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20 Jahre „Güstrower Vertrag“

Nordkirche lädt zum Reformationsempfang in Schwerin ein

Im vergangenen Jahr fand der traditionelle Reformationsempfang im Sprengel Mecklenburg und Pommern in der Stralsunder Kirche St. Nikolai statt.
28.10.2014 ǀ Schwerin/Greifswald.  Die Nordkirche würdigt bei ihrem Reformationsempfang am Freitag (31. Oktober) in Schwerin den vor 20 Jahren mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und den damaligen evangelischen Landeskirchen geschlossenen „Güstrower Vertrag“. Weitere Feierlichkeiten finden in Hamburg und Kiel statt. 

Der traditionelle Festempfang im Sprengel Mecklenburg und Pommern wird im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin gefeiert. Vorher wird Bischof Dr. Andreas von Maltzahn in der St. Nikolai-Kirche (Schelfkirche) predigen (17 Uhr). Sein Greifswalder Amtskollege Dr. Hans-Jürgen Abromeit gestaltet die Liturgie. Unter den Andachtsteilnehmern werden rund 200 Persönlichkeiten aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien erwartet. Grußworte werden Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Justizministerin Uta-Maria Kuder und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow halten. Für das Erzbistum Hamburg wird Weihbischof Norbert Werbs sprechen.

Den seit 20 Jahren bestehenden „Güstrower Vertrag“ wird Landesbischof Gerhard Ulrich in einer Festrede im Anschluss an den Gottesdienst als „Rechtsgrundlage für den Dienst der evangelischen Kirche an den Menschen in Mecklenburg-Vorpommern“ würdigen. 1994 haben das Land Mecklenburg-Vorpommern und die damaligen evangelischen Landeskirchen (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs und Pommersche Evangelische Kirche) ihre Beziehungen mit diesem Vertrag rechtlich geordnet – „in der Überzeugung“, so die Präambel, „dass die Trennung von Staat und Kirche gleichermaßen Distanz und Kooperation gebietet“. Im Vertrag sind unter anderem die unterschiedlichen Bereiche der Kooperation geregelt.

Der Reformationsempfang der Nordkirche findet alljährlich am 31. Oktober abwechselnd im mecklenburgischen und pommerschen Bereich des Sprengels statt.

EKD eröffnet neues Themenjahr der Lutherdekade

Neben dem Schweriner Empfang finden am Reformationstag weitere Feierlichkeiten auf dem Gebiet der Nordkirche statt. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eröffnet in der Hamburger Christianskirche Ottensen das neue Themenjahr der Lutherdekade. Motto ist in diesem Jahr "Bild und Bibel". Predigen wird die Luther-Botschafterin Margot Käßmann. Mit dabei sind auch die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs und der Schleswiger Bischof Gothart Magaard. Der NDR überträgt den Gottesdienst ab 16.10 Uhr live im Fernsehen.

Nach dem Gottesdienst wird der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider der früheren Bundesfamilienministerin Renate Schmidt die Martin-Luther-Medaille verleihen. Der Rat der EKD würdigt damit die "wechselvolle Solidarität" der 70-jährigen Politikerin zur evangelischen Kirche. Die Laudatio hält der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), Vize-Präses der EKD-Synode.

Auch in Schleswig-Holstein wird das Reformationsfest prominent gefeiert. Oberkirchenräte und Angestellte des Landeskirchenamtes einschließlich der Schweriner Außenstelle kommen in der Kieler Kunsthalle zusammen. Thorsten Neumann, Geschäftsführer der Filmgesellschaft Eikon Nord, spricht dort über Martin Luther in den modernen Medien.

Oberkirchenrat Daniel Mourkojannis, Leiter der Arbeitsstelle Reformationsjubiläum, ist zuversichtlich, dass die prominenten Reformationsfeiern die Gemeinden der Nordkirche bei ihren Vorbereitungen auf das Luther-Jubiläum 2017 beflügeln. Das Thema des Lutherjahres "Bild und Bibel" biete zahlreiche Anknüpfungspunkte für Veranstaltungen zu Gottesbildern, für die Gestaltung der eigenen Gemeindekirche oder zur Kinder-Pädagogik.
Quelle: epd/maw/kmv