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Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

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Herzlich willkommen im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, einem von 13 Kirchenkreisen in der Nordkirche.
 
Der Kirchenkreis Mecklenburg umfasst das Gebiet der früheren Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und ist der flächenmäßig größte Kirchenkreis der Nordkirche. Er gliedert sich in 4 Propsteien, 20 Regionen und 251 Gemeinden.

Der Kirchenkreis wird in gemeinsamer Verantwortung von der Kirchenkreissynode, dem Kirchenkreisrat und den Pröpstinnen und Pröpsten geleitet.
 
Die Kirchenkreisverwaltung hat ihren Sitz in Schwerin. Es gibt zudem Außenstellen in Güstrow und Neubandenburg.
 
In Rostock befindet sich das Zentrum Kirchlicher Dienste, in dem die
allgemeinkirchlichen Dienste und Werke des Kirchenkreises beheimatet sind.

Nachrichten

Max-Samuel-Haus

Sonderausstellung über Mecklenburger in Israel

23.05.2018 ǀ Rostock.  Die Sonderausstellung "Mecklenburger im Heiligen Land und die deutschen Spuren in Israel" wird am Donnerstag (24. Mai, 18 Uhr) im Rostocker Max-Samuel-Haus eröffnet. Kurator Jakob Eisler (Stuttgart) wird den Einführungsvortrag halten, wie das Max-Samuel-Haus auf seiner Internetseite mitteilt. Den Angaben zufolge lebten im Heiligen Land am Vorabend des Ersten Weltkrieges über 3.000 Christen, meist Württemberger.

"Als Missionare und Siedler leisteten sie ab den 1860er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Palästinas, der heute weithin vergessen ist." Das vorher vernachlässigte, durch Aufstände und Kriege verheerte Land habe sich erholen können, "so dass es arabische Einwanderer von Norden und Süden anzog".

Deutsche Protestanten seien als Pioniere Vorbild gewesen für die Juden, die ab den 1880er Jahren einwanderten, hieß es. Diese Tätigkeit und ihre teils bleibenden Spuren in Israel will das Max-Samuel-Haus in Bild und Exponaten bis zum 1. Oktober zeigen. Die Ausstellung wurde vom Landeskirchlichen Archiv Stuttgart (Baden-Württemberg) erarbeitet.

Kaum bekannt seien die mecklenburgischen und pommerschen Beiträge dazu, hieß es. Der Rostocker Frauenmissions-Gebetsbund habe die Karmelmission in Haifa unterstützt. Das erste Kinderspital des Nahen Ostens, das Marienstift in Jerusalem, wurde vom Mecklenburger Großherzog Friedrich Franz II. und seiner Frau Marie gestiftet. Das Tagebuch seiner Reise ins Heilige Land wird in der Ausstellung ebenso gezeigt wie Plakate und Packung für die "Carmel-Seife", die ein Mecklenburger in Haifa herstellen ließ. Der Greifswalder Theologie-Professor und Orientalist Gustaf Dalman (1855-1941) gründete 1902 das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes, das noch heute in Jerusalem besteht.
Quelle: epd

Predigt auf Bayerischem Kirchentag

Bischof von Maltzahn: "Glaube bewährt sich im Alltag"

21.05.2018 ǀ Hesselberg/Schwerin.  „Orte des Glaubens“ – dieses Thema stand über dem 67. Bayerischen Evangelischen Kirchentag am Pfingstmontag. Die Festpredigt auf dem mittelfränkischen Hesselberg hielt der mecklenburgische Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn.

