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Reisebericht Brasilien – Argentinien vom 13.09.-25.09.2015
Der Bericht wurde von Dorothea Penk geschrieben und die Bilder hat Volker Groll dazu passend ausgesucht. Herzlichen Dank.

Am 13. September startete eine Gruppe von 25 reiselustigen Damen und Herren zu einer Reise nach Südamerika. Zunächst ging es über Hamburg nach Paris und von dort mit einer Boing 777 nach Buenos Aires. Am Flughafen erwartete uns Doris, unsere örtliche Reiseleiterin und eine bekennende Hundeliebhaberin. Von ihr erfuhren wir viel über Land und Leute. Argentinien hat etwa 43 Millionen Einwohner, von denen gut ein Viertel  in und im Umfeld der Hauptstadt leben. Bei ausführlichen Stadtrundfahrten  besichtigten wir den Mayo Platz, der an die Revolution von 1810 erinnert, den Präsidentenpalast, von deren Balkon Evita Peron zum argentinischen Volk sprach, die große Metropolitana Kathedrale, das italienische Viertel und  das moderne Buenos Aires mit seinen Prachtbauten, aber wir fuhren auch durch ein Viertel, in dem die Menschen am Rande der Gesellschaft leben. Ein Besuch von 2 Museen und des Friedhofes im Stadtteil La Ricoleta standen ebenfalls auf dem Programm, hier befindet sich die Ruhestätte der Präsidentenfamilie Duarte.

Ein besonderer Höhepunkt war außerdem eine Bootsfahrt auf dem Rio Paraná, an deren Ufer wir die Wochenendhäuser der Einwohner und die herrliche Natur bestaunten.
Unseren Aufenthalt in Buenos Aires schlossen wir mit dem Besuch einer Tangoshow ab, zu deren Beginn wir in den Genuss echter argentinischer Steaks kamen und dann wahren Akrobaten beim Tanzen zuschauen konnten.

Zunächst besuchten wir die argentinische Seite der Wasserfälle. Mit einer Kleinbahn ging es durch den Regenwald  und dann zu Fuß zum „Teufelsschlund“ , um die gewaltigsten Wasserfälle der Welt zu bestaunen. Von weitem hörten wir schon das mächtige Tosen der 275 Kaskaden, die in einen 80 m tiefen und 3 km breiten Abgrund brausen.  Zusammen mit der herrlichen Flora und Fauna ein unvergesslicher Anblick.  Am nächsten Tag, nun schon auf brasilianischer Seite, kamen wir noch dichter an die Wasserfälle heran und auf dem Weg zu einer Aussichtsplattform  war  ohne Regenbekleidung eine Dusche unvermeidbar. Dieses ganze  Gebiet gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und umfasst 2255 Quadratkilometer.

Unsere nächste Station war Curitiba, die Hauptstadt Paranás und die temperamentvolle  Babette betreute uns. Von dort fuhren wir mit dem Sierra Verde Express nach Morretes, vorbei an Wäldern aus riesigen Paraná Kiefern, über enge Schluchten und durch ein Dutzend Tunnel. Diese Strecke ist eine bauliche Meisterleistung  und die eindrucksvollste Zugreise Brasiliens.
Mit dem Bus fuhren wir anschließend nach Antonina, eine im Kolonialstil erbaute Kleinstadt. In einem Restaurant, im Besitz von Donna Anna aus den Niederlanden, lernten wir eine besondere Form der Essenszubereitung kennen.
Auf dem anschließenden Weg zur Kirche genossen wir zunächst den Blick auf den Atlantik und dann besichtigten wir das Innere der Kirche. Die Sangesfreudigen unter uns sangen den Kanon „Dona nobis pacem“ und es gab Applaus von anderen Kirchbesuchern.

