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Landessynode

Nordkirche verabschiedet Friedenspapier

17.11.2017 ǀ Lübeck-Travemünde.  Die Nordkirche hat mit einem Positionspapier ihren Willen zur Überwindung der Gewalt auf der Welt bekräftigt. Das Papier zum Thema "Gerechter Frieden" wurde während der Landessynode am Donnerstagabend in Lübeck-Travemünde verabschiedet. Damit stimmten die Synodalen auch dem überarbeiteten Abschnitt "Gewalt überwinden" zu, über den sie in den vergangenen Monaten intensiv beraten hatten.

Alle Versuche, Recht, Gerechtigkeit und Frieden mit militärischer Gewalt durchzusetzen, führten von christlich-ethischen Vorstellungen weg, hieß es. Daher will die Nordkirche gemeinsam mit weiteren Akteuren Konfliktlösungsmodelle entwickeln, die dem Konzept der Friedenslogik folgen.

Besonders die Frage, ob äußerstes Unrecht unter wenigen spezifischen Kriterien nur noch mit Waffengewalt begrenzt werden kann, führe in ethische Dilemmata, sagte der Hamburger Propst Matthias Bohl, Vorsitzender des Ausschusses, der das Papier vorgelegt hatte. "Viele in der Kirche verneinen dies aus Gewissensgründen. Andere halten es für möglich, dass zur Abwendung humanitärer Katastrophen militärische Gewalt in begrenztem Ausmaß und unter Einhaltung der Verhältnismäßigkeit angewendet werden darf." Auch für die Zukunft bleibe wichtig, sich bei der Frage, wie Gewalt überwunden werden kann, die gegenseitige Wertschätzung für unterschiedliche Gewissensentscheidungen zu bewahren.

Deutlich wendet sich die Nordkirche gegen Argumentationen, die eine ökonomische Notwendigkeit für Rüstungsentwicklung und Rüstungsproduktion sehen: "Wir unterstützen die, die sich für eine Überwindung militärischer Sicherheitslogik einsetzen und sich an der Weiterentwicklung friedenslogischer Konzepte beteiligen." In weiteren Abschnitten des Positionspapiers werden die Themen "Gerechtigkeit leben", "Fremdheit als Bereicherung", "Friede der Religionen" sowie "Unser Vertrauen auf Gottes Heil" behandelt.
Quelle: epd


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