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"Wohin sollen wir gehen?"

Mecklenburger Altbischof Rathke legt Autobiografie vor

Heinrich Rathke im Dezember 2013 - Anlässlich seines 85. Geburtstags fand in Schwerin ein Symposium statt. Unter den Gästen befand sich auch Bundespräsident Joachim Gauck.
06.11.2014 ǀ Schwerin.  Der frühere mecklenburgische Landesbischof Heinrich Rathke (85) hat eine illustrierte Autobiografie geschrieben. Die 200-seitige Publikation mit dem Titel "Wohin sollen wir gehen?" ist in der Lutherischen Verlagsgesellschaft (Kiel) erschienen und soll am 25. November (15.30 Uhr) in Schwerin vorgestellt werden. Das Buch enthält auch bisher nicht dokumentierte Erinnerungen Rathkes sowie Wort- und Sacherklärungen zu 70 Begriffen aus Kirche, Politik und Gesellschaft.

Der aus einem mecklenburgischen Pfarrhaus stammende Theologe studierte in Kiel und Erlangen, wurde Vikar in Bayern und 1953 nach Mecklenburg entsandt. Nach Pfarrstellen auf dem Land und in Rostock war er von 1971 bis 1984 Landesbischof der früheren mecklenburgischen Landeskirche. Von 1977 bis 1981 war er zudem Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in der DDR, von 1978 bis 1980 auch Vorsitzender des DDR-Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes.

Rathke war zwar als Bischof auf Lebenszeit gewählt worden, bestand aber nach zwölf Jahren Amtszeit darauf, wieder ein Gemeindepfarramt zu übernehmen. Zur Begründung verwies er darauf, dass er stets für die zeitliche Begrenzung kirchlicher Ämter eingetreten sei und sich davon nicht ausnehmen wolle. Das nach seiner Bischofszeit übernommene Pfarramt in Crivitz bei Schwerin musste er 1991 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Während der Wende wirkte er aktiv an der Stasi-Enttarnung mit.

Nach der friedlichen Revolution in der DDR berief ihn seine Landeskirche in einen Vertrauensrat zur Aufarbeitung kirchlicher Stasi-Verstrickungen. Für das Land Mecklenburg-Vorpommern gehörte er zudem mehrere Jahre dem Beirat der Stasi-Unterlagen-Behörde an. Der promovierte Theologe ist auch Ehrendoktor der Rostocker Universität. Im Jahr 2000 wurde er der erste Ehrenbürger der Stadt Crivitz (Kreis Ludwigslust-Parchim).

In seinem Ruhestand kümmerte er sich in besonderer Weise um die russlanddeutschen Gemeinden in Mittelasien. Im Rahmen dieser Arbeit war er von 1991 bis 1994 Bischöflicher Visitator von Kasachstan. Zudem begleitete er Menschen seelsorgerisch, die immer noch unter dem erlebten DDR-Unrecht und den Aktivitäten des DDR-Staatssicherheitsdienstes leiden.
Quelle: epd


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