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Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

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Herzlich willkommen im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, einem von 13 Kirchenkreisen in der Nordkirche.
 
Der Kirchenkreis Mecklenburg umfasst das Gebiet der früheren Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und ist der flächenmäßig größte Kirchenkreis der Nordkirche. Er gliedert sich in 4 Propsteien, 20 Regionen und 251 Gemeinden.

Der Kirchenkreis wird in gemeinsamer Verantwortung von der Kirchenkreissynode, dem Kirchenkreisrat und den Pröpstinnen und Pröpsten geleitet.
 
Die Kirchenkreisverwaltung hat ihren Sitz in Schwerin. Es gibt zudem Außenstellen in Güstrow und Neubandenburg.
 
In Rostock befindet sich das Zentrum Kirchlicher Dienste, in dem die
allgemeinkirchlichen Dienste und Werke des Kirchenkreises beheimatet sind.

Nachrichten

70 Jahre Kirchenpartnerschaft zwischen Bayern und Mecklenburg

EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm predigt in Rostock

17.01.2018 ǀ Rostock/München.  Auf die Kanzel der Rostocker Universitätskirche steigt an diesem Sonntag (21. Januar) ein prominenter Prediger: EKD-Ratsvorsitzender Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Dazu lädt die Innenstadtgemeinde herzlich um 10 Uhr zum Gottesdienst ein.

Anlass für den Besuch des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der zugleich bayerischer Landesbischof ist: Die vor 70 Jahren begründete Partnerschaft zwischen den evangelisch-lutherischen Christen in Bayern und in Mecklenburg. Eine Begegnung vom 19.-21. Januar in der mecklenburgischen Hansestadt eröffnet das Jubiläumsjahr. Dort treffen sich Mitglieder der bayerischen Kirchenleitung mit Vertretern der Nordkirche und des Kirchenkreises Mecklenburg, darunter Landesbischof Gerhard Ulrich und der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn.

Unter dem Motto „500 Jahre Reformation! – was nun? – 500 Jahre Reformation! – was tun?!“ wollen die Delegationen Bilanz ziehen und über Zukunftsperspektiven beraten. Auf dem Programm stehen Impulsreferate über die Reformprozesse in beiden Kirchen, sowie Exkursionen zu Kirchengemeinden, konkret auf den Pfarrhof Rethwisch und in die Münstergemeinde Bad Doberan.

"Ein großer Schatz"

Der bayerische Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm bezeichnet die Partnerschaft mit Mecklenburg als „einen großer Schatz“. Immer wieder erhalte er Anstöße aus den Erfahrungen in Mecklenburg, die zeigen, „dass man auch mit vergleichsweise wenigen Kirchenmitgliedern ausstrahlungsstark Kirche sein kann“.

Die bayerische Synodalpräsidentin Dr. Annekathrin Preidel ist davon überzeugt, dass Kirchenpartnerschaften den Horizont erweitern. Schon bisher habe man profitiert vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Die bayerischen f.i.t.-Projekte hätten die Aktion „Kirche mit Anderen“ in Mecklenburg inspiriert, diese wiederum gebe jetzt Impulse für das bayerische Reformprojekt „Profil und Konzentration“. Im Jubiläumsjahr 2018 wolle man Begegnungsräume in den Kirchengemeinden, in der Jugendarbeit und in der institutionellen Diakonie eröffnen, so Preidel.

„Diese langjährige Partnerschaft mit der bayerischen Landeskirche ist ein Schatz, den wir in der Nordkirche bewahren und lebendig gestalten wollen. Die Gemeindepartnerschaften ließen selbst den Eisernen Vorhang durchlässiger werden“, so Landesbischof Gerhard Ulrich, der besonders den fruchtbaren Austausch zu Fragen des Glauben und des Christsein heute sehr schätzt.

Der Schweriner Bischof Andreas v. Maltzahn (Sprengel Mecklenburg und Pommern) sagt: „Seit ich denken kann, begleitet mich diese Partnerschaft – bei Jugendfreizeiten, Gemeindebegegnungen oder auf Kirchenleitungsebene. Neben aller Unterstützung bin ich für das aufrichtige Interesse dankbar, das uns entgegengebracht wurde und wird – eine wichtige Ermutigung für unser Christsein in Mecklenburg!“

Bischof Andreas v. Maltzahn wird im Gegenzug am Pfingstmontag beim bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg predigen. Weiter geplant für das Jahr 2018 ist unter anderem am 9. Juni ein „Tag der Fördervereine“ zum Thema „Kirche und Musik“ in Neubrandenburg, sowie eine Sommerklausur vom 5. bis 10. September in Kühlungsborn für kirchliche Mitarbeiter, die bereits einmal gastweise in der jeweils anderen Kirche gearbeitet haben.

