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Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

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Herzlich willkommen im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, einem von 13 Kirchenkreisen in der Nordkirche.
 
Der Kirchenkreis Mecklenburg umfasst das Gebiet der früheren Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und ist der flächenmäßig größte Kirchenkreis der Nordkirche. Er gliedert sich in 4 Propsteien, 20 Regionen und 251 Gemeinden.

Der Kirchenkreis wird in gemeinsamer Verantwortung von der Kirchenkreissynode, dem Kirchenkreisrat und den Pröpstinnen und Pröpsten geleitet.
 
Die Kirchenkreisverwaltung hat ihren Sitz in Schwerin. Es gibt zudem Außenstellen in Güstrow und Neubandenburg.
 
In Rostock befindet sich das Zentrum Kirchlicher Dienste, in dem die
allgemeinkirchlichen Dienste und Werke des Kirchenkreises beheimatet sind.

Nachrichten

40 Jahre Gemeindezentrum Knieper West

Die Kirche aus dem Sonderprogramm - Ein Bau mit „staatlichem Segen“

12.11.2018 ǀ Stralsund.  Vor 40 Jahren bekam der Stralsunder Stadtteil Knieper West das erste Neubau-Gemeindezentrum „mit staatlichem Segen“. Neu und einzig war dieses Gemeindezentrum in der DDR. Schön ist der Kirchensaal mit der Glaskunst heute noch, multifunktional der ganze Bau. Und immer tobt(e) hier das Leben.

Alles wuchs, Anfang der 1970er in der DDR. In Stralsund, Knieper West zum Beispiel, wuchs ein ganzer neuer Stadtteil in den Himmel. „Tausende junge Familien lebten dort – wie wir“, erinnert sich Gemeindeglied Friedrun Jaeger. In dieser modernen sozialistischen Welt gab es keine langen Wege zu Kindergarten oder Schule, zum Arzt oder zur Kaufhalle. „Für alles war gesorgt“, erinnert sie sich. Nur eines fehlte: eine Kirche. Dabei lebten hier inzwischen mehr Menschen als in der Altstadt, und der Weg in die zerfallenden Kirchen dort war aufwendig.

Es mag ein ungewöhnliches Bild gewesen sein in der neuen Stadt aus Beton, wie der junge Pastor Winrich Jax von Block zu Block und Tür zu Tür zog, um seine Herde zusammen zu finden – und um mit ihr nach einem Versammlungsort zu suchen, nach einer Oase.

Am Anfang wurden Gesprächskreise in engen Wohnungen zu solchen Oasen. „Die Apothekerin und die Ärztin, der Lehrer, der Künstler, die Sachbearbeiterin, die Erzieherin und der Pastor und viele andere kamen zusammen“, wie sich Friedrun Jaeger erinnert, „zu Gesprächen über Bibeltexte und Christsein in der atheistischen Gesellschaft, auch zum Plaudern und Essen und zum Gebet für die wachsende Gemeinde.“ Dankbar denkt sie zurück. Wie auch der „junge Pastor“, der kürzlich übrigens seinen 75. Geburtstag feierte. Denn alles das ist Jahrzehnte her. Das Gemeindezentrum, das aus diesen Hauskreisen schließlich emporwuchs, feierte am Wochenende seinen 40. Geburtstag.

Doch bis zur Einweihung war es ein weiter Weg. „Was stand da nicht alles an menschlichen Kämpfen“, sagt Jax. „Aber das hat uns stark gemacht.“ Die Idee, die sie damals in die Tat umsetzten, war noch nicht an der Praxis geprobt: Eine moderne Neubau-Kirche mit Anbauten sollte gebaut werden, hinein in ihre Lebensmitte.

Kirchen-Neubauten ab den 1970ern erlaubt

Nun passten Kirchen nicht gut in eine sozialistische Stadt. In den 1970ern jedoch änderte sich der Kurs mit Dienstbeginn des SED-Generalsekretär Erich Honeckers etwas. „Ein bis dahin nicht bekannter Pragmatismus des Staates im Umgang mit der Kirche setzte sich durch“, wie Autor Jörg Kirchner 2008 im Band 4 „Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern“ erläutert. Kurz zusammengefasst: In Knieper West durfte tatsächlich eine Kirche gebaut werden. Und der Staat kassierte Westgeld für den Kirchenbau – dank der Unterstützung durch die Evangelische Kirche Deutschlands im Westen, der EKD.

