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Bischof Abromeit predigt

"Marsch für das Leben" erstmals mit evangelischem Bischof

21.09.2018 ǀ Greifswald/Berlin.  Am diesjährigen "Marsch für das Leben" am Samstag durch das Zentrum Berlins nimmt erstmals seit Jahren ein evangelischer Bischof teil. Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit predigt beim Abschlussgottesdienst (17.30 Uhr) auf dem Washingtonplatz neben dem Berliner Hauptbahnhof.

An dem ökumenischen Gottesdienst beteiligt sich auch der katholische Berliner Weihbischof Matthias Heinrich. Zu der Veranstaltung aufgerufen hat der Bundesverband Lebensrecht, ein Zusammenschluss von 13 Lebensschutzorganisationen. Der Bundesverband protestiert damit zum 14. Mal gegen Abtreibung und Sterbehilfe.

"Neues Leben beginnt nach medizinischer Expertise und gemeinsamer christlicher Überzeugung mit der Zeugung. Das so entstandene Kind hat ein Recht auf Leben - das soll geschützt werden", sagte Bischof Abromeit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Selbstbestimmungsrecht der Frau und das Lebensrecht des menschlichen Embryos oder Fötus seien konkurrierende Rechtsgüter, und es sei schwer, dazwischen zu entscheiden.

Aber es geht nach Abromeits Worten nicht ums Prinzip: "Damit wird gar nichts erreicht." Abromeit: "Mir geht es - um es mit einem biblischen Wort zu benennen - um Barmherzigkeit." Sie gelte dem entstehenden Leben und den werdenden Eltern. "Dies fehlt leider oft in den Auseinandersetzungen", fügte er hinzu. Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hatte sich in der Vergangenheit immer wieder von der Kundgebung mit der Begründung distanziert, es sei keine geeignete Form zum Schutz des Lebens.

"Ich habe großen Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht der Frau und mir ist klar, dass hinter dem Wunsch nach Abtreibung immer eine Not steht", sagte Abromeit weiter. Sehr häufig fehlten einfach konkrete Hilfen, oder die Frau sehe keine Perspektive für sich als Mutter. "Und das ist für mich in unserer reichen Gesellschaft ein Skandal", sagte der Greifswalder Bischof. Gott sei "ein Freund des Lebens, das Leben ist absolut und heilig". Deshalb sei es "in meiner Theologie konsequent, für das Leben einzutreten".

Im vergangenen Jahr hatte der Marsch nach Angaben der Veranstalter erneut rund 7.500 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Die Polizei bezifferte die Zahl auf 3.000. Wie in den Vorjahren werden auch an diesem Wochenende Gegendemonstranten erwartet. Kritiker werfen den Abtreibungsgegnern religiösen Fundamentalismus vor. Frauenorganisationen wie der Frauenpolitische Rat Brandenburgs attestieren der Lebensschutzbewegung "konservative, zum Teil völkische und antifeministische Meinungen".
Quelle: epd

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