Gelebte Partnerschaft seit 1948

Seit 1948 besteht die Partnerschaft zwischen Bayern und Mecklenburg, erste Anfänge reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Die Partnerschaft wurde auch fortgesetzt, als im Jahr 2012 die Mecklenburgische Kirche Teil der Nordkirche wurde. Die Tradition hat die Zeit der zwei deutschen Staaten überdauert und den Weg für die Wende im Jahr 1989 bereitet. Sie hat Freundschaften zwischen Kirchengemeinden und Familien entstehen lassen, die bis heute lebendig sind.

Derzeit halten mehr als 30 Kirchengemeinden in Bayern und Mecklenburg Kontakt und gestalten Partnerschaften. Die Zahl lag vor dem Mauerfall deutlich höher. Nach 1961 hatte fast jede mecklenburgische Kirchengemeinde eine Partnergemeinde im Freistaat Bayern. Es gab sogar damals verbotene Drittlandbegegnungen. So trafen sich junge Christen aus Bayern und Mecklenburg beispielsweise in der damaligen Tschechoslowakei zu gemeinsamen Rüstzeiten. Bis heute gibt es zwischen Gemeinden vielfältige Besuche, Kanzeltausch-Aktionen, gemeinsame Jugend-Freizeiten, Familien und Gemeindeglieder besuchen sich wechselseitig.

Die wechselseitigen Besuche der Kirchenleitungen in den vergangen Jahren haben die Beziehungen vertieft. Der Austausch und die Besuche vor Ort machen deutlich, was sich von der Situation her gleicht und wo es Unterschiede in der kirchlichen Arbeit zwischen Bayern und Mecklenburg gibt, wo man voneinander lernen oder auch helfen kann.

Bayerische Theologen als Vikare und Pfarrer in Mecklenburg, ein mecklenburgischer Pastor, der auf eine Stelle in Bayern wechselt: Dies alles gab und gibt es seit Jahrzehnen und befruchtet die kirchliche Arbeit im Süden und im Norden.

Alle zwei Jahre treffen sich die kirchlichen Bauexperten – im Wechsel in Bayern und in Mecklenburg zum Austausch über Projekte und Herausforderungen beim Erhalt von Kirchen, Kapellen und Pfarrhäusern.

Bayern unterstützt zwei Stiftungen in Mecklenburg

Im Zusammenhang mit der Bildung der gemeinsamen Nordkirche sind 2012 zwei Stiftungen errichtet worden: Die Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ dient vor allem dem Erhalt der 664 mecklenburgischen Dorf- und Stadtkirchen. Die Stiftung hilft Kirchengemeinden, ihren notwendigen Eigenanteil für nötige Bauprojekte aufzubringen.

Die Stiftung „Kirche mit Anderen in Mecklenburg“ unterstützt missionarische Arbeit, innovative Projekte der Gemeindeentwicklung und neue Wege der Kirche im Bereich der Jugend- und Familienarbeit sowie der Erwachsenenbildung im Kirchenkries Mecklenburg.

Zur Verteilung kommen für beide Stiftungen jährlich jeweils die Kapitalerträgnisse aus dem unangreifbaren Stiftungsvermögen, darüber hinaus Zuwendungen und Kollekten aus der bayerischen Landeskirche. Jährlich stehen so jeweils mehrere Hunderttausend Euro für kirchliche Bauprojekte und für missionarische und sozialdiakonische Projekte im Kirchenkreis Mecklenburg zur Verfügung.
Quelle: Nordkiche/ELKB

Mitarbeitertagung der Kinder- und Jugendarbeit

Wie ein überfließender Brunnen

14.01.2018 ǀ Salem.  Auf der diesjährigen Mitarbeitertagung (MAT) der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in MV stand das große Thema Motivation im Mittelpunkt. Die traditionsreiche Mecklenburger MAT, die seit ein paar Jahren zusammen mit Pommern veranstaltet wird, war auch dieses Jahr mit etwa 200 Teilnehmern ausgebucht.

