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Morgenandacht


Von Tilman Reinecke, Poseritz


Vernunft


„Gib mir mal einen Schraubenzieher, aber einen Vernünftigen!“ – sagt mein Schwager neulich. Ich fand das Wort an dieser Stelle komisch. Klar, ein ordentlicher, guter Schraubenzieher ist gemeint. Aber was ist denn eigentlich Vernunft und was ist vernünftig?

Es hat was damit zu tun, dass man durchsieht und nachdenkt und etwas versteht. Ein Blick ins Lexikon -und ich merke: So einfach ist das nicht: Ein berühmter Philosoph, Immanuel Kant, hat vor etwa 230 Jahren ein dreibändiges Werk über Vernunft geschrieben. Auch viele andere haben darüber nachgedacht.

Spannend finde ich: Das Wort „Vernunft“ kommt von vernehmen. Wenn ich einem Menschen zuhöre, dann vernehme ich etwas, nämlich nicht nur, was er sagt, sondern auch wie es gesagt wird, traurig oder freudig, hoffnungsvoll oder klagend, ich erfahre etwas vom Herzen meiner Mitmenschen, davon, was sie sich vielleicht sehnsüchtig wünschen.

Ich glaube, die Welt ist besser und vernünftiger, wenn die Menschen einander zuhören und vernehmen, was jeder braucht. Wenn ich Geschichten von Jesus in der Bibel lese, staune ich, wie er mit den Menschen umgeht: Er setzte sich zu den Leuten und war erstmal ganz Ohr. Ein wirklich gutes Vorbild für alle, die vernünftig leben wollen.


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