Der Vertreter der Nordkirche erinnerte im 70. Jahr der Partnerschaft zwischen evangelischen Christen in Bayern und in Mecklenburg an das Glück, die Mauer zum Einsturz gebracht zu haben: „Wir alle sind heute Bürger eines Landes! Bürgerinnen und Bürger einer freiheitlichen Gesellschaft, die sich den Menschenrechten verpflichtet weiß – und kein Schuss musste dazu abgefeuert werden!“ Ein Volk, das geübt und niedergehalten war in Anpassung – dieses Volk habe sich 1989 aufgerichtet und den Traum der Befreiung gelebt. „Auf alles war der Staatsapparat mit Lagern und Repressalien vorbereitet gewesen, aber nicht auf Kerzen und Gebete. ,Vom Herrn ist’s geschehen und ein Wunder vor unseren Augen“, zitierte der Bischof Psalm 118. Die friedliche Revolution habe deutlich gemacht, „welche Kraft in unserem Glauben liegt: Mit Gott an unserer Seite müssen die Verhältnisse nicht bleiben, wie sie sind!“.

Im Alltag sind „Orte des Glaubens“ zu finden

Im Blick auf seine eigene Lebensgeschichte hat der Bischof verschiedene „Orte des Glaubens“ erlebt – beispielsweise im bergenden Abendritual, wenn die Eltern mit den Kindern gesungen und gebetet hätten; Gemeinschaftserfahrungen als Jugendliche bei Chorwanderungen oder beim Wildwasserfahren gemeinsam mit jungen bayerischen Christen in Tschechien vor 1989. Er sei dankbar für die „vielfältige Stärkung, die seine Kirche bis in die Gegenwart durch die bayerische Landeskirche“ erfahre. Aus solchen Erlebnissen, in denen auch die Nähe Gottes spürbar sei, könne man „Zuversicht schöpfen“, so Bischof v. Maltzahn.

In seiner Predigt auf dem Hesselberg erinnerte er an die Verklärungserfahrung Jesu und seiner Freunde. Dieses Erlebnis auf dem Berg der Verklärung sei kein Gipfelerlebnis gewesen, das sich selbst genug gewesen sei. Es wollte vielmehr bewegen und für den kommenden Weg stärken. Auch Christenmenschen heute seien gehalten, nicht in den einzigartigen Erlebnissen zu verharren: „Dahin werden wir gesandt, wo wir unsere Aufgaben haben, mitten im Leben. Dahin, wo es Jesus nachzufolgen gilt, werden wir geführt – und erfahren dabei: Orte des Glaubens sind auch jene Situationen, in denen wir unseren Glauben zu bewähren haben“, unterstrich der Bischof.

Gegen Fake News und Schüren von Ängsten eintreten

Bischof von Maltzahn stimmt mit Andacht auf MV-Tag ein

"Vielfalt im ,Land zum Leben‘ als Reichtum verstehen“

19.05.2018 ǀ Rostock.  „Ein Land zum Leben, wo Himmel der Erde nah ist – nicht nur in der Schönheit unterschiedlicher Landschaften, sondern auch in der großen Vielfalt seiner Prägungen.“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn am heutigen Sonnabend die Besucher des Mecklenburg-Vorpommern-Tages auf dem Neuen Markt der Hansestadt Rostock. Gemeinsam mit der Rostocker Pastorin Elisabeth Lange nahm er in der Andacht direkten Bezug zum Motto des Landesfestes: „800 Jahre Rostock - Vielfalt entdecken im Land zum Leben!“.

Beispielhaft für die unterschiedlichen Prägungen sind laut Bischof v. Maltzahn die vielen Ortsnamen mit slawischen Wurzeln. Genauso präge das Platt Jochen Slüters, des Reformators Rostocks bis heute das Empfinden und Denken von Menschen im Norden. Das Hochdeutsche norddeutscher Zunge gehöre ebenso dazu – „alles andere als hastig, verlässlich, kein Wort zu viel“, so der Bischof und spannte den Bogen bis zum Englischen etc., das an der Alma Mater und der Hochschule für Musik und Theater der Hansestadt zu hören sei.