Das Thema Motivation „war einfach dran“, so erzählen Stephan Rodegro und Johannes Beykirch vom Vorbereitungsteam der Mitarbeitertagung der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in MV (MAT), die vom 3. bis 5. Januar in Salem bei Malchin stattfand. „Vor allem, weil wir erleben, dass Mitarbeiter ausfallen, weil sie ausgebrannt sind und die Motivation auf der Strecke geblieben ist“, erklärt Rodegro, Referent für die Kinderarbeit in Mecklenburg. „Dem wollten wir auf die Spur kommen. Denn wer andere motivieren will und soll, muss selbst motiviert sein.“ Und Beykirch, Referent für Kinder- und Jugendpolitik ergänzt: „Demotivierend wirken vor allem die Strukturen und die weiten Flächen im ländlichen Raum.“

"Muss man lernen, sich selbst zu motivieren“

MAT-Teilnehmerin Erika Maurer von der Arbeitsstelle Güstrow bestätigt das: „Da hast du mehrere Stunden eine Veranstaltung der Kinderkirche vorbereitet – und dann kommen nur drei.“ Demotivierend seien auch die laufenden innerkirchlichen Umstrukturierungen, ebenso die Entwicklung an den Schulen, die den Kindern kaum noch Zeit und Kraft lässt. „Auch weil es so wenig Anerkennung gibt, muss man lernen, sich selbst zu motivieren.“

Dass dies kein neues Problem ist, machte Jonas Görlich, Pastor in Lohmen bei Güstrow, in seiner Bibelarbeit an etlichen Beispielen aus dem Alten und Neuen Testament deutlich. Ebenso zitierte er den pommerschen Pastor A. Eckert, der 1910 vom „Martyrium der Landpfarrer“ schreibt, die nach hehren Träumen im Studium mit der harten Wirklichkeit konfrontiert wurden.

Die eigene Motivation ist jedoch unerlässlich, um andere zu motivieren. Richard Münchmeier, emeritierter Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin, machte dies in seinem Vortrag mit einem Sprachbild des mittelalterlichen Theologen Bernhard von Clairvaux deutlich: Erst wenn die Brunnenschale bis zum Rand gefüllt ist, kann das Wasser überlaufen und weiterfließen. Und so spielte auf dieser MAT auch der Austausch über die eigenen Quellen der Motivation eine wichtige Rolle, unterstützt durch ein Referat der Gestalttherapeutin Manuela Manderfeld.

"Wenn Ziele zu groß sind, wirst du daran erkranken“

Wie es gelingen kann, die eigene Motivation auf Kinder und Jugendliche zu übertragen, war der zweite Schwerpunkt der MAT. Wie Münchmeier erklärte, sind Jugendliche nicht in erster Linie am Programm einer Veranstaltung interessiert. Sie kommen, weil sie etwas suchen, das einen Rahmen hat, in dem sie eigene Erfahrungen machen und Inhalte selbst gestalten können, wo sie im weitesten Sinn Antworten auf Sinnfragen bekommen. Gemeinschaft ist ein ganz großer Aspekt. „Das alles können wir anbieten“, betont Stephan Rodegro. Wichtig sei dabei, realistisch zu bleiben. „Wenn Ziele zu groß sind, wirst du daran erkranken.“

Auch Erika Maurer ist von dem Vortrag begeistert: „Das waren so viele positive Punkte. Toll, das uns jemand sagt, dass unsere Arbeit so wichtig ist, von Bastelarbeiten über Gesprächsabende bis hin zu Fahrten. Das Spannende ist, dass die Jugendlichen nicht wegen des Programms kommen, sondern weil es ihnen bei uns gut geht – und dass sie trotzdem ein Programm brauchen.“

Sehnsucht nach Gemeinschaft

Ein ganz wichtiger Punkt für viele MAT-Teilnehmer war, dass Münchmeier Mut machte zur Kinder- und Jugendarbeit auf dem Land, trotz aller Schwierigkeiten: Die Jugendlichen seien zwar global in und mit den neuen Medien unterwegs. „Doch sie brauchen Orte für ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft – und die haben wir“, meint Stephan Rodegro. Und Johannes Beykirch ergänzt: „Sie zieht es ja auch zu Weihnachten nach Hause, ins Vertraute.“ Für beide ist darum klar: Statt per Gießkannenprinzip Finanzen und Arbeitskräfte in der Fläche von MV auszuteilen, muss es darum gehen, Orte zu stärken oder zu schaffen, wo Jugendliche sich treffen und ein Heimatgefühl entwickeln können.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 02/2018

Hörspiel- und Begegnungsscheune Cramon

Hörspiele unterm Reetdach

10.01.2018 ǀ Cramon.  Die denkmalgeschützte Pfarrscheune in Cramon (bei Schwerin) soll Ende Juni als Hörspielscheune und Begegnungszentrum eingeweiht werden. Es gibt sogar schon Anmeldungen für Familienfeiern. Doch noch ist einiges zu tun - in und an dem Fachwerkbau.

