Nach oben

Mecklenburgische Kirchenkreissynode

Etat-Entwurf setzt Priorität bei kirchengemeindlicher Arbeit vor Ort

Die Kirchenkreissynode stimmt ab - Symbolbild
06.11.2013 ǀ Schwerin/Plau am See.  Schwerpunkte der 4. Tagung der Kirchenkreissynode am 8. und 9. November in Plau am See sind Beratung und Beschlussfassung zum Haushalt und zum Stellenplan des Kirchenkreises für das Jahr 2014. Zur Abstimmung stehen zudem konkrete Pläne, den nachhaltigen Landbau und die Ökostrom-Erzeugung auf Kirchenland voranzutreiben.

„Der Haushalt sieht ein ausgeglichenes Volumen bei den Ein- und Ausgaben von jeweils rund 42 Millionen Euro vor“, sagt Präses Christoph de Boor. Die Einnahmen stammten größtenteils aus Schlüsselzuweisungen der Nordkirche, Personalkostenerstattungen sowie weiteren Einnahmen, wie beispielsweise aus Vermögenserträgnissen der örtlichen Kirchen.

Die Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro setzen sich aus Kirchensteuern, Gelder aus dem EKD-Finanzausgleich sowie Staats- und Patronatsleistungen zusammen. Der größte Teil davon soll direkt in die 266 mecklenburgischen Kirchengemeinden für die Arbeit vor Ort, Seelsorge, Personalkosten und Bauaufgaben fließen.

Grundsätze zur Bewirtschaftung kirchlicher Ländereien

Kein genverändertes Saatgut, keine riesigen Tiermastanlagen, dafür aber mehr regenerative Energie: Im Kirchenkreis gibt es konkrete Pläne, den nachhaltigen Landbau und die Ökostrom-Erzeugung auf Kirchenland voranzutreiben.

Eine Vorlage des Kirchenkreisrates befasst sich mit Grundsätzen zur Bewirtschaftung kirchlicher Ländereien. Dazu gehören das Verbot von genverändertem Saatgut, die Einhaltung einer bestimmten Fruchtfolge von Mais, Raps und Weizen sowie Höchstgrenzen für Tierhaltungsanlagen. Beispielsweise soll Mais nur alle vier Jahre angebaut werden. Nicht auf Kirchenland errichtet werden dürften danach unter anderem Tierhaltungsanlagen für 40.000 und mehr Hennen oder 2.000 und mehr Mastschweine. Wer Kirchenland pachten will, muss seine Mitarbeiter nach den geltenden Tarifverträgen bezahlen.

"Kirchliches EnergieWerk" soll gegründet werden

Eine weitere Vorlage des Kirchenkreisrates sieht vor, dass der Kirchenkreis mit dem mecklenburgischen Energieversorger WEMAG eine "Kirchliches EnergieWerk" GmbH gründet. Der Kirchenkreis soll mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter sein und sich mit 12.750 Euro am Stammkapital der GmbH beteiligen. Das "Kirchliche EnergieWerk" soll Beteiligungs- und Betriebsmodelle für Projekte zur Ökostrom-Erzeugung entwickeln, die Betriebsführung von Erzeugungsanlagen übernehmen und den Stromverkauf organisieren.

Zudem soll laut Vorlage bis zum Frühjahr 2014 geprüft werden, ob und in welcher Ausgestaltung eine unselbstständige Stiftung des Kirchenkreises Eigentümerin an Energieerzeugungsanlagen werden kann. Gegenwärtig gibt es 30 Windenergieanlagen auf kircheneigenem Land in Mecklenburg. Die Erträge aus ihrem Betrieb verbleiben aber meist nicht in der Region, weil die Pächter der Flächen für die Windkraftanlagen ihren Sitz überwiegend nicht in Mecklenburg haben. Potenziell könne mit einer Verdopplung der Windkraftanlagen auf Kirchenland gerechnet werden, heißt es in der Vorlage.

Bischof Dr. von Maltzahn berichtet den Synodalen

Der Schweriner Bischof Dr. Andreas von Maltzahn wird den Synodalen aus seiner Arbeit im Sprengel Mecklenburg und Pommern und in der Nordkirche berichten. Einblick in die Propstei Parchim und seinen Aufgabenfeldern im Kirchenkreis gibt Propst Sauermann. Eine erste Bilanz zieht auf der Synode ebenso Wulf Kawan für die Stiftung „Kirchlichen Bauen in Mecklenburg“.
Quelle: ELKM/epd/kmv