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Nordkirche beruft 20 neue Religionslehrer in MV

Bischof v. Maltzahn: Reli-Unterricht hilft jungen Menschen, sich zu orientieren

06.04.2019 ǀ Ludwigslust/Schwerin.  Die landesweit knapp 500 Religionspädagogen bekommen Verstärkung: 20 neu ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer erhielten am Freitag (5. April) in einem Gottesdienst in Ludwigslust ihre kirchliche Lehrerlaubnis. Jetzt dürfen sie an staatlichen Schulen oder Schulen in freier Trägerschaft unterrichten und Heranwachsende begleiten, wie Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn in seiner Predigt betonte.

Der Religionsunterricht nehme Fragen auf und suche nach Antworten, die sonst im Schulalltag selten vorkommen: Woher kommen wir? Wer sind wir? Was kommt nach dem Tod? Wie will ich mein Leben gestalten? Deshalb unterstrich Bischof Dr. v. Maltzahn die Wichtigkeit des ordentlichen Lehrfachs Evangelische Religion „nicht nur aus Sicht der Kirche, sondern für die gesamte Gesellschaft“.

Wörtlich sagte der Schweriner Bischof: „Wir leben ja – religiös gesehen – in einer äußerst ambivalenten Zeit: Auf der einen Seite wachsen viele Kinder und Jugendliche ohne religiöse Sozialisation auf. Konfessionslosigkeit vererbt sich mittlerweile über Generationen hinweg als Normalität. Auf der anderen Seite wird Religion in den gesellschaftlichen Debatten unerwartet heftig diskutiert, wird teilweise als fremd und bedrohlich erlebt und lässt zugleich andere nach den verbindlichen Grundlagen unseres Gemeinwesens fragen.“

Kompass im Dschungel der Meinungen und Emotionen

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass Heranwachsende „durch guten Religionsunterricht lernen, sich im Dschungel der Meinungen und Emotionen zu orientieren“. Mit sachkundigen Informationen könnten Jugendliche befähigt werden, authentische Religiosität von Fundamentalismus zu unterscheiden und spüren, wie lohnend es ist, die großen Fragen nach Sinn, nach Wahrheit, nach Gott zu stellen. „Es ist unverzichtbar“, so Andreas v. Maltzahn, „dass unsere Gesellschaft jungen Menschen hilft, sich in dieser Hinsicht zu orientieren – damit sie kritikfähig sind und sich nicht mit Oberflächlichkeiten begnügen“.

So entwickelten sich bei den Jugendlichen Haltungen, „die Andersdenkenden, Andersglaubenden mit Respekt begegnen, damit sie eigene Wurzeln entwickeln können, die Halt geben und nähren in den Herausforderungen ihres Lebens“. So gesehen hätten Religionspädagoginnen und -pädagogen einen „wunderbaren Beruf, können hierbei Geburtshelfer sein“, bestärkte der Theologe die 20 neuen und Lehrerinnen und Lehrer.

Drei Voraussetzungen sind zu erfüllen

Im Gottesdienst in der Stiftskirche Ludwigslust wurden ihnen die Vokationsurkunden ausgehändigt. Dabei handelt es sich um die kirchliche Lehrerlaubnis, die Voraussetzung – neben der Kirchenmitgliedschaft und entsprechender fachlichen Qualifizierung –, um evangelischen Religionsunterricht an Schulen zu erteilen. Diese Befähigung wird von der Nordkirche ausgesprochen. Durch die Vokation begleitet sie den Dienst der Religionspädagogen und unterstützt diese kontinuierlich durch Fortbildungs- und Beratungsangebote.

Zirka 42 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit den evangelischen bzw. katholischen Religionsunterricht. Ziel ist, Religion flächendeckend als ordentliches Lehrfach für alle Klassenstufen und Schulformen anzubieten. Vor allem in den Schulamtsbereichen Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald gibt es allerdings laut Nordkirche noch Defizite beim Angebot, die auch mit Pastorinnen und Pastoren als kirchliche Lehrkräfte bei weitem nicht aufzufangen sind.
Quelle: Bischofskanzlei Schwerin (cme)

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