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Hans-Jürgen Abromeit

Neujahrsbotschaft von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit: „Nichts ist unmöglich!“

 

„Nichts ist unmöglich!“ So lautet der Werbespruch einer erfolgreichen japanischen Automarke. Er ist schon Teil unserer Umgangssprache geworden. Aber im Jahr der Finanzkrise meldet auch Toyota Verluste. Also ist doch nicht alles machbar. Entscheidet sich in unserer ökonomisierten Welt alles am Geld?

 

Das Originalzitat lautet auch etwas anders und findet sich zuerst in der Bibel, gleich mehrmals. In der Fassung des Lukasevangeliums heißt das Wort, das die Kirchen zur Jahreslosung für das Jahr 2009 bestimmt haben: „Jesus Christus spricht: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ (Lukas 18, 27)

 

Was ist denn gemeint, wenn die Bibel angesichts menschlichen Unvermögens von Gottes unbegrenzten Möglichkeiten redet? Dieses Wort wird gebraucht, wenn eine alte Frau doch noch ein Kind bekommen soll. Ein anderes Mal wird eine junge Frau, Maria, die Mutter Jesu, schwanger, ohne dass sie jemals Geschlechtsverkehr gehabt hat. Schließlich scheint es unmöglich, dass ein reicher Mann sein Geld den Armen gibt, um in das Reich Gottes hineinzukommen. Es ist unvorstellbar, dass ein Toter wieder lebendig wird. Der natürliche Menschenverstand kann solchen Argumenten nur zustimmen. Nach menschlichem Ermessen ist all das wirklich unmöglich. Wir wissen doch, dass es ohne Ursache keine Wirkung gibt und die Naturgesetze ohne Ausnahme gelten. Aber welche Möglichkeiten hat Gott, der Menschenverstand und Naturgesetze gemacht hat?

 

Wer zu Beginn eines neuen Jahres auf das vergangene Jahr zurückblickt und auf das kommende vorauszuschauen versucht, wird sich ehrlich eingestehen müssen: Es liegt nicht in meiner Hand. Ich kann weder das Glück absichern noch die Sorgen vertreiben. Ich kann mich bemühen, aber letztlich bin ich darauf angewiesen, dass Gott mich hält und mein Leben trägt. „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Das ist zuerst ein Lockruf zum Glauben und eine Ermutigung für das kommende Jahr.

 

Wer mit einem solchen Gottvertrauen in das neue Jahr geht, der kann manchmal in der Tat erfahren, dass das Unmögliche möglich wird. Reiche Menschen werden bereit zum Verzicht. Zerstrittene Nachbarn versöhnen sich. Eine Ehe wird wieder neu. Weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist, hat er die Macht, das Unmögliche möglich zu machen. Mit ihm gemeinsam kann das Jahr 2009 nur ein gutes Jahr werden.

(29.12.2008)


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