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Mein Advent

Vier Kerzen, vier Fragen an: Angelika Beyer

Angelika Beyer
18.12.2020 ǀ Horst.  Advent – das ist eine besinnliche Zeit der Vorfreude und Vorbereitung, der Stille und der Erwartung. Vier Kerzen am Adventskranz, vier Adventssonntage stimmen ein auf Weihnachten. Wir haben uns umgehört, welche Gedanken, Hoffnungen und Traditionen mitschwingen. Heute vier Fragen an: Angelika Beyer, Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde Horst:

Welche Hoffnungen haben Sie?

Ich habe in der Woche vor dem ersten Advent beruflich einen Punkt erreicht, auf den ich jahrelang hingearbeitet habe. Das bedeutet innehalten und nachdenken über das „was war“, vor allem aber über das „Was soll werden?“ Was will ich jetzt bzw. in den nächsten Jahren? Damit verbunden ist für mich Dankbarkeit: ich habe verschiedene Möglichkeiten. Aber Möglichkeiten zu haben bedeutet auch, entscheiden zu müssen. Wohin soll der weitere Weg gehen? Und hier nun ist meine Hoffnung: ich hoffe auf Sterne, die mir die richtige Richtung zeigen. Und die mir den Weg beleuchten, damit ich ankomme… beim Kind in der Krippe, das da ist, um die Welt heil zu machen.

Welche Adventstraditionen pflegen Sie?

Eine Tradition ist seit vielen Jahren, in der Woche vor dem ersten Advent in guter Gesellschaft Adventskränze zu binden. Schön groß soll er sein, der Kranz mit den Kerzen – gerade richtig, um die Mitte des Essenstisches auszufüllen. Damit können wir bei jeder gemeinsamen Mahlzeit das zunehmende Licht drinnen genießen, obwohl draußen über die nächsten vier Wochen das Licht immer weniger wird.
Nun, in diesem Jahr wurde diese Tradition unterbrochen: wir trafen uns in sehr kleiner Runde zum Binden, Sie wissen schon, wegen der Regel (maximal zwei Haushalte – was hoffentlich in einigen Jahren niemand mehr weiß). Aber ehrlicherweise fiel mir die Unterbrechung dieser Tradition nicht sooo schwer, da ich dankbar bin auch für die sehr kleine Runde; dankbar für die Begegnungen und die Freundschaft mit diesem einen anderen „Haushalt“, der immer wieder hilft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Eine andere Tradition ist das Singen – auch dies ist in diesem Jahr anders: kein Chor, mit dem es leichtfällt, viel zu Singen und Neues einzuüben – oder laut das bekannte „Jauchzet, frohlocket“ des Weihnachtsoratoriums hinauszurufen. Na, da freue ich mich eben auf ganz neue Erfahrungen, die eben (noch?) keine Tradition sind… Vielleicht schaffen wir – mein Mann und ich – es ja sogar, zu zweit zu musizieren? Aber ich merke schon, das gehört eigentlich als weiterer Punkt zur nächsten Frage.

Was wünschen Sie sich für diese Adventszeit?
  • Zeit zum Nachdenken, Danken und Sortieren (siehe Frage 1),
  • Gute Gespräche, auch mit den neuen technischen Möglichkeiten,
  • Anregende Be-weg-ung (Wir hatten im November 2019 in unseren Gemeinden nach knapper Abstimmung für 2020 das Motto „Vertraut den neuen Wegen“ gewählt.)
  • … und viele Gesunde (Die Zeit und Möglichkeiten nutzen wollen, sich gemeinsam mit mir über den eigenen Tellerrand hinaus zu engagieren.)
Was bedeutet Adventszeit generell für Sie?

Ich habe – natürlich generell – mitten in der Adventszeit Geburtstag. Das heißt, jedes Jahr kommen drei Jahresabschlüsse (Lebensjahr, Kirchenjahr, Kalenderjahr) mit drei Neuanfängen in relativ kurzer Zeit zusammen. Da habe ich durchaus schon etwas von der Be-weg-ung, die ich mir im vorhergehenden Absatz gewünscht habe.
Außerdem beobachte ich seit einigen Jahren in der Adventszeit sehr gründlich, wann die Sonne auf- und untergeht. Da sind wunderbare Beleuchtungen keine Seltenheit – und es gehört eben – natürlich auch generell – die entscheidende Wende dazu: in wenigen Wochen werden die hellen Stunden auch draußen wieder zunehmen.
Quelle: ELKM/kirche-mv.de


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