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Greifswalder Marienkirche

Naturerlebnisraum mitten in der Stadt

Marienkirche Greifswald
23.05.2019 ǀ Greifswald.  Die Kirchengemeinde St. Marien Greifswald setzt die Instandsetzung der Kapellen der Greifswalder Marienkirche fort. Zudem entstehen neue Außenanlagen. Den Start der Arbeiten markierte zu Beginn dieser Woche die Übergabe eines Zuwendungsbescheids über Städtebaufördermittel des Landes an die Kirchengemeinde durch die Greifswalder Bausenatorin Jeanette von Busse.

Fast eine Million Euro sollen in die beiden Kapellen und in die Außenanlagen investiert werden, davon stammen rund 70 Prozent aus der Städtebauförderung. „Die Außenanlagen bedürfen dringend der Neugestaltung“, sagt Pastorin Ulrike Streckenbach. Sie seien durch die bisherigen Bauarbeiten an der Marienkirche in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem müsse dringend Erdreich abgetragen werden, da dies zu hoch am Mauerwerk liege und es durchfeuchte. „Alle vorherige Arbeit wäre umsonst ohne diese Maßnahme“, so die Pastorin. „Im Bereich südlich der Kirche entsteht im Zuge dessen ein ‚Mariengarten‘, ein Erholungs- und Naturerlebnisraum mitten in der Stadt. An diesem Gemeinschaftsprojekt beteiligen sich bereits viele Anwohner und Gemeindegruppen, der NABU, die Bürgerstiftung Vorpommern sowie die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung.“
 
Kleinod frühgotischer Architektur
 
Des Weiteren umfassen die Arbeiten die Fertigstellung der Annenkapelle. Das Dach, die Außenwand und die Fenster sind bereits saniert. „Nun müssen aber noch der Fußboden, das alte Portal zur Kirche hin sowie die Heizung erneuert und die Orgel restauriert werden. Im Sommer wird auch das wieder geöffnete Portal im Süden mit dem Fenster darüber künstlerisch gestaltet“, kündigt Ulrike Streckenbach an. Zudem öffnet die Kirchengemeinde einen Raum für die Öffentlichkeit, der Jahrhunderte lang ein Dasein im Schatten führte: die Marienkapelle, auch als „Kalkhaus“ bekannt. „Der mittelalterliche Befund ist beeindruckend und beweist, dass es sich bei dieser Kapelle um den ersten fertig gestellten sakralen Raum der Stadt und um ein Kleinod frühgotischer pommerscher Architektur handelt“, berichtet die Pastorin. Datiert wird das Bauwerk in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Diese Kapelle soll darum nicht wieder Abstellkammer werden, sondern nach der Sanierung als „Raum der Stille“ dienen. „Das Interesse und die Begeisterung für diese drei Projekte sind groß“, freut sich Ulrike Streckenbach. „Die Kirchengemeinde freut sich über die wachsende Zahl der Freunde und Förderer, die die Wiederinstandsetzung der Kirche unterstützen.“
 
Stichwort: Marienkirche Greifswald
 
St. Marien ist eine der größten norddeutschen Hallenkirchen und Station auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Sie ist mehr als 700 Jahre alt. Besonders wertvoll im Inneren der Kirche sind die Renaissancekanzel und die Mehmel-Orgel. Jährlich besuchen etwa 50.000 Besucher die Gottesdienste und zahlreichen Veranstaltungen. Seit 2007 wurde die Kirche kontinuierlich in Dach und Fach saniert. Im zweiten Viertel des 14. Jahrhundert wurde die Kapelle hinzugefügt, die heute als „Annenkapelle“ bekannt ist. Sie ist ein Kleinod gotischer Architektur und wurde vor dem ehemaligen Südportal des Hauptschiffs errichtet. Ein großer Teil ihrer Wand ist Fensterfläche. Sie füllt den gesamten Raum zwischen den Pfeilern aus. Der Sockelbereich besteht aus Mauerwerk. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Annenkapelle als Winterkirche genutzt. Das Besondere an der Kapelle ist, dass der einschiffige Raum zwei Apsiden im Osten hat. Dies ist nach jetzigem Erkenntnisstand einmalig unter den Kapellen und Vorhallen im norddeutschen Raum.
Quelle: PEK (sk)

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