Am nächsten Morgen flogen wir weiter nach Sao Paulo, der größten Stadt Brasiliens und vom dortigen Flughafen ging es gleich nach Norden, nach Paraty.  Auf der Fahrt dorthin,  beantwortete  Joachim, der bereits seit 1950 in Brasilien lebt, alle unsere Fragen.
In Paraty angekommen bezogen wir zunächst unsere Pousada und dann folgte die Stadtführung. Hier wurde die Atmosphäre des 17. Jahrhunderts bewahrt, die Innenstadt mit ihren gepflasterten Straßen (manchmal halsbrecherisch) und prächtigen Kirchen ist autofrei. Ein abendlicher Bummel durch die Stadt, die  bei den angenehmen Temperaturen nicht zu schlafen schien, war ein schöner Tagesabschluss.

Unser nächstes Ziel hieß nun Rio de Janeiro (Januarfluss). Der Reiseleiter für die letzte Etappe unserer Reise hieß Johannes und er wusste wohl mehr über Brasilien als jeder andere Einwohner des Landes. So wurde die Fahrt nach Rio recht kurzweilig und nach einigen Stunden verließen wir unseren Bus im Stadtteil Ipanema über den weltberühmten Hippiemarkt zu bummeln. Das anschließende Essen in einer Churrascaria war dann auch eine neue Erfahrung auf kulinarischem Gebiet.

Nachdem wir unser Hotel Acapulco Copacabana in eben diesem Stadtteil bezogen hatten, begaben wir  uns anschließend auf die Promenade, einfach nur um zu bummeln oder den Tag bei einem  Cocktail ausklingen zu lassen. Am Tag darauf dann Stadtrundfahrt mit Auffahrt auf den 396 m hoch gelegenen Zuckerhut, von wo aus man einen herrlichen Blick auf Rio und bei wolkenfreiem Himmel auch auf den Corcovado hat.

Natürlich war im Programm auch die Auffahrt zum Corcovado mit der Zahnradbahn, die auf schwindelerregendem Weg durch den Urwald führt, vorgesehen.

Auf diesem 710 m hohen Berg befindet sich die 38 m hohe Christusstatue mit den ausgebreiteten Armen. Von der  Aussichtsterrasse  aus führt der Blick über die ganze Stadt, den Hafen und den Zuckerhut.

Während der Stadtrundfahrt besichtigten wir dann noch die riesige Kathedrale, in der bis zu 20000 Menschen Platz finden und natürlich hielten wir auch vor dem Maracana-Stadion, in dem unsere Fußball-Nationalmannschaft 2014 den Weltmeistertitel errang.

Der folgende Tag war unser „brasilianische Tag“.  Am Morgen holte uns der deutsche Journalist Adrian Geiges ab und wir fuhren gemeinsam mit der U-Bahn und einem Kleintransporter in eine Favela, in der Herr Geiges lebt und arbeitet. Mit ihm und auf Grund seiner ganz speziellen Kenntnisse verbrachten wir den größten Teil des Tages in dieser Favela, den er als den sichersten Ort in Rios bezeichnete und lernten so die Stadt von einer ganz anderen Seite kennen.

Am folgenden Tag ging es nach individueller Freizeit am Vormittag  in die Kaiserstadt Petrópolis. Diese Stadt war Sommersitz der Kaiser und liegt etwa 66 km von Rio entfernt. Wir sahen uns zunächst den Kristallpalast an und anschließend die Kathedrale Sao Pedro de Alcantara mit den Grabstätten einiger Angehöriger der kaiserlichen Familie.
Im Schloss der kaiserlichen Familie, heute Museum, glänzte Johannes mit seinem Wissen und wir haben alles über Peter I., Peter II. und Prinzessin Isabel erfahren. Der Rückweg nach Rio führte zu einer Schokoladenfabrik  und wer noch kein Mitbringsel hatte, konnte jetzt Reais ausgeben. Am letzten Tag unseres Aufenthalts unternahmen wir am Vormittag eine Bootsfahrt in der Flamengo Bucht. Von der Seeseite konnten wir noch einmal den Zuckerhut, den Corcovado, den nationalen Flugplatz, die Strände mit ihren Hotels, das alte Zollgebäude und vieles mehr betrachten.

