Seit 1955: Mecklenburg-Wallfahrt
"Christen auf dem Weg"
Wallfahrt ist der Weg zu heiligen Orten, um dort in besonderer Weise Gottes Nähe, Hilfe und Geleit erbitten und erleben zu können. Schon der Weg dorthin wird vom Ziel geprägt: durch Gebet und Schweigen, durch Einkehr in Kirchen am Weg, um die "Atmosphäre des Heiligen" an uns wirken zu lassen. Der Weg hinter dem Kreuz bietet viele Möglichkeiten, Lasten "unter die Füße zu treten", den Segen im Rhythmus des Lebens wahrzunehmen, Segen über das Land zu streuen. Wallfahrt ist auch Bekenntnis vor den Menschen, daß Gott ist.
Wir sind unterwegs im Gebet, um der Suche nach dem Eins-Werden mit Gott Wege zu öffnen. Wallfahrt ist das gelebte Vertrauen, daß das Gebet eine große Macht der Veränderung und Erneuerung in sich trägt.
Wir sind als ökumenische Wallfahrt unterwegs. Unser Weg orientiert sich an ehemaligen und bestehenden Klosterorten. Als Ziel verfolgen wir, irgendwann einmal den Wallfahrts-Weg durch Mecklenburg am Ausgangsort wieder zu schließen. Deshalb beginnen wir jedes Jahr dort, wo wir im Vorjahr endeten. Wenn alte Pilgerwege damit auch nur teilweise beschritten werden, könnte so ein neuerlicher Pilgerweg durch Mecklenburg entstehen, den auch andere Wallfahrer aufnehmen.
Eine Besonderheit dieser Wallfahrt ist der Sonntag. Dazu laden wir die Kirchgemeinden des Landes ein. Ein festlich-liturgischer Gottesdienst erhebt die Herzen. Nach der Mittagspause "ergehen" wir die jeweilige Kirche kunsthistorisch und geistlich zugleich. Eine eigene kleine Wallfahrt.
Zu den Vorbereitungen gehört jeweils ein Wallfahrts-Begleitheft in der Verbindung von Information und Meditation. Es empfiehlt sich, Pausen bei der Wallfahrt für die Lektüre zu nutzen, weil sich dabei der Weg, die Kirchen und das jeweilige Wallfahrtsthema erschließen.
Zu jeder Wallfahrt nehmen wir auch die alte Tradition des Pilgerzeichens neu auf.
Technische Hilfen wie das Handy gelten nur dem unbedingten Notfall. Wir wollen in diesen Tagen bewußt unsere Bindungen des Alltags einmal unterbrechen.
Wer vor allem zu Gesprächen und Begegnungen die Wallfahrt mitmacht, wird enttäuscht sein. Dazu läßt die Wallfahrt nicht genügend Raum. Aber dafür werden andere Möglichkeiten der Gemeinschaft erlebbar: Wenn ich schweigend und betend neben einem anderen eine weite Strecke gegangen bin, kann damit mehr innere Nähe geschehen als bei dem lebhaftesten Gespräch. Ich nehme meinen Mit-Beter auf eine sehr innige Weise wahr.
Wallfahrt ist eine gute Möglichkeit, allein vor Gott und doch nicht einsam zu sein.

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