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„Kirche auf dem Weg bleiben“

Mecklenburgische Kirchenleitung berichtete der Landessynode in Plau

18.11.2011 | Plau (cme). Die derzeit in Plau tagende mecklenburgische Landessynode befasste sich heute (18. November 2011) mit dem Bericht der Kirchenleitung. Zuvor hatten Mitglieder des Leitungsgremiums den 57 Synodalen ausgewählte Themen und Entscheidungen näher erläutert.

So gab Landessuperintendent Dr. Karl-Matthias Siegert einen persönlichen Bericht darüber, wie er den bisherigen Fusionsprozess zur Nordkirche erlebt hat und was aus seiner Sicht als Mecklenburger erreicht werden konnte. Siegerts Fazit: „Der gemeinsame Prozess der drei Kirchen verdient Anerkennung und das Ergebnis verdient Zustimmung.“ Als wichtige Punkte stellte der Landessuperintendent beispielsweise heraus, das es nach mecklenburgischem Vorbild eine Kirchengemeindeordnung mit Verfassungsrang in der Nordkirche geben wird. Die gewachsene und vielfach gelebte Partnerschaft zur bayerischen Landeskirche könne fortgeführt und der Güstrower Staat-Kirche-Vertrag bleibt gültig, informierte das Kirchenleitungsmitglied. Die „viel beschworene, aber schwer zu fassende Mecklenburger Identität ist in der Nordkirche gut aufgehoben und kann sich im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg frei entfalten.“ Zugleich rief Karl-Matthias Siegert die Synodalen und Gemeindeglieder dazu auf, „Kirche auf dem Weg zu bleiben“.

Impulse, um „Kirche mit Anderen“ zu sein
Weitere Berichtspunkte tangierten den im Frühjahr durchgeführten Beteiligungsprozess in der Landeskirche zur Verfassung und zum Einführungsgesetz der künftigen Nordkirche. Verwiesen wurde in den Berichten ebenso auf die Arbeit der Arbeitsgruppe „Kirche der Freiheit“, die im Vorjahr mit der Broschüre „Kirche mit Anderen – weite Horizonte in Mecklenburg“ wichtige Impulse für die Arbeit in den Kirchgemeinden vorlegte.

Entscheidung revidiert: Kirchenkreisverwaltung Schwerin zieht zur Miete ein
Ausführlich stellte Kirchenleitungsmitglied Frank Claus den Prozess der Neuordnung der Verwaltung, speziell deren Unterbringung dar. So habe der Kauf eines Gebäudes für die zentrale Kirchenkreisverwaltung in Schwerin zu Irritationen auf der Frühjahrssynode 2011 geführt, die intensive Diskussionen in der Kirchenleitung, im Finanz- und Bauausschuss ausgelöst hätten. Nachdem die Kostenschätzungen für den Umbau des früheren Post- und Fernmeldeamtes in Schwerin sich bei der Feinplanung als zu niedrig angesetzt herausstellten, sei das gesamte Projekt laut Frank Claus nochmals auf den Prüfstand gekommen.

Im Ergebnis entschieden sich die Kirchenleitung und der Finanzausschuss am 12. November 2011 „Räume für die zentrale Kirchenkreisverwaltung in einem Bürohaus in der Wismarschen Straße 300 anzumieten“, informierte Frank Claus. Zuvor habe bereits der Landeskirchliche Bauausschuss mehrheitlich bei einer Enthaltung für diese Alternativlösung votiert. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass ein unabhängiger Gutachter bestätigt habe, dass der Kaufpreis für das zunächst vorgesehene Haus in der Innenstadt der Landeshauptstadt angemessen war und durch Vermietung auch Einnahmen gegeben seien. Über die weitere Nutzung solle „ohne zeitlichen Druck weiter beraten werden“, sagte Synodaler Wulf Kawan vom Bauauschuss.