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Neues Leben im Alter

Andacht des Monats


Seht das Lamm Gottes
Andacht in der Passionszeit

Liebe Gemeinde!
In einer Unterrichtsstunde sprach ich mit den Kindern über die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei aus Ägypten.
9 Plagen hatten schon viel Leid über Ägypten gebracht, aber der Pharao wollte das Volk Israel nicht ziehen lassen. Sobald die Plage aufhörte, war das Versprechen schnell vergessen.

Und dann kam die 10. Plage: Jeder Erstgeborene, ob Tier oder Mensch, sollte sterben, der Todesengel ging durch Ägypten.
Gott hatte aber seinen Rettungsweg gezeigt: Jeder, der ihm vertraute, sollte ein Lamm schlachten und mit seinem Blut die Türpfosten bestreichen. Gemeinsam mit der ganzen Familie und auch Nachbarn, sollte dann das Lamm zubereitet und verzehrt werden.
„Das arme Tier!“, sagte ein Kind bedauernd.

Und andere überlegten, wie man sich denn vor dem Tod schützen könne.

Es entstanden folgende Bilder:
-           Ich glaube das nicht. So was tut Gott nicht. Mir wird schon nichts passieren! – (normale Tür)
-           Ich ziehe mich zurück. Die böse Welt kann draußen bleiben. (verbarrikadierte Tür)
-           Ich verdiene den Tod nicht, ich war immer ehrlich und habe mich an alle Regeln gehalten. (Tür mit Zeugnis)
-           Ich binde das Lamm draußen an. Dann kann sich ein anderer damit die Finger schmutzig machen.
-           Wenn „DER“ Blut haben will, dann bekommt er Blut – aber ich und meine schöne Tür bleiben sauber!

Gerettet wurden die, die Gottes Wort Glauben schenkten und danach handelten und das bedeutete: Das Lamm musste geschlachtet werden. Und mit dem Blut musste der eigene Türrahmen eingestrichen werden.
Dort zog der Tod vorbei.

Du bist der Fels
In dem Bibelabschnitt, der uns heute aufgetragen ist, im 1. Brief des Petrus, geht es nicht um ein bisschen nette Nächstenliebe. Die Bibel ist nicht banal!
Es geht um nichts weniger als um die tiefsten Dimensionen unserer Existenz, die uns einen Schauer den Rücken hinunterjagen: um unsern Lebenswandel und unsre schlimmen Traditionen; um Schuld und Unschuld, um Opfer und Vergebung; um Not und Herrlichkeit, ums Unvergängliche im Vergänglichen, um Blut und Leben.
Das alles und mehr steckt in den wenigen dichten Sätzen des 1. Petrusbriefs, Kapitel 1, Verse 18 - 25

18 Ihr wisst, dass Gott euch nicht mit vergänglichen Werten wie Silber oder Gold losgekauft hat von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise.

19 Er bezahlte für euch mit dem teuren und kostbaren Blut von Jesus Christus, der rein und ohne Sünde zum Opferlamm Gottes wurde.
20 Schon vor Erschaffung der Welt wurde er dazu bestimmt, doch erst jetzt, am Ende der Zeiten, wurde er offenbart um euretwillen.

21 Durch Christus seid ihr zum Glauben an Gott gekommen. Und weil Gott ihn von den Toten auferweckt und ihm große Herrlichkeit gegeben hat, setzt ihr nun euren Glauben und eure Hoffnung auf Gott!

22 Jetzt könnt ihr einander aufrichtig lieben, denn ihr wurdet von eurer Schuld befreit, als ihr die Wahrheit Gottes angenommen habt. Deshalb sollt ihr euch wirklich von Herzen lieben.

23 Euer neues Leben hat keinen vergänglichen, sondern ewigen Ursprung, nämlich das lebendige und ewig bestehende Wort Gottes.

24 Der Prophet hat gesagt: »Menschen sind wie Gras, das verdorrt; ihre Schönheit verblasst so schnell wie die Schönheit wilder Blumen. Das Gras verdorrt und die Blumen welken.

25 Aber das Wort des Herrn hat ewig Bestand.
 Und dieses Wort ist die Botschaft, die euch verkündet wurde.

Liebe Gemeinde!
Ein Leben kann nicht mit Gold oder Silber aufgewogen werden.
Und mit Geld und Gut kann man sein Leben weder aus eingefahrenen Verhaltensweisen, noch aus unheilvollen Lebensmustern und Lebensverhältnissen lösen, und schon gar nicht vom Tod loskaufen. Gold und Silber machen nicht frei!

