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Mecklenburgische Kirche gratuliert Christoph Stier

Langjähriger Landesbischof feiert heute seinen 70. Geburtstag

07.01.2011 | Rostock (cme). Christoph Stier begeht heute (7. Januar 2011) seinen 70. Geburtstag. Der Theologe war von 1984 bis 1996 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und anschließend bis zu seinem Ruhestand Ende Juli 2004 als Landessuperintendent im Kirchenkreis Stargard tätig.

Im Namen von Kirchenleitung und Oberkirchenrat überbrachte Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn dem Jubilar in Rostock herzliche Glück- und Segenswünsche und dankte ihm für sein Tun. In seinem Grußwort erinnerte er unter anderem daran, dass Christoph Stier „Bischof in zwei Welten“ gewesen sei. „In den Jahren der DDR haben Sie unbeirrt den klaren Kurs Heinrich Rathkes dem Staat gegenüber fortgesetzt, und dies hatte etwas Identität Stiftendes für unsere Kirche“, sagte Andreas von Maltzahn. Nach der friedlichen Revolution habe der Jubilar dann entscheidend dazu beigetragen, dass die Kirche ihre Rolle in einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft findet und sich dabei um der Zukunft willen der eigenen Vergangenheit stellt. Die Mecklenburgische Landeskirche brachte damals beispielsweise als erste die Regelüberprüfung ihrer Mitarbeitenden auf Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit auf den Weg. Zugleich habe Christoph Stier dafür gestanden, „Entscheidungen mit Bedacht zu fällen“.

Ebenso hob der Landesbischof die Rolle Christophs Stiers als „Theologe von Format“ hervor und dankte ihm sehr persönlich für sein Einfühlungsvermögen bei der Ausbildung des theologischen Nachwuchses und als Seelsorger. So erinnerte Andreas von Maltzahn an seine eigene Ordinandenrüste in Bellin: „Die wunderbare Kirche, ein marodes Pfarrhaus, ein Abend am Lagerfeuer – und in all dem ein Landesbischof, der gegenwärtig war, authentisch in Nähe und Distanz, der Ruhe ausstrahlte, einer von denen, die miteinander so etwas wie ein schützendes Dach bildeten, unter dem wir Jungen frohgemut und voller Ideen, aber auch mit manchen Flausen im Kopf endlich als Pastoren loslegen konnten.“


Curriculum Vitae
Christoph Stier hat in Rostock Evangelische Theologie studiert und dort auch als wissenschaftlicher Assistent gearbeitet. In der Hansestadt übernahm er 1970 seine erste Pfarrstelle. 1976 war er zum Landespastor für Weiterbildung und Akademiearbeit berufen worden, bevor er 1984 zum Landesbischof gewählt wurde. Er gehörte nach der politischen Wende dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland an und war von 1998 an für ein Jahrzehnt der Vertreter des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Beirat der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen. In den Jahren 1986 bis 1988 war er zudem Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in der DDR. Das Protestantische Theologische Institut in Cluj (Rumänien) verlieh Christoph Stier 1999 die Ehrendoktorwürde.