Nach einem letzten reichhaltigen Essen ging es dann zum Flughafen. Nach dem Passieren aller Kontrollen startete pünktlich um 16.10 Uhr unser Flugzeug und nach entsprechender Zeitumstellung erreichten wir mit Umsteigen in Paris am frühen Nachmittag des nächsten Tages Hamburg und einige Stunden später Rostock. Mit Souvenirs im Gepäck und vielen wunderschönen Erinnerungen endete diese Traumreise nach Argentinien und Brasilien und wie sagte Anke Kieseler einmal  auf einer der vorhergehenden Reisen: „Gott hat uns Erinnerungen geschenkt, damit wir Rosen im Winter haben“.

STUDIENFAHRT nach Vietnam und Kambodscha - Februar 2010
Unsere "mobile" Gemeinde hatte in diesem Jahr die asiatischen Länder Vietnam und Kambodscha zum Ziel. Es war eine Reise voller Superlative. Eine tolle Landschaft erwartete uns, interessante Menschen, exotische Speisen, feucht-heißes Klima und die Auseinandersetzung mit der z. T. beklemmenden geschichtlichen Vergangenheit beider Länder - Bilder von der Reise.

Nach einem verunglückten Start in den Urlaub (8-stündiger Aufenthalt im Bahnhof von Treysa, wegen sturmgeschädigter Gleise - anschließend mit dem Taxi nach Frankfurt und Übernachtung im Hotel) flogen wir am nächsten Morgen nach Hanoi (Nordvietnam) via Kuala Lumpur.
Nach unserer Ankunft gab es gleich ein volles Programm. Wir besichtigten einen Teil der Stadt, ließen uns mit dem Cyclo (TucTuc) chauffieren und besuchten am Abend das Wasserpuppentheater, bei dem wir wegen der Zeitumstellung extrem mit unserer Müdigkeit zu kämpfen hatten, und sich daher große Verständnislücken auftaten. In den nächsten Tagen waren wir im Mausoleum des Ho Chi Minh, sowie in seiner Wohnung, dem "Haus auf Stelzen".
Ein besonderes Highlight war die Dschunken-Fahrt durch die Halong-Bucht (welche zum Weltkulturerbe gehört). Wir genossen den Anblick der bizarr geformten Kalksteininseln, welche sich aus dem Meer erhoben, und die frischen Meeresfrüchte, die wir an Bord aufgetischt bekamen.
Zu unserem nächsten Ziel fuhren wir mit dem Schlafwagen-Zug. Wir belegten zwar die 1. Klasse-Abteile (von vier Kategorien), die Zugfahrt war trotzdem sehr ungewöhnlich - Kakalaken, Stehtoiletten und Katzenwäsche auf dem Flur inklusive! In der Kaiserstadt Hué angekommen, machten wir einen Rundgang durch die "Verbotene Purpurstadt" und die Zitadelle - (der "Verbotenen Stadt" in Peking nachempfunden).
In Danang besichtigten wir am nächsten Tag ein Champa-Museum. Das hinduistische Königreich der Champa war eine Hochkultur in diesem Gebiet (vom 4. bis 12. Jh.). In Hoi An und My Son stehen noch vereinzelte Cham-Tempel, deren besterhaltene Funde wir im Museum bewundert haben.
In der Stadt Hoi An eingetroffen, bezogen wir Quartier im Beach Resort-Hotel und "warfen" uns voller Freude in die Wellen des Südchinesischen Meeres, um uns abzukühlen.
Schon am nächsten Tag erwarteten uns wieder interessante Unternehmungen. Unser Reiseleiter Tuan war sehr erstaunt, als wir den Wunsch äußerten, am Sonntag einen Gottesdienst besuchen zu dürfen. Es war ein Gottesdienst "der etwas anderen Art", in einem - zum Teil offenen - Gotteshaus und interessanten Menschen und Abläufen. Während wir in unserer Dorfkirche meistens mit Jacken bekleidet sitzen, erlebten wir dort das Gegenextrem. Die Plätze in der Nähe der Ventilatoren waren "heiß" begehrt. Ein Kirchen-Lied durften wir während des Gottesdienstes auch zum Besten geben und ernteten dafür den Beifall der Gemeinde.
