung.

Möller warnte jedoch vor zusätzlichen Ausgaben. So sei für geplante Investitionen auf der Domhalbinsel Ratzeburg und für das Archivwesen ein zweistelliger Millionenbetrag notwendig, der bislang nicht eingeplant sei. In ähnlicher Größenordnung lägen ungeklärte Nachforderungen für die Altersversorgung für Angestellte (VBL). Völlig offen seien mögliche Mindereinnahmen durch neue Steuergesetze der künftigen Bundesregierung.

Der größte Anteil der Einnahmen sind Kirchensteuern in Höhe von 494 Millionen Euro. Davon kommen 229 Millionen Euro aus Schleswig-Holstein, 213 Millionen aus Hamburg, 32 Millionen Euro aus Mecklenburg-Vorpommern und 20 Millionen Euro aus der Abgeltungssteuer. 29 Millionen Euro zahlen die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern etwa zu gleichen Anteilen als Staatsleistungen an die Nordkirche. Hamburg zahlt nichts.

Rund 21 Millionen Euro zahlt die Nordkirche an die drei Bundesländer für den Einzug der Kirchensteuer. Während Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern drei Prozent von der Gesamtsumme erhalten, verlangt Hamburg vier Prozent. Über eine Reduzierung sei mit Hamburg bislang erfolglos verhandelt worden, beklagte Haushaltsdezernent Rüdiger Pomrehn.

16 Prozent gehen an Kirchenkreise in MV

Mit 328 Millionen Euro gehen rund 80 Prozent der Einnahmen an die Kirchenkreise und Gemeinden, ein Plus von 20 Millionen Euro gegenüber 2017. Ein Drittel davon geht an die beiden Hamburger Kirchenkreise, rund 16 Prozent (52,5 Mio.) an die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern. Am wenigsten bekommt der Kirchenkreis Dithmarschen mit 3,7 Prozent.

15 Millionen Euro erhält der Kirchliche Entwicklungsdienst für Hilfsprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Für Leitung und Verwaltung sind 33 Millionen Euro eingeplant.

Für die Altersversorgung der Pastoren und Kirchenbeamten werden 2018 insgesamt 82 Millionen Euro veranschlagt. In dem Sondervermögen zur Altersversorgung befindet sich mehr als eine Milliarde Euro. Damit werden 60 Prozent der Pensionslasten für ältere Pastoren bezahlt. Für jüngere Pastoren wird bei der Einstellung eine Alterssicherung ähnlich wie bei Angestellten abgeschlossen.
Quelle: epd/kmv

Landessynode

Nordkirche verabschiedet Friedenspapier

17.11.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Nordkirche hat mit einem Positionspapier ihren Willen zur Überwindung der Gewalt auf der Welt bekräftigt. Das Papier zum Thema "Gerechter Frieden" wurde während der Landessynode am Donnerstagabend in Lübeck-Travemünde verabschiedet. Damit stimmten die Synodalen auch dem überarbeiteten Abschnitt "Gewalt überwinden" zu, über den sie in den vergangenen Monaten intensiv beraten hatten.

Alle Versuche, Recht, Gerechtigkeit und Frieden mit militärischer Gewalt durchzusetzen, führten von christlich-ethischen Vorstellungen weg, hieß es. Daher will die Nordkirche gemeinsam mit weiteren Akteuren Konfliktlösungsmodelle entwickeln, die dem Konzept der Friedenslogik folgen.

Besonders die Frage, ob äußerstes Unrecht unter wenigen spezifischen Kriterien nur noch mit Waffengewalt begrenzt werden kann, führe in ethische Dilemmata, sagte der Hamburger Propst Matthias Bohl, Vorsitzender des Ausschusses, der das Papier vorgelegt hatte. "Viele in der Kirche verneinen dies aus Gewissensgründen. Andere halten es für möglich, dass zur Abwendung humanitärer Katastrophen militärische Gewalt in begrenztem Ausmaß und unter Einhaltung der Verhältnismäßigkeit angewendet werden darf." Auch für die Zukunft bleibe wichtig, sich bei der Frage, wie Gewalt überwunden werden kann, die gegenseitige Wertschätzung für unterschiedliche Gewissensentscheidungen zu bewahren.

Deutlich wendet sich die Nordkirche gegen Argumentationen, die eine ökonomische Notwendigkeit für Rüstungsentwicklung und Rüstungsproduktion sehen: "Wir unterstützen die, die sich für eine Überwindung militärischer Sicherheitslogik einsetzen und sich an der Weiterentwicklung friedenslogischer Konzepte beteiligen." In weiteren Abschnitten des Positionspapiers werden die Themen "Gerechtigkeit leben", "Fremdheit als Bereicherung", "Friede der Religionen" sowie "Unser Vertrauen auf Gottes Heil" behandelt.
Quelle: epd
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