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Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter (Lübeck), Landesbischof Hermann Beste (Schwerin), Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald)


Bischöfe skeptisch zu evangelischer Nordkirche

 

Lübeck (epd/ran). Der Vorschlag der Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter für eine evangelische Nordkirche ist unterschiedlich aufgenommen worden. Während der mecklenburgische Bischof Hermann Beste derzeit keine Notwendigkeit für eine neue Fusionsdebatte sieht, räumte Pommerns Bischof Hans-Jürgen Abromeit dem Vorschlag Chancen ein. "Wenn man das wirklich will, ist das auch realistisch", unterstrich Abromeit. Wartenberg-Potter hatte vorgeschlagen, in zehn Jahren Verhandlungen über eine gemeinsame Nordkirche mit den Landeskirchen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern zu führen. Die Kirchen seien allerdings sehr unterschiedlich, räumte Wartenberg-Potter ein. Die nordelbische Kirche in Schleswig-Holstein und Hamburg habe 2,2 Millionen Mitglieder, Mecklenburg dagegen nur 216.000 und Pommern 120.000 Mitglieder. Gerade angesichts notwendiger Reformen sei die Kooperation mit den beiden ostdeutschen Kirchen aber eine neue Perspektive. Als Lübecker Bischöfin sitze sie an der "Nahtstelle" zwischen Ost und West.

Eine Fusion sei derzeit für Mecklenburg "kein Thema", sagte Bischof Beste dagegen dem epd. Die Kirche habe derzeit andere wichtige Aufgaben. Er könne für einen derartigen Schritt aktuell keine Notwendigkeit erkennen. Gleichwohl sollte eine Fusion nicht für alle Zeiten ausgeschlossen werden. Sinnvoll ist aus Sicht des Greifswalder Bischofs Abromeit eine Nordkirche nur dann, wenn sie die Eigenheiten Pommerns berücksichtigt. Technisch sei im Zeitalter des elektronischen Büros eine zentrale Kirchenverwaltung im Norden kein Problem. Es sei aber eine große Herausforderung für eine solche Kirche, den Lebenswirklichkeiten in Pommern, Mecklenburg und Nordelbien gleichermaßen gerecht zu werden.

Konkrete Verhandlungen gibt es derzeit nur zwischen Mecklenburg und Pommern. 2008 - so der Vorschlag - könnte eine gemeinsame Verfassung in Kraft treten, eine Synode und eine Kirchenverwaltung arbeiten. Geplant ist außerdem, daß ein gemeinsames Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern bereits zum Jahresanfang 2005 seine Arbeit aufnimmt. Beide Oktobersynoden werden darüber beraten.

 


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