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Claussen: Kunst und Kirche brauchen Kollegialität

Neuer EKD-Kulturbeauftragter ins Amt eingeführt

25.02.2016 ǀ Berlin/Hamburg.  Mit einem feierlichen Gottesdienst ist der neue Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, am Mittwoch offiziell in sein Amt eingeführt worden. Der 51-Jährige warb in seiner Antrittspredigt dafür, Kunst und Kirche nicht als Konkurrenten zu sehen. "Ich meine, dass es hier - bei Lichte betrachtet - gar keine Konkurrenzen gibt und alles abhängt von gelingender Kollegialität", sagte Claussen im Gottesdienst in der Berliner St. Matthäus-Kirche.

Weder Schriftsteller noch Prediger könnten letztlich Gewissheit vermitteln. Aber gemeinsam seien sie berufen, "Wahrheit zu suchen", sagte Claussen. Die stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus erinnerte in ihrer Ansprache an die Kunst, die die Kirche selbst hervorbringt. Kirchengebäude, Gebete, Kirchenmusik und die Sprache der Bibel bezeichnete sie als "mächtige Gegenkraft, als wirksames Gegengift gegen Gebrüll, Geschwätz und Verwahrlosung".

Zum Gottesdienst und anschließenden Empfang zur Einführung Claussens waren zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft gekommen. Der Theologe hatte sein Amt bereits zu Monatsbeginn angetreten. Claussen ist Nachfolger von Petra Bahr, die 2006 zur ersten Kulturbeauftragten der EKD berufen worden war. Sie wechselte im September 2014 zur CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Claussen war seit 2004 Propst im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Seit 2007 war er zudem Hauptpastor von St. Nikolai, seit 2011 auch Präsident des Evangelischen Kirchbautages. Der 51-Jährige studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Seit vielen Jahren schreibt Claussen regelmäßig Beiträge für überregionale Medien wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Süddeutsche Zeitung" und den "Spiegel". Zudem hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt "Gottes Klänge. Eine Geschichte der Kirchenmusik" (2014).
Quelle: epd