Das denkmalgeschützte Pfarrhofensemble im mecklenburgischen Cramon wird im Internet von der Filmland MV bereits als Filmlocation angepriesen. Bald wird es einen weiteren Anlass geben, einen Abstecher in das gut 13 Kilometer nördlich von Schwerin gelegene Dorf zu machen. Denn die Pfarrscheune soll mit einem Fest am 30. Juni als Hörspiel- und Begegnungsscheune eingeweiht werden - knapp 13 Jahre nach Eröffnung der Hörspielkirche in Federow am Rande des Müritz-Nationalparks.

Anders als in Federow sollen in dem reetgedeckten Fachwerkbau in Cramon Hörspiele nicht nur aufgeführt, sondern in einem kleinen Studio von jungen und älteren Menschen auch hergestellt werden können. Dafür wird das Gebäude seit 2016 barrierefrei saniert und hergerichtet. Vieles ist schon erledigt. Die Scheune hat ein neues Reetdach, Toiletten, moderne Lampen und Heizelemente erhalten. Fußboden, Lehmputz und Balken wurden saniert.

Innen muss aber noch einiges gemacht werden. Noch fehlen Küche, Stühle, Tische, Beschallungsanlage und die Technik zur Hörspielproduktion. Das Studio muss hergerichtet und das Dach teilweise abgedichtet werden. Außerdem sollen Scheiben und eine Glastür eingebaut werden, die den Saal vom Flur trennen. Denn derzeit ist es in der Scheune etwas zugig. Davon konnten sich auch die mehr als 200 Menschen überzeugen, die dichtgedrängt am 31. Oktober 2017 den Reformationsgottesdienst in der Scheune besuchten.

Investitionen von über 500.000 Euro

Voraussichtlich über 500.000 Euro wird alles kosten, sagt Pastor Thorsten Markert (Wismar). Der 56-jährige Theologe ist seit 2010 Vorsitzender des Fördervereins Kirche und Pfarrhofensemble Cramon und war von 1989 und 2013 als Gemeindepastor für Cramon zuständig. Mit 369.000 Euro kommt der Hauptanteil der benötigten Gelder aus dem Leader-Programm der EU. Der Förderverein will 10.000 Euro beisteuern.

Die evangelische Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß Trebbow, der die Scheune gehört, freut sich über das große Engagement des Fördervereins. Die Scheune liege vielen Menschen im Ort sehr am Herzen, sagt Gemeindepastor Markus Seefeld. Geplant sei auch, dass Führungen durch das angrenzende Landschaftsschutzgebiet "Stepenitztal" mit Behinderten stattfinden. Diese Gruppen könnten in der Scheune Station machen und ebenfalls Hörspiele produzieren.

Ihm sei wichtig, dass dieser Fachwerkbau "ein Ort der Begegnung für alle Menschen in Cramon und den umliegenden Gemeinden wird", sagt Pastor Seefeld. Dass sich dort gesellschaftliches Leben abspielt, Gemeinde- und Dorffeste stattfinden, "wie es ja schon längst üblich ist".

"Alle waren begeistert"

Etwas tun für den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in der Region - und "das schöne Gebäude erhalten": Das wollte auch Hannelore Eggemann (66). Die einstige Lehrerin wuchs im benachbarten Cramonshagen auf und fühlt sich mit der Region und ihren Menschen verbunden. Deshalb engagiert sie sich als Vorstandsmitglied im Förderverein und kümmert sich unter anderem um die Finanzierung des Projekts.

Sie wünscht sich, dass die Gottesdienste im Winter künftig in der Scheune gefeiert werden können. Denkbar sei auch, dass in der Kulturscheune standesamtliche Trauungen vorgenommen werden. Es gebe sogar schon erste Anmeldungen für Familienfeste. Die Menschen seien gespannt darauf, was nun daraus wird. Von der besonderen Atmosphäre der Scheune hätten sich viele bereits am Reformationstag 2017 überzeugen können: "Alle waren begeistert."
Quelle: epd
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