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Luther Ausstellung in der St. Marienkirche

Reformator im Wandel der Zeit

Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten
15.06.2017 ǀ Ueckermünde.  Unter dem Titel „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ zeigt die Evangelische Kirchengemeinde Ueckermünde-Liepgarten auf 15 Roll-Ups alte und neue Bildnisse des Reformators. Die Ausstellung in der St. Marienkirche Ueckermünde kann bis zum 16. Juli während der Kirchenöffnung besichtigt werden.

Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag (15. Juni, 18 Uhr). Kirchenmusikerin Anke Schulz an der Orgel und Dr. Jens Karbe (Trompete) setzen musikalische Höhepunkte. Pfarrer Ulrich Kasparick aus Hetzdorf informiert in einem Kurz-Vortrag über Martin Luther und die Reformation. Für Gruppen können auch Besichtigungstermine vereinbart werden. Der Eintritt ist frei. Der Verband kirchlicher Archive der Evangelischen Kirche in Deutschland liefert mit dieser Wanderausstellung seinen Beitrag zum Reformationsjubiläum. Ein Bild aus der St. Marienkirche in Ueckermünde, das Luther mit Calvin zeigt, ist Teil des Begleitbandes.
 
Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart
 
Martin Luther gehört zu den am häufigsten dargestellten Personen der Weltgeschichte. Die Lutherhalle Wittenberg bewahrt etwa 2.400 verschiedene Lutherbilder auf. Allein zu Luthers Lebzeiten entstanden rund 500 Bilder. Martin Luther als Thema protestantischer Bilddarstellung hat das Bildbewusstsein evangelischer Kreise und seit dem 19. Jahrhundert das der Deutschen insgesamt wie kaum ein anderes Thema geprägt. Lutherdarstellungen begegnen bis heute im öffentlichen, kirchlichen und häuslichen Raum. Die Grundtypen fast aller Lutherbilder gehen auf die Reformationszeit zurück und verbinden sich mit der Werkstatt des älteren und jüngeren Lucas Cranach. Daher spannt sich der Bogen der präsentierten Lutherbilder in der Ausstellung vom 16. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.
 
Lutherbild als Spiegel des Geisteslebens
 
Jede Zeit schafft sich ihr eigenes Lutherbild. Als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geistes- und Kulturgeschichte war Martin Luther dabei immer auch Verherrlichung und Instrumentalisierung ausgesetzt – je nach dem Leitbild einer gerade geltenden Denk- und Glaubensrichtung. Das Lutherbild einer Zeit ist demgemäß Spiegel des Geisteslebens, das sich auch in der Kunstgeschichte artikuliert. Texte des Kulturhistorikers Andreas Kuhn erläutern die Zusammenhänge von Geistes-, Kunst- und Theologiegeschichte, wie sie insbesondere in Lutherbildern zum Ausdruck kommen. Der Begleitband zur Ausstellung „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ ergänzt die 40 Porträts der Ausstellung um eine weitere Auswahl von 60 Porträts aus ganz Deutschland.
Quelle: PEK (sk)