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Konfirmanden der Kirchengemeinde Alt Meteln erarbeiteten Hörspiel

Mit Fantasie und Mikrofon

Von Marion Wulf-Nixdorf

Jula und Christopher nehmen Schlüssel- und Türgeräusche auf, Johanna Gartengeräusche.
16.08.2020 ǀ Alt Meteln.  Wie arbeitet man mit einer Konfirmandengruppe in diesen besonderen Zeiten, in denen man Abstand halten muss? Die Konfis in der Kirchengemeinde Alt Meteln bei Schwerin haben anhand einer biblischen Geschichte ein Hörspiel erarbeitet: „Dem, der alles versaut hat, gibt er eine zweite Chance“, ist die Überschrift.

Am Sonnabend Mitte März, bevor der Lockdown Begegnungen wegen der Corona-Pandemie unterband, wollten die sechs Hauptkonfirmanden der Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß Trebbow in die Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin, ein ehemaliges Konzentrationsaußenlager. „Am Tag davor mussten wir dieses Projekt absagen“, erinnert sich Markus Seefeld, seit 2015 Gemeindepastor in der Kirchengemeinde. Konfirmandenunterricht gab es nicht mehr. Was tun, fragte sich der Pastor – wie viele seiner Kollegen auch.

Die Konfirmation, die im Mai stattfinden sollte, musste abgesagt werden. Ein neuer Termin stand in den Sternen. In der Gemeinde gab es statt Gottesdiensten in den Kirchen in Alt Meteln, Groß Trebbow, Zickhusen, Kirch Stück oder Cramon Andachten im Internet, die der Pastor aufnahm, unterstützt von Musikerfreunden.

Da das gut funktionierte, kam ihm die Idee, auch mit den Konfis eine andere Art der Arbeit zu suchen. Er schlug ihnen per E-Mail vor, ein Hörspiel zu erarbeiten und aufzunehmen. Denn „die Konfi-Zeit, in der sich die sechs aus verschiedenen Gymnasien und Regionalschulen sonst einmal im Monat getroffen hatten und zu einer guten Gruppe zusammengewachsen waren, einfach so sang- und klanglos zu beenden, kam nicht infrage“. Das erste Treffen nach der corona-bedingten Auszeit fand Anfang Juni statt. Die Geschichte vom verlorenen Sohn (Lukas 15) sollte die Grundlage bilden. Den Bibeltext kannten Jula, Christopher, Benedikt, Johanna, Manuel und Roman. Ihre „Hausaufgabe“: sich Gedanken zu machen, wie man diese Geschichte heute in das Leben holen könne. Beim Treffen in der Pfarrscheune in Alt Meteln – mit viel Platz – sprudelten die Ideen: Der Wunsch nach Freiheit stand obenan, abhauen von zu Hause. Die Konfis spannen die Geschichte, der Pastor schrieb mit. Da reißt einer aus, sammelt Erfahrungen, sucht Unterschlupf – was schiefgeht – und kommt zurück … Mehr darf von der Geschichte „Dem, der alles versaut hat, gibt er eine zweite Chance“ nicht verraten werden.

Von dem, der eine zweite Chance bekam

Markus Seefeld schrieb die Dialoge für Sohn, Mutter und Vater, zwei Freunde und eine Freundin. So hatte jeder eine Rolle. Die Konfis nahmen einzeln ihre Texte auf, spürten Geräuschen nach. Auch die Musik ist selbstgemacht: Christopher spielt Klavier, Jula und ihre Familie Klarinette und Gitarre. Es wird Folk zu hören sein und auch klassische Musik, verrät Seefeld, der alles zusammengeschnitten hat.

Die Konfis wollen ihren Eltern und den Kirchenältesten das Hörspiel am 25. August in der Hörspielscheune in Cramon vorstellen. Hoffentlich sind sie dann genauso begeistert wie der Pastor: „Die Konfis haben eine schöne Geschichte geschrieben“, sagt er. Am 5. September wird Konfirmation gefeiert – im Freien in Cramon. „Das Hörspiel hätte noch besser werden können“, meint Christopher aus Wickendorf, „wenn mehr Zeit gewesen wäre.“ Aber eigentlich scheint auch er ganz zufrieden.

Ab 25. August kann man das Hörspiel auch auf der homepage der Kirchengemeinde nachhören.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 33/2020

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