Bei unserem anschließenden Rundgang durch den malerischen Ort, in dem etliche Gassen mit farbenfrohen Stoff-Lampions überspannt sind, hatten wir einen längeren Aufenthalt in einer der örtlichen Seidennähereien. Es war der "Alptraum" aller Männer, der ihnen viel Geduld abverlangte. Nach einer spannenden Einführung in die Seidenraupenzucht, ließ sich vorwiegend das "weibliche Geschlecht" vermessen, und gab die schönsten Seidenmodelle in Auftrag. Diese wurden am nächsten Tag ins Hotel geliefert.
Nach drei erholsamen Strandnachmittagen brachte uns Malaisia-Airline nach Ho Chi Minh Stadt (Saigon) nach Südvietnam. In dieser Stadt sind noch heute die Spuren der kulturellen und wirtschaftlichen Hinterlassenschaften der Amerikaner aus den Zeiten des Vietnamkrieges zu spüren. Es gab einen Besuch in dem reich verzierten Thien Hau Tempel, dem Präsidentenpalast, der "Notre Dame" Kathedrale (Nachbau), einem der "schönsten Postämter der Welt" im Kolonialstil, und in einer Markthalle, in der ein buntes Treiben herrschte, so dass unsere Gruppe Mühe hatte, sich nicht aus den Augen zu verlieren.
Am nächsten Tag fuhren wir zu den prächtigen Landschaften im Delta des Mekong (drittgrößtes Flußdelta der Welt). Ein Rundgang durch die Obstplantagen, natürlich mit Verkostung einiger exotischer Früchte, der Besuch einer Ziegelei und die Fahrt mit kleinen Sampanbooten auf Kanälen durch die Djungellandschaft des Mekong waren ein Erlebnis. Am Abend wurden wir von einer dörflichen Familie mit landestypischen Speisen beköstigt. In geselliger Runde haben wir mit dem Hausherren einige Reisschnäpse "gehoben". Unsere Gastgeber haben wir dann auch mit einem Ständchen und kleinen Geschenken beehrt.
Bevor wir nach Kambodscha weiterreisten, machten wir bei den Tunnelanlagen der Vietcong in Cu Chi (in Grenznähe) halt, und beschäftigten uns mit "dem schwarzen Kapitel" in der Geschichte der Vietnamesen, dem Vietnam-Krieg. Wir "krochen" in Schautunnel und ließen uns in damals herrschenden Zustände zurückversetzen.
In Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, erwartete uns ein altes Kulturvolk, welches sich in ethnischen, sprachlichen und religiösen Gewohnheiten von anderen Nachbarvölkern unterscheidet. Auch in der landestypischen Architektur, vereint sich in harmonischer Weise südostasiatische Geschäftigkeit mit französischen Lebensstil, ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit. Immer wieder findet sich in den Bauwerken symbolisch die Kobraschlange wieder, deren Kopf den Anfang von Geländern bildet und deren Körper sich am Rande der Dächer von Häusern und Tempeln entlangschlängelt und im First mit der geschwungenen Schwanzspitze endet. Faszinierend und märchenhaft spiegelte sich dies besonders im Königspalast wieder.
Auch in Kambodscha wurden wir mit einem traurigen Kapitel aus der Geschichte des Landes konfrontiert. Nach dem Besuch der Gedenkstätte "Killing Fields" (den Massengräbern) und einer Folterhaftanstalt aus den Zeiten des "Roten Khmer" Regimes waren wir über die Gräuel entsetzt, mit denen Pol Pot und seine Schärgen das eigenen Volk überzogen haben. 1,7 Millionen Menschen wurden umgebracht oder verhungerten.
Erleichterung machte sich breit, als wir am nächsten Tag nach Siem Reap weiterreisten, dem absoluten Höhepunkt unserer Reise. Nördlich der zweitgrößten Stadt Kambodschas befindet sich ein riesiges Areal mit Königs- und Tempelstädten aus der Blütezeit des Khmerreiches (vom 9. bis 16. Jh., sich über ein etwa 50 m⊃2; großes Areal erstreckend) welches zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Hier gipfelt die Berührung von Buddhismus und Hinduismus.