In den 1950er-Jahren waren auf dem Gebiet der DDR Kirchenbauten noch in größerer Anzahl möglich gewesen, einfach aufgrund der ungefestigten Herrschaftsstrukturen. In den 1960er-Jahren hingegen, in der Ära Walter Ulbrichts, war damit Schluss. Der Kirchenbau oder Erhalt war starken Restriktionen ausgesetzt. Nun, Anfang der 1970er, wurden kirchliche Bauaktivitäten sogar in sozialistischen Neubaugebieten offiziell erlaubt und die Kirche de facto als gesellschaftliche Institution anerkannt.

Hintergrund war, dass sich bereits 1969 die evangelischen Landeskirchen zum „Bund der evangelischen Kirchen in der Deutschen Demokratischen Republik“ (BEK) zusammengeschlossen hatten, erläutert Kirchner. Man versprach sich eine verbesserte Ausgangslage, um die kirchlichen Interessen gemeinschaftlich gegenüber dem Staat zu vertreten. In den 1970er-Jahren wurde der BEK zum Verhandlungspartner des Staates, der die Bedingungen für eine ‚Kirche im Sozialismus’ organisierte und den Versuch unternahm, diese zu verbessern“, schreibt Rudolf Mau 2005 über den „Protestantismus im Osten.“

Ergebnis war das landesweite Sonderbauprogramm für kirchliche Vorhaben, 1971 genehmigt für die Jahre 1973 bis 75. Es umfasste Baumaßnahmen an 45 kirchlichen Bauten, finanziert durch die BRD. Meist waren das jedoch Erhaltungs- und Umbauten. Nur ein Neubauvorhaben war dabei – das in Stralsund Knieper West. Später kamen mehrere hinzu. „Stralsund war der Versuchsballon“, so Jax.

Neue Freiheiten und ideologische Restriktionen

1978 traf Erich Honecker erstmals mit dem BEK-Vorsitzenden zusammen. Er erweiterte das Sonderprogramm: Nun waren auch kirchliche Neubauvorhaben in Wohngebieten vorgesehen. 1988 waren über dieses Sonderprojekt 18 neue Kirchen und Gemeindezentren entstanden, acht waren im Bau, neun in der Vorbereitung. Hinter diesem Einlenken des Staates stand aber nicht nur die pragmatische Idee, Devisen zu kassieren. Vielmehr versprach sich die Regierung auch, wie Mary Fulbrook im Buch „Grenzen der Diktatur. Staat und Gesellschaft in der DDR“ erläutert, dass die Kirchen so zielgerichtet in die gesellschaftliche Entwicklung integriert werden sollten, um sie gemäß den Vorstellungen der Partei in das staatliche Räderwerk einzupassen.

Trotz der gewährten Freiheiten im Vergleich zu den 1960ern, herrschten beim Bau auch in Stralsund große Beschränkungen vor, die staatliche Genehmigungspraxis war von rigiden ideologischen Restriktionen geprägt. So musste die Kirche weit am südöstlichen Rand des Neubaugebietes stehen, möglichst so, dass sie eben nicht mit Bus erreicht werden könnte. Die Gemeinde musste dazu Land tauschen. Die bürokratischen Hürden waren hoch. „Genehmigt war zuerst nur ein Gemeinderaum mit Sakristei“, erinnert sich Pastor Winrich Jax. „Aber wir sagten, eine Kirche braucht ja auch ein Archiv, und Toiletten und eine Teeküche.“

Trotz Hürden erhielt der Neubau Symbolkraft landesweit: „als eines der frühen Beispiele dafür, dass ein kirchliches Gemeindezentrum unter ausdrücklicher Genehmigung höchster staatlicher Behörden und unter Einordnung in den offiziellen Wirtschaftsplan in einem Neubaugebiet realisiert wurde“, so Kirchner. Ein Bau mit „staatlichem Segen“, sozusagen.

