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Glocke von Groß Ridsenow

Mutmaßliche Glockendiebe stehen bald vor Gericht

Die zerstörte Glocke von Groß Ridsenow
18.01.2014 ǀ Rostock.  Der spektakuläre Glockendiebstahl vom Friedhof im mecklenburgischen Groß Ridsenow (bei Rostock) vom Oktober 2012 hat demnächst ein gerichtliches Nachspiel. Vor dem Amtsgericht Güstrow müssen sich am 24. Februar vier Männer im Alter zwischen 22 und 30 Jahren verantworten, teilte das Gericht am Freitag mit. Vorgeworfen wird ihnen Diebstahls und Hehlerei. Drei Angeklagte wohnen in Laage-Kronskamp, einer ist in der Jugendhaftanstalt Neustrelitz inhaftiert. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft.

Die rund 600 Kilogramm schwere Glocke von Groß Ridsenow stammte aus dem 15. Jahrhundert und galt als eine der bedeutendsten in Mecklenburg-Vorpommern. Sie war aus dem frei stehenden Glockenstuhl ausgebaut und abtransportiert worden. Ein Schrotthändler hatte die Bronzeglocke zerlegt und 1.600 Euro bezahlt.

Einem Gutachten zufolge wurde die Glocke etwa 1400 in der Glockengießerei-Werkstatt Rickert de Monkehagen gegossen, die ihren Hauptsitz vermutlich in und um Rostock hatte. Sie hatte einen Durchmesser von 91,5 Zentimetern und einen Wert laut Gutachten von etwa 20.000 Euro.

Aus den sichergestellten Bronze-Teilen der gestohlenen Glocke soll in Karlsruhe für rund 8.000 Euro eine neue Glocke gegossen werden, die so aussehen soll wie die alte. Die neue Glocke soll aber nicht in Groß Ridsenow aufgehängt werden, sondern das aus einer Glocke bestehende Geläut der Kirche in Polchow verstärken. Polchow gehört wie Groß Ridsenow zur evangelischen Kirchengemeinde Laage.
Quelle: epd