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Corona-Pandemie

Nordkirche rechnet mit Kirchensteuer-Minus von 12,3 Prozent

26.07.2020 ǀ Schwerin.  Die Nordkirche rechnet wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für 2020 mit erheblichen Ausfällen bei den Kirchensteuereinnahmen. Laut aktueller Schätzung geht die Nordkirche für 2020 von Kirchensteuerreinnahmen in Höhe von 470 Millionen Euro aus. Das wären 12,3 Prozent weniger als erwartet, teilte die Kirchenpressestelle am Freitag in Schwerin mit. Im Haushalt 2020, den die Nordkirche noch vor Corona beschlossenen hatte, war noch mit Einnahmen von 536 Millionen Euro gerechnet worden.

Im September wird eine erneute Steuerschätzung erwartet. Da die Höhe der Kirchensteuer anhand der Lohn- und Einkommenssteuer berechnet wird, sind die staatlichen Steuerschätzungen Grundlage auch für die Schätzung zur Kirchensteuer.

Die Nordkirche hatte auf die erwarteten Mindereinnahmen bereits mit der Einrichtung einer "Task Force Finanzen" reagiert. Sie soll die finanzielle Lage der Landeskirche überprüfen und Handlungsempfehlungen entwickeln. Für die landeskirchliche Leitung und Verwaltung gelten Sperren für die Besetzung frei werdender Personalstellen und für Beförderungen. Bei der Haushaltsplanung 2021 soll es Restriktionen für die Besetzung landeskirchlicher Stellen und für landeskirchliche Investitionsvorhaben geben, hieß es jetzt erneut.

Michael Rapp, Vorsitzender des Finanzausschusses der Landessynode, erwartet auch noch für die kommenden Jahre Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kirchensteuern. Doch die Nordkirche habe "durch weitsichtiges Haushalten" in den vergangenen Jahren Rücklagen gebildet. Mit ihrer Hilfe gelte es nun, die aktuellen Einbrüche aufzufangen, bis die notwendigen Anpassungen an die veränderte Einnahmesituation greifen. "Gemeinsam werden wir uns der Herausforderung stellen, um sie erfolgreich zu bewältigen", sagte er.

Auch für 2021 erwartet die Nordkirche wegen der corona-bedingten Rezession geringere Kirchensteuerreinnahmen. Ein Ausschuss der Kirchenleitung entwickele derzeit einen Handlungsrahmen mit dem Ziel, vor diesem Hintergrund einen ausgeglichenen Haushalt für 2021 aufzustellen, sagte Kirchensprecher Stefan Döbler. Eine weitere Arbeitsgruppe der Kirchenleitung soll unter Beteiligung des Finanzausschusses der Landessynode und des Landeskirchenamtes die Strukturen und Abläufe in der Landeskirche an die verringerten Finanzressourcen anpassen.

Die Nordkirche gehört zu den sechs größten Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie ist flächenmäßig die zweitgrößte Landeskirche, ihr Gebiet reicht von der dänischen bis zur polnischen Grenze. Zu ihr gehören rund 1.000 Kirchengemeinden mit fast 1.900 Kirchen und Kapellen.
Quelle: epd

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