Multifunktionalität ermöglichte neue Wege

Das hochmoderne Gemeindezentrum mit Glockenturm und Wohnungen bestritt mit seiner Multifunktionalität neue Wege. „Da hingen auch theologische Entscheidungen dran: Wie machen wir das?“, sagt Jax. „Wir haben einen Mehrzwecksaal geschaffen, der ein toller Sakralsaal UND trotzdem Wohnzimmer und Festsaal der Gemeinde ist.“

1975 begann der Bau. Am 16. Oktober 1977 lud man zur großen Einweihungsfeier mit Bischof Gienke von der Landeskirche Greifswald, mit schwedischem Bischof sowie staatlichen Gäste von Bezirks- und Stadtrat. Das Gemeindeleben entwickelte sich toll, der Bau zum Aushängeschild.

Auch Albrecht Mantei hegt eine Hochachtung vor den Bauleistungen damals. Gemeinsam mit Dietmar Mahnke ist er als heutiger junger Pastor für „St. Nikolai zu Stralsund“ zuständig – eine 2001 aus dreien fusionierten Großgemeinde. Trotz der Multifunktionalität geht eine sakrale Atmosphäre vom farbigen Betonglas des Künstlers Christoph Grüger aus, findet er. Die zum Altar aufsteigende Decke vermittelt Leichtigkeit, dank der Schalentragwerke von Ingenieur Ulrich Müther und dem Architekten Dietrich Otto.

Das bunte Gemeindeleben hat die Jahre überdauert. „Wir haben hier praktisch immer Aktionen“, sagt Mantei. 1988 kam ein Jugendhaus hinzu. Im Gemeindezentrum trifft sich alles von der Krabbelgruppe bis zum Tanzkreis der Älteren. Genau genommen platzt es bei 3400 Gemeindegliedern sogar aus den Nähten. Und die Gemeinde wächst wieder: diesmal an aktiven, jungen Senioren, die ihren Lebensabend in der Umgebung verbringen.

2008 wurde alles unter Denkmalschutz gestellt

Der Bau eines größeren Zentrums in der geographischen Mitte schwebt der Gemeinde vor – denn auch die Randlage und schlechte Busanbindung blieben. „Wir sehen Licht, in ein Förderprogramm dafür zu kommen“, sagt Mantei.

Seit 2008 steht das Gemeindezentrum unter Denkmalschutz. „Die am Bau beteiligten Ingenieure, Architekten und bildenden Künstler nutzten trotz oder gerade aufgrund der bestehenden Zwänge den seltenen Gestaltungsfreiraum für die ungewöhnliche Aufgabe und gelangten zu betont eigenständigen Lösungen“, bescheinigt das Band „Kulturerbe MV“.

Sie ist ein lebendiges Baudenkmal, diese erste Neubaukirche aus dem Sonderprogramm DDR-Kirchen. „Wichtig ist dann, zu entscheiden: Was macht die Gemeinde mit dem großartigen Erbe?“, so Alt-Pastor Jax.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 45/2017

Inklusionspreis der Nordkirche

"SommerCafé“ der Kirchengemeinde Lichtenhagen-Dorf ausgezeichnet

11.11.2017 ǀ Güstrow.  Das „SommerCafé“ der Kirchengemeinde Lichtenhagen-Dorf (bei Rostock) und der Gebärdenchor „Hands and Soul“ (Hamburg) teilen sich den ersten Platz des Inklusionspreises der Nordkirche. Der dritte Platz ging an das Kinder- und Jugendbüro des Kirchenkreises Nordfriesland (Schleswig-Holstein).

Die Preise wurden am Sonnabend anlässlich des 11. Treffens des „Netzwerks Kirche inklusiv“ in in der Güstrow er Pfarrkirche verliehen. „Es kann nicht einfach um die Integration von Minderheiten in die Lebenswelt der Mehrheit gehen. Nein, es geht um die Einbeziehung aller! Um das Fruchtbarmachen jeder Gabe!“ So hat es Bischof Dr. v. Maltzahn in seiner vorbereiteten Predigt formuliert, die der Theologe krankheitsbedingt heute nicht selbst halten konnte. Der Predigttext wurde von Diakon Jörg Stoffregen verlesen. Weiter heißt es in dem Text des Schweriner Bischofs: „Gott braucht alle Arten von Menschen. So verschieden sie auch sind: Frauen, Männer, Intersexuelle; Menschen unterschiedlicher Begabung; Menschen unterschiedlicher Handicaps…Gott braucht sie alle.“ Denn in all ihrer Verschiedenheit ergänzten sie sich und könnten sich gegenseitig bereichern.

