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Neues Leben im Alter

Andachten und Impulse

Liebe Leserinnen und Leser,


kann ich Jesus vertrauen, in allem, ganz konkret im Alltag?
Vor dieser Herausforderung stehe ich, steht die Gemeinde, die Gemeinschaft derer, die sich um Jesus sammeln immer wieder aufs Neue.

Bild: Bistum Essen in Pfarrbriefservice.de
Markus berichtet (Mk.8,1-9):  
Drei Tage lang sind viertausend Leute bei Jesus, hören ihm zu und erleben staunend, was so alles passiert. Das Ganze hat weniger den Charakter eines Gottes­dienstes als vielmehr den eines Kirchentags oder Festivals. Trotz aller Be­geisterung meldet sich am dritten Tag der Hunger. Da gibt es keinen Würstchen­verkäufer und keine Dönerbude in dieser verlassenen Gegend; man muss von dem kärglichen Proviant zehren, den einige mitgebracht haben, und der ist nun fast alle.
Jesus ruft seine Jünger zu einer Krisen­sitzung zusammen und sagt: „Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen.

3Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen.“
Jesus hat alles im Blick: Es waren gesegnete drei Tage.

Die Menschen haben Jesus zugehört, haben Gottes Nähe gespürt, haben neue Einsichten gewonnen und sind innerlich erfüllt und begeistert. Doch jede Hoch-Zeit findet einmal ein Ende. Und Jesus sieht die Gegenwart und die Zukunft dieser Menschen und es berührt ihn zutiefst. Denn er sieht, dass sie an diesem Ort nicht bleiben können. Fremd und verloren, ja von Gott verlassen – so kann man sich in der Gegenwart fühlen. Und die Zukunft kann Angst machen, denn man wird wohl verschmachten auf dem Weg.

Jesus kennt diese Gefühle, diese Sichtweisen, auch die Ängste der Menschen, die gerade nach einer wunderbaren Auszeit in ihren Alltag zurückkehren. Selbst seine Jünger sind von diesen Gefühlen nicht ausgenommen, sie stehen der Situation ratlos und hilflos gegenüber: Die Jünger fragen Jesus: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen? Und Jesus fragt zurück: Wie viele Brote habt ihr?

Hinter diesen beiden Fragen entdecke ich eine völlig unter-schiedliche Sicht auf die Welt, auf die Anforderungen des Lebens mit seinen Gefährdungen, auf Gewinne und Verluste, auf Fülle und Mangel. Ja, ich sehe darin jeweils eine grundlegende Einstellung gegenüber der Welt und dem Leben.
Eine Frage der Lebenseinstellung. Und das scheint damals nicht anders gewesen zu sein als heute.  

Wie seht ihr auf euer Leben? Wie seht ihr auf euer persönliches Erntejahr? Ist euer Korb eher voll oder eher leer? Ist euer Erntedankaltar reich geschmückt oder nur ärmlich bestückt?  

Während Jesus das Volk jammert, das heißt, während er nicht nur sich selbst sieht, sondern Mitleid zeigt, sich in die Lage der Menschen versetzt und ihre Not sieht, bejammern sich dagegen die Jünger nur selbst: Nichts da in der Wüste. Unsere Hände sind leer. Die ganze Welt mangelhaft. Alles brotlose Kunst und wir können sowieso nichts ändern. Schon zum zweiten Mal scheitern die Jünger an ihrer Hilflosigkeit und Ohnmacht.

Foto: Silvio Neuendorf in Pfarrbriefservice.de
Jesus dreht den Blick weg von den Defiziten hin zu den Stärken, weg vom Bankrott hin zum Reichtum des Lebens. So viel ist uns gegeben. Schaut genau hin! Alle können und alle sollen satt werden. Das ist die Verheißung:
Bei Gott ist alles möglich.  

Jesus nimmt Brot und Fisch und spricht den Segen. Martin Luther kommentiert das in einer Predigt, dass es nicht an dem allein gelegen sei, ob man viel habe, sondern an dem Segen unseres lieben Herrn Christi.

Es liegt nicht daran, ob viel da ist, sondern ob Segen darauf liegt. Schaut auf diesen Erntedankaltar: Das ist Segen. Schaut auf euer Leben und sucht diesen Segen. Und so geschieht das, wofür die Leute drei Tage ausgeharrt haben: Der Hunger wird gestillt.

Der dritte Tag bedeutet immer eine Wende zum neuen Leben: Drei Tage von Karfreitag bis Ostern. Drei Tage, dieser lange Atem ist gefragt.

Nach drei Tagen die Gewissheit, dass die Nahrung reicht, auch für den weiteren Weg: Jesus lässt die Menschen gehen, satt an Leib und Seele, satt an Brot und Wort, satt an Fülle und Gemeinschaft, satt an Segen und in Ewigkeit. AMEN.

Herzlich Ihre Katharina Seuffert

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