Nach oben

500.000 Euro eingeplant

Mittelalterliche Kirchenfenster von Kenz werden restauriert

Kirche Kenz
18.10.2017 ǀ Kenz.  Die Restaurierung der sechs mittelalterlichen Bleiglasfenster im Chor der ehemaligen Wallfahrtskirche St. Marien in Kenz bei Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat begonnen. Die Fenster entstanden Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts. Es handele sich um den "umfangreichsten und bedeutendsten Bestand" mittelalterlicher Bleiglasfenster in Mecklenburg-Vorpommern, sagt der evangelische Gemeindepastor Kai Steffen Völker.

Die etwa 600 Jahre alten Glasfelder seien von sehr hoher künstlerischer Qualität, hieß es. Sie lassen Einflüsse der Kunst des französisch-burgundischen Hofes sowie der Hofkunst des Prager Königshofes erkennen. Ein größerer Teil der Fenster wurde vermutlich vom pommerschen Herzogshaus gestiftet.

Für die Sanierung der Fenster, des Mauerwerks und der angrenzenden Gewölbe des Chores sind zunächst Kosten in Höhe von 500.000 Euro eingeplant. Ermöglicht werden die Arbeiten durch 250.000 Euro vom Bund sowie durch Zuschüsse der Hermann Reemtsma-Stiftung, der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Vorpommern.

Auf den 170 bemalten Glasfeldern im Chor der Kirche sind neben Gestalten der Bibel, Heiligen und Szenen aus dem Marienleben auch Bilder und Wappen des pommerschen Herzogshauses und Adels dargestellt. Sie sind zusammen mit dem hölzernen Kenotaph (um 1410), der Begräbnisgruft des Herzogs Barnim VI. von Pommern-Wolgast (um 1365-1405) sowie einem Epitaph wichtige Zeugnisse der frühen Geschichte des pommerschen Herzogshauses. Die 35 Meter lange Dorfkirche mit ihrem 40 Meter hohen Turm steht am einst bedeutendsten Wallfahrtsort Pommerns.
Quelle: epd