In Gottes Augen wiegt der Mensch mehr als materielle Dinge.
Verlorene Hoffnung wiegt mehr als verlorene Handschuhe!
Doch gerade Hoffnung und Vertrauen, ja Glauben ist das, was die Empfänger des 1. Petrusbriefes gefunden haben und was sie jetzt tragen wird, so schreibt Petrus.

Und das war nicht nur so dahingesagt, denn diese Generation der Christen waren eine religiöse Minderheit. Die jüdische Religion und die Gesellschaft mit ihren vielen religiösen Richtungen duldeten die Christen nicht, die verkündeten, dass Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich! (Joh.14,6).

Die Christen dieser Generation wurden nicht geduldet, sondern bitter verfolgt und ihre Hoffnung wurde harten Proben unterzogen. Und das gerade auch, weil sie dem Wort Gottes glaubten: Nämlich, dass Jesus durch den Einsatz seines Lebens, mit seinem Blut und seinem Tod am Kreuz, uns erlöst und freigekauft hat von der Sünde, der ewigen Trennung von Gott, vom Tod.
Ein Leben für Dein Leben, ein Leben für mein Leben! Für weniger geht es nicht. So kostbar bist du in Gottes Augen!

Ja, das hatten diese Christen erfahren und wurden neu daran erinnert:
1.         „Ihr seid erlöst und gerettet, ihr seid Gott sehr, sehr nahe!“
2.         „Der Tod Jesu ist das weit geöffnete Tor zu Gott und dem ewigen Leben. Denn Gott hat Jesus auferweckt von den Toten und hat ihm große Herrlichkeit gegeben. (V 21).
3.         Durch Jesus gehört ihr jetzt zu Gott, der auch für euch ein Vater ist. Ihr gehört zu ihm, weil ihr seine Wahrheit angenommen habt und weil das lebendige und ewig bestehende Wort Gottes in euch lebt. Darum achtet auf euren Glauben und eure Hoffnung.

Und so lädt uns dieser Gottesdienst ein, uns selbst einmal die Frage nach unserer Hoffnung zu stellen:
Fühle ich mich erlöst, gerettet und Gott nahe?
Fürchte ich weiterhin den Tod oder sehe ich in Jesus Christus das offene Tor zu Gott?
Wie steht es um meine Hoffnung? Wie viel Hoffnung schöpfe ich daraus, dass Gott die Welt erschaffen hat und sich ganz persönlich in Jesus Christus offenbart hat?

Taufe Jesu
Für den Briefschreiber hat unsere Antwort ganz viel mit Liebe zu tun, denn wenn ich als Gotteskind lebe im Vertrauen und in der Hoffnung, die auf Jesus gründet, dann kann ich aufrichtig lieben – meinen Bruder, meinen Nächsten, meine Welt.
Wie soll das gehen?
Im Symbol der Taufe wird es deutlich. Das Wasser wäscht symbolisch alle Schuld ab. Und ich bekomme einen Namen, der mich mit Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist verbindet.

Ich werde hineingetauft in die ewige Wirklichkeit Christi und gewinne Anteil an der Auferstehung. Diese Hoffnung ist überwältigend. Sie überwindet die Hoffnungslosigkeit, und zwar „um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben“ (1. Pt. 21a) hat.

Also noch einmal: Warum das alles? Antwort: „Damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt“ (1. Pt. 21b). Mehr Hoffnung kann es gar nicht geben, als diese, welche Zeit und Raum übersteigt. Sie reicht von Jesus und seinen Jüngern über ungezählte Geschlechter von Gläubigen und Zweiflern bis hin zu uns und allen Kommenden. Sie gilt im Himmel wie auf Erden:
Als Auferstehungshoffnung führt sie in die Ewigkeit.

Als irdische Hoffnung gibt sie allen Auferweckten langen Atem, auf dass ihnen die unerlösten Zustände der Welt am Herzen liegen. Diese Heilsbotschaft kann Hoffnungslosigkeit und Depression heilen, weil die Liebe Christi zu uns stärker ist als der Tod.

Und Jesus sagt:
Offb 3,20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

AMEN

Lied: Lasset uns mit Jesus ziehen  EG 384

Bildnachweis:

Bild Seht das Lamm Gottes: Friedbert Simon
In: Pfarrbriefservice.de

Bild Du bist der Fels: Martina Neugebauer-Renner
In: Pfarrbriefservice.de

Bild Taufe Jesu: Friedbert Simon
In: Pfarrbriefservice.de




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