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Mecklenburger wollen Dürreopfern in Tansania helfen

Evangelische Landeskirche bittet um Spenden für Menschen in Ostafrika

17.12.2009 | Schwerin (cme). Erst eine jahrelange Dürre und jetzt ein sintflutartiger Regenfall bedrohen alles Leben in Tansania. Der Hilferuf aus Ostafrika bleibt in Mecklenburg nicht ungehört. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche unterstützt eine Hilfsaktion und bittet um weitere Spenden. Seit Jahrzehnten bereits unterstützt die Kirche nachhaltige Projekte in Ostafrika.

Das ostafrikanische Land Tansania schreit nach Wasser: Die Menschen haben ihre Äcker gepflügt, haben in die trockene Erde gesät – aber seit drei Jahren fällt kaum ein Tropfen Regen. Eine akute Hungersnot und ein lebensbedrohlicher Trinkwassermangel drohen. Jetzt regnete es zwar einmal kurz. Doch dies verschlimmerte die Situation noch: Der Regen löste am Kilimanjaro eine Schlammlawine aus, die zig Menschen unter sich begrub. Zugleich spülte das Wasser die Aussaat fort. Im Schweriner Oberkirchenrat verfolgt Jens-Peter Drewes per Zeitung, E-Mail und Internet jede Nachricht, um etwas von der Situation in Tansania zu erfahren. Der Landespastor für Mission und Ökumene klärt auf: „Zwischen der Pare-Diözese im Norden Tansanias und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs bestehen seit den 1970er-Jahren partnerschaftliche Kontakte. Es gab in all den Jahren zahlreiche Begegnungen und Freundschaften sind entstanden.“
Sonderkonto für Dürreopfer eingerichtet
Aktuell überwies die Landeskirche 15.000 Euro an das Leipziger Missionswerk, das eine Aktion zur Soforthilfe koordiniert. Mit dem Geld aus Mecklenburg sollen insbesondere etwa 2000 Waisenkinder, Behinderte, Mütter mit Kindern, Ältere und Arbeitslose in Same und Mwanga dringend benötigte Lebensmittel erhalten. „Da dieses Geld nur für etwa sechs Wochen reicht, haben wir ein Sonderkonto (siehe unten) eingerichtet und bitten um weitere Spenden, die helfen, die Not der Menschen in Tansania zu lindern“, so Landespastor Drewes. Die Soforthilfe kommt übrigens aus dem Entwicklungsfonds für die Partnerkirchen in Tansania, Rumänien und Kasachstan, in den seit 18 Jahren zwei Prozent des jährlichen Kirchensteueraufkommens der Landeskirche fließen.
Nachhaltige Hilfsprojekte im Blick
Neben der aktuellen Soforthilfe sind nachhaltige Projekte zur Wasserversorgung, zur Aufforstung oder für fruchtbares Ackerland nötig. Denn aus Berichten der Partnerkirche weiß Pastor Drewes, was die Dürre bedeutet: „Die Bananen wachsen nicht und verkümmern am Baum. Die so wichtige Maisernte fällt fast komplett aus. Rinder und Ziegen haben nur knochentrockene Blätter als Futter.“ Bereits seit Jahren kämpfe Tansania mit den weltweiten Veränderungen des Klimas. Allein werde das Land mit der bedrohlichen Situation nicht fertig.

Vor diesem Hintergrund engagieren sich Mecklenburgische Landeskirche und Initiativen evangelischer Kirchgemeinden, unter anderem in Schwerin und Güstrow, mit weiteren Projekten für das ostafrikanische Land. „Vor Jahren konnte beispielsweise mit unserer Unterstützung in Vunta eine Werkstatt zum Bau von Solarlampen errichtet werden. Durch die alternative Beleuchtung sparen die Menschen Kosten für Strom oder Petroleum“, berichtet Jens-Peter Drewes und ergänzt: „Unser Ziel ist stets, die Eigeninitiative der Tansanier anzukurbeln.“

Weitere Felder kirchlicher Hilfe sind das Gesundheitswesen und die Ausbildung von Pastoren und Kindern. So gibt es seit 1996 einen Schulgeldfonds für Kinder aus bedürftigen Familien. „Je nach Schultyp liegen die Jahresgebühren zwischen 70 und 380 Euro. Für das kommende Jahr möchten wir 5000 Euro bereit stellen“, blickt der Landespastor voraus. Um sauberes Wasser aus Gebirgsbächen zu holen, sei in den südlichen Parebergen der Bau eines Leitungssystems geplant. Drewes: „Diesem Projekt haben sich besonders Kirchgemeinden in Güstrow verschrieben.“ Aktuell liege der Schwerpunkt vor Ort in Mtii allerdings auf einem Projekt für Aids-Waisen. „Vier Sozialarbeiter geben Unterstützung, damit die Mädchen und Jungen in ihren Wohnhäusern bleiben können und nicht nach dem Tod ihrer Eltern in ein Kinderheim müssen.“

Im kommenden Februar wird sich der Landespastor für Mission und Ökumene selber ein Bild vor Ort machen. „Es ist meine erste Dienstreise nach Tansania, da ich erst seit gut vier Monaten im Amt bin“, so Jens-Peter Drewes. Aber was er vom christlichen Leben in der tansanischen Partnerkirche bisher erfahren durfte sei erstaunlich. „Der christliche Glaube prägt den Alltag. Er wird als entscheidende Hilfe verstanden und erlebt“, sagt der Pastor und ist überzeugt, dass „die Mecklenburger durch die Partnerschaft profitieren können“.

Spendenkonto der Sofortaktion Dürrehilfe Tansania
Mission und Ökumene
Kto.-Nr.:53 00 347
BLZ: 520 604 10
EKK-Bank
Kennwort: Dürrehilfe Tansania