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Mecklenburgische Kirchenkreissynode stößt Debatte an:

Schwerpunkte künftiger kirchlicher Arbeit im Blick

Die Synodalen stießen eine Debatte über die Zukunft kirchlicher Arbeit in Mecklenburg an.
22.03.2014 ǀ Schwerin.  „Stadt, Land, Kirche – Zukunft in Mecklenburg“ – unter diesem Titel steht eine längerfristig angelegte Diskussion im Kirchenkreises Mecklenburg. Ziel ist, sich über die künftigen Schwerpunkte kirchlicher Arbeit zu verständigen. Den Auftakt dazu gaben die 55 Synodalen und fünf Jugenddelegierten auf ihrer Frühjahrstagung am heutigen Sonnabend in Schwerin.

Verwaltungsleiterin Stoepker: deutliche regionale Unterschiede im Kirchenkreis

Daten und Fakten, die einen Überblick über die Situation im Landesteil Mecklenburg und den dortigen Kirchengemeinden geben, stellte die Leiterin der Kirchenkreisverwaltung Elke Stoepker dar. Deutlich wurde der demografische Wandel, der von einem Rückgang der Einwohner- und Kirchenmitglieder und einer älter werdende Gesellschaft gekennzeichnet ist. Zudem gibt es große regionale Unterschiede: So stehen beispielsweise in der Propstei Neustrelitz deutlich mehr Kirchen aber zugleich werden hier im Kirchenkreisvergleich die wenigsten Gemeindeglieder gezählt. Umgekehrt ist die Situation in den anderen drei Propsteien Wismar, Rostock und Parchim. Aktuell zählt Mecklenburg rund 183.000 evangelische Christen in 266 Kirchengemeinden mit insgesamt 84 Stadtkirchen und 580 Dorfkirchen.

Bischof von Maltzahn: persönliche Zuwendung bleibt unverzichtbar

Bischof Dr. Andreas von Maltzahn blickte in seinem Impulsvortrag insbesondere auf die aktuellen Umbruche im ländlichen Raum und nannte als Beispiele Raumpioniere und Neulandgewinner sowie kulturelle und soziale Projekte. „Es regt und bewegt sich etwas“, so der Schweriner Bischof und plädierte dafür, sich als Kirche durchaus anregen zu lassen durch nicht-kirchliche Initiativen und Diskurse in den Dörfern. Angesichts sehr differenzierter gesellschaftlicher Entwicklungen seien seiner Meinung nach auch für die Kirche „keine generellen Lösungen zu erwarten, sondern situationsspezifisch mit den Akteuren vor Ort zu entwickeln“. So könnten Konzepte wie beispielsweise „Selbstverantwortungsräume“ oder „Inseln gelingender Kirchlichkeit“ dazu anregen, „für mecklenburgische Verhältnisse passende, eigene Konzeptionen zu kreieren“, so der Bischof. Er plädierte dafür, dass dabei die persönliche Zuwendung zu den Menschen für die Kirche unverzichtbar bleibe und gesellschaftliche Veränderungen kirchlicherseits nicht einfach mit einem weiteren Rückbau beantwortet werden dürften.

Propst Siegert: Kriterien für künftigen Stellenplan gesucht

Für den Kirchenkreisrat gab Propst Dr. Karl-Matthias Siegert verschiedene Themenfelder zu bedenken und fragte beispielsweise, wie sich die Kirche in ihrem jeweiligen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umfeld versteht? Oder wie künftig die nicht weiter nutzbaren kirchlichen Liegenschaften „kirchennahen Zwecken“ zur Verfügung gestellt werden können? Darüber hinaus regte er eine breite Beteiligung von Kirchengemeinden, Kirchenregionen und Diensten und Werken im Diskussionsprozess an. Dies sei auch wichtig, weil bis Ende 2017 geplant sei, einen neuen solidarischen, realistischen und praktikablen Stellenplan mit den entsprechenden Kriterien für die Zuordnung von Personalstellen zu erarbeiteten. „Wir benötigen einen überarbeiteten und an die Gegenwart angepassten Stellenplan“, begründete der Vorsitzende des Kirchenkreisrates, „denn einige Zahlen und daraus abgeleitete Stellen von Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst stimmen nicht mehr mit der Realität überein und führen mancherorts zu Schieflagen“.

Beschlossen: Schwerpunktthema wird weiter vertieft

„Die Impulse und formulierten Thesen der drei Referenten werden jetzt in den Ausschüssen intensiv weiterberaten“, so Präses Christoph de Boor. Zudem setzten die Synodalen einen Vorbereitungsausschuss ein, der Vorschläge für die Weiterarbeit am Thema unterbreiten soll. Und der Kirchenkreisrat wurde gebeten, Vorschläge für Fragestellungen und Aufgaben zu machen, „die im Zusammenhang mit dem Themenschwerpunkt der Bearbeitung, Beratung und Entscheidung bedürfen“.

Eingerichtet: weitere Pfarrstelle für Vertretungsdienste

Mehrheitlich beschloss die Kirchenkreissynode eine dritte und bis 2017 befristete Pfarrstelle für Vertretungsdienste - speziell für den Westen Mecklenburgs - einzurichten. Bisher gibt es auch durch Unterstützung der Nordkirche insgesamt acht Pastorinnen und Pastoren, die in Mecklenburg unbesetzte Pfarrstellen aufgrund von Ruhestand, Stellenwechsel, Erkrankung oder Elternzeit vertreten.

Berichtet: Diakoniewerk, Kirchliches Zentrum, Dienste und Werke

Auf der Tagesordnung standen in Schwerin zudem die Berichte des Diakonischen Werkes Mecklenburg-Vorpommern, des Zentrums Kirchlicher Dienste Mecklenburg sowie weiterer Dienste und Werke, die insbesondere von der Nordkirche in MV tätig sind. „Die Arbeit der Dienste und Werke im Kirchenkreis Mecklenburg ist durch die Bildung der Nordkirche und des Kirchenkreises umfangreich gestärkt worden“, so das Fazit von Pröpstin Christiane Körner. Das Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg trage dabei wesentlich zur Vernetzung, Stärkung und thematischen Arbeit bei. Zugleich gebe es jetzt eine größere Themenvielfalt und kirchliche Präsenz in Gesellschaft und Öffentlichkeit, beispielsweise durch den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), das Männerforum oder die jüngst eingerichtete Fachstelle Alter der Nordkirche.
Quelle: ELKM (cme)