Ebenso vielfältig sind auch die geschichtlichen Prägungen am Beispiel Rostocks auszumachen. So erinnerte der Schweriner Bischof an die 600 Jahre universitären Lebens, mit ihrem Ringen um die Freiheit des Geistes, an die Erweiterung des Horizontes in der Zeit der Hanse oder die Aufbrüche durch Aufklärung und Reformation. Genauso gehören die Werte der jüdisch-christlichen Tradition dazu, „die vor die Hunde gingen in der Nazizeit und sich heute neu zu bewähren haben – in einer Zeit, in der Ökonomie und Markt zum Maß aller Dinge zu werden drohen und nicht der Mensch in seiner gottgeschenkten Würde“.

"Wurzeln sind vielfältig und bunt“

Verständlich, dass sich Menschen nach Identität sehnen, so der Theologe und erinnerte daran, dass jedoch „schon unsere geschichtlichen Wurzeln alles andere als reinrassig, sondern vielfältig und bunt“ sind. Verständlich auch, dass sich Menschen nach Vergewisserung sehnen. „Doch Verunsicherung überwindet man nicht durch Abgrenzung, sondern im Miteinander!“, ergänzte der evangelische Bischof. Verständlich sei ebenso, dass sich Menschen nach Zugehörigkeit sehnen. „Doch um sich heimisch zu fühlen, braucht es mehr an Verbundenheit als nur die mit einer Scholle“, so Andreas v. Maltzahn.

Es stelle sich auch die Frage, in welchem Geist wir miteinander leben und arbeiten“, so der Bischof und rief die biblische Pfingstgeschichte in Erinnerung. Damals sei Gottes Geist über die Freundinnen und Freude des zuvor gekreuzigten Jesu gekommen. Wortkarge Fischer hätten glühende Reden gehalten – und das in fremden Sprachen, die sie nie erlernt hatten. Menschen aller Herrn Länder konnten sie verstehen. „Das Wunder des Verstehens – über Barrieren von Sprache und Nationalität hinweg – dieses Wunder feiern Christinnen und Christen zu Pfingsten. Um das Wunder des Verstehens – hinweg über Grenzen von Weltbildern, sozialer Herkunft, politischer Überzeug – muss es uns in unserem Land gehen!“, so Bischof v. Maltzahn wörtlich. Gottes Geist ermutige dazu und schenke „Träume – Visionen, wie das Miteinander Verschiedener gelingen kann“.

"Niemand bleibt außen vor“

Als ein Beispiel dafür nannte der Bischof die Michaelsschule Rostock, in der Inklusion einmal andersherum geschehe: Eine Schule für Menschen mit Förderbedarfen öffnet sich für die anderen – und Heranwachsende lernten gemeinsam, ihre Gaben zu entwickeln. Ein anderes Beispiel seien Dorfgemeinschaften, die aufeinander achten. „Nicht der Mangel lässt sie zusammenhalten, sondern die Kraft der Hoffnung, die Zukunft ihres Ortes schöpferisch zu gestalten. Und niemand bleibt außen vor“, berichtete der Bischof

Vor diesem Hintergrund plädierte der Schweriner Bischof für „ein Land zum Leben, das seine Vielfalt nicht argwöhnisch beäugt, sondern als Reichtum versteht. Ein Land, das seine Schätze freimütig teilt, weil es weiß: Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“. Zugleich träume er „von einem Land, in dem seine Bewohnerinnen und Bewohner bewegt sind von den wichtigen Fragen: nach Gott und letzten Wahrheiten; was sie tun können, damit Mitmenschlichkeit gelingt und wie Gerechtigkeit Wirklichkeit wird – für alle“.

In solch einem Land, so Bischof v. Maltzahn, „berühren sich Himmel und Erde.“ Die Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern leben, hätten „Grund zum Vertrauen – in ihre Fähigkeiten, ihre Kraft, vor allem aber auch in Gott. Er stärkt uns den Rücken, wo wir in seinem Sinne leben. Sein Geist wird uns dabei inspirieren“.

Das Trio Thomas Braun (Violine), Karl Scharnweber (Klavier) und Enrique Gonzalez Marcano (Kontrabass) begleiteten die Einstimmung musikalisch und gaben anschließend noch ein kleines Konzert auf der Landesbühne.
Quelle: Bischofskanzlei Schwerin (cme)
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