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Morgenandacht

Von Matthias Bernstorf, Schwerin

Festspiele


150 Mitwirkende, 30 Pferde, vier Schiffe dazu Blitz und Donner: Am Samstag beginnen in Ralswiek auf der Insel Rügen die 27. Störtebecker-Festspiele. „Schwur der Gerechten“ heißt die neue Episode der Seeräubersaga.

Zurzeit Jesu wurde ja sehr wortreich geschworen: „Ich schwöre beim Himmel, der Stadt Jerusalem, bei meinem Leben“. Jesus macht es kurz, erzählt die Bibel. Er sagt in der Bergpredigt sinngemäß: „Wer wahrhaftig handelt, braucht nicht lang zu schwören“. Hätte auch gut zu Störtebecker gepasst.

Nach welchen Regeln hat er als Freibeuterkapitän wohl so gelebt im 14. Jahrhundert? Ich glaube: Regel Nummer 1: Bleibe am Leben. Regel Nummer zwei: Such dir ein gutes Versteck. Das war in seinem Fall womöglich ein Kirchturm in Marienhafe in Ostfriesland. Regel Nummer 3: Denk an deine Altersvorsorge! Seinen Schatz soll Störtebecker auf der Insel Rügen verborgen haben.

Und er hat beherzigt: „Denk an die Armen“! In Verden soll er mal 4 Fässer Heringe und 530 Brote an Bedürftige verschenkt haben. Das wird in Verden bis zum heutigen Tag Jahr für Jahr wiederholt als Störtebeker-Spende. Mit sieben Kirchenfenstern im dortigen Dom soll er zugleich um Vergebung gebeten haben für seine Sünden. Fazit: Wortkarg, aber mit Kurs aufs ewige Leben. So stell ich mir Störtebecker vor. Und vielleicht hat er ja vorgelebt, wie Gott „aller Welt Freund“ sein will. Nämlich: Weil Gott auch die Sünder liebt und am Ende gerecht machen kann! Ich schwör!

Kontakt

Evangelische Kirche im NDR, Redaktion Schwerin
Dr. Matthias Bernstorf
Schliemannstraße 12a
19055 Schwerin
Tel.: Studio (0385) 34 31 85 60
Mobil: (01577) 35 21 531
Fax: (0385) 34 31 85 61
E-Mail: bernstorferr.de

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