Zwei erste und ein dritter Preis verliehen

„Der Hamburger Gebärdenchor und das SommerCafé überzeugten die Jury gleichermaßen“, so Diakon Jörg Stoffregen, der das Netzwerk Kirche inklusiv leitet. „Daher entschied man sich, den ersten Preis zu teilen und auf den zweiten Preis zu verzichten. Die Preisträger erhalten so jeweils 3000 Euro.“

Das SommerCafé in Lichtenhagen-Dorf bei Rostock versteht den Begriff Inklusion in einem weiten Sinn: Im Pfarrgarten entstand 2014 als Bereicherung eines aktiven Gemeindelebens ein Treffpunkt, der seither ohne konfessionellen Zwang für jeden zugänglich ist – für Jung und Alt, für Menschen mit oder ohne Behinderung und mit und ohne Migrationshintergrund. (mehr unter: www.kirche-mv.de/lichtenhagen-dorf.html)

Der Gebärdenchor besteht schon seit den 1970er-Jahren. Seit 2014 werden ganz im Sinn der Inklusion auch hörende Sängerinnen und Sänger aufgenommen. Mit Birgit Fritzsch und Bettina Schmolla hat der Chor heute eine gehörlose und eine hörende Chorleiteiterin (www.hands-and-soul.de)

Der dritte Preis in Höhe von 1500 Euro ging an das Kinder- und Jugendbüro des Kreises Nordfriesland, für das Inklusionsprojekt „Ich bin anders – Gott sei Dank“.

Nordkirche würdigen Engagement für eine inklusive Kirche

Mit dem 2015 neu ins Leben gerufenen Inklusionspreis, der alle zwei Jahre verliehen wird, möchte das ‚Netzwerk Kirche inklusiv’ der Nordkirche das Engagement für eine inklusive Kirche würdigen. Mitglieder der Jury waren: Dr. Esther Bollag (Zentrum für Disability Studies an der Evangelischen Hochschule), Pastorin Ursula Kranefuss (Referentin im Institut für Engagement-Förderung im Kirchenkreis Hamburg Ost) und Pastorin Kirsten Rasmussen (Inklusionsbeauftragte im Kirchenkreis Ostholstein).

Nach 2015 wurde der mit insgesamt 7500 Euro dotierte Preis zum zweiten Mal vom „Netzwerk Kirche inklusiv“ vergeben. Bewerben konnten sich alle Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchlich-diakonischen Einrichtungen auf dem Gebiet der Nordkirche, die sich um die Entwicklung von inklusiver Praxis bemühen.

Das ‚Netzwerk Kirche inklusiv’ wurde im Jahr 2012 gegründet, um bestehende Einzelinitiativen in Kirche und Diakonie zu bündeln. Inzwischen gehören ihm rund 150 Einzelpersonen und Einrichtungen der Nordkirche an.
Quelle: Bischofskanzlei Schwerin/kmv

Impulse zu Advent und Weihnachten

Güstrower Domgemeinde bietet Krippenbauwerkstatt

09.11.2018 ǀ Güstrow.  In einer Krippenbauwerkstatt können Interessierte vom 29. November bis 2. Dezember in Güstrow ihre eigene, individuelle Weihnachtskrippe anfertigen. Unter Anleitung von Krippenbaumeisterin Elke Möller (Kloster Volkenroda/Thüringen) können sie im Domgemeindehaus Anregungen, Beratung und Hilfe erhalten.

Besondere kreative Fähigkeiten seien nicht erforderlich, hieß es aus der Domgemeinde. Mitzubringen sind nur Arbeitskleidung und eine Flasche Holzkaltleim. Die Kurskosten betragen 50 Euro (inklusive Material). Während der Tage gibt es geistliche Impulse zu Advent und Weihnachten. Zum Abschluss wird am ersten Advent (3. Dezember, 10 Uhr) im Dom ein Gottesdienst gefeiert, in dem die Krippen in der Gemeinde gezeigt werden.
Quelle: epd
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