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Nordkirche

Ein Jahr der Veränderungen: Neue Landesbischöfin und Bischofswahl in Greifswald

Von Nicole Kiesewetter

Kristina Kühnbaum-Schmidt wird am Pfingstmontag (10. Juni) im Schweriner Dom in ihr Amt eingeführt.
03.01.2019 ǀ Schwerin/Greifswald.  Erstmals nach Gründung der Nordkirche vor fast sieben Jahren wird es 2019 personelle Veränderungen an der Spitze geben. Neben der Einführung von Kristina Kühnbaum-Schmidt als Landesbischöfin, wird ein neuer Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern gewählt.

Die Zeichen stehen auf Abschied für Kristina Kühnbaum-Schmidt. Ihr letzter Weihnachtsgottesdienst in der Stadtkirche von Meiningen ist für die Thüringer Regionalbischöfin schon Geschichte. Ab dem 1. April werden der Schweriner und der Lübecker Dom die Predigtstätten der 54-Jährigen sein, die im November zur Nachfolgerin von Landesbischof Gerhard Ulrich gewählt wurde. Der 67-Jährige tritt Ende März 2019 in den Ruhestand.

Doch während Kristina Kühnbaum-Schmidt bis dahin noch einige "letzte Male" in Thüringen erleben wird, verfolgt sie bereits, was in der Nordkirche geschieht. "Zwar noch mit Abstand, aber mit Interesse", sagt sie. Besonders freue sie sich darauf, die Nordkirche in ihrer ganzen Vielfalt noch besser kennenzulernen. "Unterwegs sein und Besuche machen." Sie wünsche sich, so die Mutter einer erwachsenen Tochter, "dass Menschen mir mit Offenheit und Interesse begegnen". Kühnbaum-Schmidt wird am Pfingstmontag (10. Juni) im Schweriner Dom in ihr Amt eingeführt.

Künftig ein Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern

Doch damit nicht genug der Veränderung: Ab Oktober 2019 wird es nur noch einen Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern geben. Das sieht das Einführungsgesetz zur Verfassung der Nordkirche vor. Zur Bischofswahl durch die Landessynode am 1. März im Greifswalder Dom treten zwei evangelische Theologen aus Dresden und Rostock an: Christian Behr (57) ist Pfarrer an der Kreuzkirche Dresden und Superintendent des Kirchenbezirkes Dresden Mitte, Tilman Jeremias (52) ist Ökumene-Pastor des Kirchenkreises Mecklenburg in Rostock.

Christian Behr (li. Foto: Steffen Giersch) und Tilman Jeremias (Foto: Daniel Vogel)
Gesucht wird ein Nachfolger der beiden Bischöfe Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) und Andreas von Maltzahn (Schwerin). Dienstsitz wird Greifswald sein, in Schwerin wird nur noch die Landesbischöfin ihren Sitz haben. Eingeführt werden soll der neue Bischof für Mecklenburg-Vorpommern am 31. Oktober, dem Reformationstag, im Greifswalder Dom.

Bischof Andreas von Maltzahn (57) wird sein Bischofsamt etwa fünf Monate früher als vorgesehen beenden und ab Mai am Prediger- und Studienseminar in Ratzeburg als Studienleiter tätig sein. Ursprünglich wäre Maltzahns Bischofszeit wie die von Bischof Abromeit (64) erst im September zu Ende gegangen. Von Mai bis dahin werden die vier Pröpste im Kirchenkreis Mecklenburg die Aufgaben des Bischofs wahrnehmen. Aus seinem bischöflichen Amt verabschiedet wird Maltzahn am 11. Mai im Schweriner Dom.

Abromeits Abschied folgt am 14. September im Greifswalder Dom. In seinem letzten Amtsjahr werde er "business as usual" machen und die Übergabe seiner Amtsgeschäfte vorzubereiten, hat er angekündigt. Die Mitgliederzahlen in MV "werden gewaltig kleiner werden", prognostiziert er. Dies sei jedoch kein Grund für "Untergangsszenarien". Vielmehr lasse sich die Vitalität der Kirchengemeinden nicht an ihrer Mitgliederzahl messen.

Bischof Abromeit: "Nordkirche eine Erfolgsgeschichte"

Die Gründung der evangelischen Nordkirche ist nach Ansicht Abromeits "eine Erfolgsgeschichte". "Was das Lebensgefühl angeht, sind wir schon gut zusammen gewachsen." Durch die Fusion der drei ehemaligen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern im Mai 2012 seien "sehr nachhaltige Strukturen entstanden", die über viele Jahre tragen würden.

Die Nordkirche hat 2.023.000 Kirchenmitglieder in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg; einige Gemeinden liegen zudem im Bundesland Brandenburg und im südlichen Dänemark. Die flächenmäßig größte evangelische Landeskirche hat 992 Kirchengemeinden in 13 Kirchenkreisen.

Quelle: epd

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