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Landessynode

Nordkirche ohne einheitliche Position zur Friedenspolitik

03.03.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Landessynode der Nordkirche hat sich nach mehrstündiger Debatte nicht auf eine einheitliche Position zur Friedenspolitik einigen können. Ein Positionspapier wurde am Freitag ohne die strittigen Punkte zu Militäreinsätzen verabschiedet. Mit großer Mehrheit wurde dagegen eine Erklärung zum G20-Gipfel beschlossen.

Trotz mehrstündiger Debatte konnte sich die Landessynode nicht auf eine einheitliche Position zur globalen Friedenspolitik einigen. In dem Positionspapier "Gerechter Frieden" wird militärische Gewalt und Waffenexport grundsätzlich abgelehnt. Akzeptabel seien allenfalls Aktionen der Vereinten Nationen, um durch militärische Gewalt größeres Unrecht zu verhindern.

Das Papier wurde jedoch ohne die strittigen Punkte zu Militäreinsätzen beschlossen. Die Herausforderungen seien derart komplex, dass sich die Synode derzeit noch nicht positionieren könne, bilanzierte Synodenpräses Andreas Tietze. Die Aussagen in dem Positionspapier sollen als Impuls für weitere Diskussionen genutzt werden.

Anders als in der Friedensbewegung der 80er Jahre sei die Lage heute "furchtbar kompliziert", räumte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn ein. Mit einer "scheinbar eindeutigen Position" werde sich die Kirche ins politische Abseits bewegen. Das Schicksal der ermordeten Jesiden zeige, dass auch ein Nicht-Handeln schuldig mache, sagte der Kieler Synodale Rudolf Görner.

Zerstörerischen Kriegen müsse etwas entgegengesetzt werden, forderte dagegen die Hamburger Synodale Elisabeth Lingner. Nur mit einer eindeutigen pazifistischen Grundposition könne die Kirche in den gesellschaftlichen Dialog treten.

Nordkirche will sich beim G-20-Gipfel einbringen

Engagiert einbringen will sich die Nordkirche in die Debatten des im Juli dieses Jahres in Hamburg stattfindenden G-20-Gipfels. Lösungen für die aktuellen globalen Probleme könnten nicht durch Abschottung gefunden werden, heißt es in einer Resolution der Landessynode, die am Freitag in Lübeck-Travemünde mit großer Mehrheit beschlossen wurde.

Die Kirche wolle den G-20-Gipfel nicht einfach ablehnen, sagte der Hamburger Propst Matthias Bohl. Die Bundesregierung sollte darin unterstützt werden, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen global umzusetzen. Die Synode fordert, vor allem die armen Länder in den Blick zu nehmen, die beim G-20-Gipfel am 7./8. Juli nicht vertreten sind. Kirchliche Gruppen sollten sich aber nur an friedlichen Aktionen beteiligen.

Konkret geplant ist ein ökumenischer Gottesdienst zum Gipfel am 8. Juli in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen. Das Interreligiöse Forum veranstaltet am Vorabend (6. Juli) in der Universität ein Friedensgebet mit Vertretern der Weltreligionen.
Quelle: epd/kmv
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